Neue OZ: Kommentar zu Photokina

Kühle Technik reicht nicht

Die Photokina handelt wie manche Kommune: Weil in den Kassen
gähnende Löcher klaffen, wird bei den freiwilligen Ausgaben gespart.
Städte schließen ihre Theater – die größte Fotomesse der Welt dampft
ihr Kunstprogramm ein. Ein Schritt in Richtung Konsolidierung? Wohl
kaum. Eher einer in Richtung Bedeutungslosigkeit.

Ein Theater ist nicht nur ein Kosten-, sondern auch ein harter
Standortfaktor. Denn nicht mit dem Stra&szl

Neue OZ: Kommentar zu Kunst / Ausstellungen

Auf der Roten Liste

Es gibt Wichtigeres als den Streit von Politikern. Zum Beispiel
den Erhalt von Kulturgütern. Einzigartige Kunstwerke wie das
Münchener Dürer-Selbstbildnis stehen nicht beliebig zur Disposition.
Das sollten auch aufgeregte Volksvertreter verstehen, die sich
offenbar nicht für Dürer, sondern nur für ihr überflüssiges
Proporzgerangel interessieren. Jetzt wird das Ausstellungsprojekt
obendrein noch gegen das Münchener Konzert

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zur Demenzerkrankung von Rudi Assauer

Assauer gilt als waschechter Kerl, seine
selbstironischen Werbespots für ein bekanntes Fernsehbier, in denen
er seine frühere Lebensgefährtin, die Schauspielerin Simone Thomalla,
Bier holen schickt, sind bis heute unerreicht. Rudi Assauer ist und
bleibt eben ein "Meister der Herzen", einer wie du und ich, nur ein
bisschen erfolgreicher, cleverer. Kurzum: Rudi Assauer stand bis zu
dieser traurigen Nachricht für das Leben selbst. Dass gerade so ein
vermeintlich

WAZ: Richtig helfen – Kommentar von Christopher Onkelbach

Kinder lernen die Sprache von selbst – wenn man mit
ihnen spricht. Schon bevor ein Kind Mama sagen kann, ist es auf die
fürsorgliche Ansprache angewiesen, denn in den ersten Lebensmonaten
wird die Sprachregion im Gehirn trainiert. Nähe, Sicherheit,
Geborgenheit und Entwicklung – alles hängt auch davon ab, wie viel
sprachliche Aufmerksamkeit Eltern ihren Kindern widmen. Fehlt es
daran? Ist das der Grund, warum bei mittlerweile jedem dritten
Vorschulkind Sprachentwicklungsst&

Neue OZ: Kommentar zu Kultur

Straßennetz im Hier und Jetzt

Von Künsten wird gern als Seismografen gesprochen, ganz so, als
seien sie Bewegungsmelder für das schwache Zittern, das dem großen
Beben vorausgeht. Hinter diesem Bild steht allerdings die
Überzeugung, dass die Künste nur Beiwerk sind. Sie taugen bestenfalls
zum Symptom. Wirklich wichtig sind sie offenbar nicht.

Lesen wir an Stand und Zustand der Künste also lediglich ab, was
sich eigentlich auf der Welt abspielt? Nei

Neue OZ: Kultur-Kommentar

Treibstoff Vision

Von Gelsenkirchen bis an das Mittelmeer ist es ein weiter Weg, von
"Ruhr 2010" bis "Marseille 2013" hingegen gerade mal ein
Katzensprung. Denn die Südfranzosen schließen nahtlos dort an, wo die
Menschen an der Ruhr am Ende ihres Jahres als Kulturhauptstadt
Europas angekommen waren. In Marseille soll wirken, was schon in
Essen zumindest kleine Wunder gewirkt hat – eine Kulturvision.

Die eigentliche Großbaustelle bleibt damit unsich

Mittelbayerische Zeitung: Zur Infektionskrankheit Lepra / Vier Millionen Gründe

Von Benjamin Neumaier

Lepra ist die älteste bekannte Infektionskrankheit der Welt. Mit
den heutigen medizinischen Möglichkeiten müsste sie zu besiegen sein.
Die Chancen dafür stehen schlecht – denn Pharmakonzerne verdienen
daran zu wenig. 2010 gab es weltweit knapp 230 000 Neuerkrankungen.
Fast vier Millionen Menschen müssen mit Verstümmelungen leben – zu
wenig, als dass sich die Entwicklung eines Impfstoffs für die
Pharmaindustrie lohnen würde. D

Neue OZ: Kommentar zu Umfragen / Musik

Wer singen will, muss mutig sein

Jeder dritte Deutsche ist auch ohne schöne Stimme glücklich. Kaum
zu glauben, wenn man sich die langen Schlangen vor dem
"DSDS"-Castingbus vergegenwärtigt. Man kann gegen das RTL-Format
sagen, was man will: Aber selbst unter bildungsfernsten Teenies trägt
eine schöne Stimme mittlerweile viel zum Prestige bei. Das war nicht
immer so. Denn tatsächlich ist der Gesang ja gerade für Anfänger eine
heikle Angeleg

WAZ: Komiker sind Doktor Stratmann sympathischer alsÄrzte

Im Vergleich zur Ärzteschaft kommen die Kollegen
Komiker in den Augen des Medizinkabarettisten Ludger Stratmann (63)
gut weg. "Die sind sehr nett, absolut kollegiale, sympathische Typen.
Ehrlich: In manchen westfälischen Ärztevereinen gibt es mehr
Arschlöcher als im Showgeschäft", sagte der Komiker, der vor 15
Jahren seine Praxis gegen die Bühne tauschte, in einem Gespräch mit
den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Samstagausgaben).

Darin verr&a

Mittelbayerische Zeitung: Zum Prozess um zwei 22 Jahre alte Pommes frites

Von Thomas Dietz

Ein schöner Prozess – um zwei 22 Jahre alte Fritten. Doch gemach.
Das hämische Gelächter ist vordergründig. Der Künstler Stefan
Bohnenberger, der heute in Brüssel lebt, setzte sich 1990 mit der
Komplexität der belgischen Nationalbeilage – frittierten
Kartoffelstäbchen – auseinander. Seine Münchner Galeristen Erik Mosel
und Andrea Tschechow stellten nicht nur sein Goldkreuz "Pommes d–Or"
sondern auch die Urform f&uu