WAZ: Richtig helfen – Kommentar von Christopher Onkelbach





Kinder lernen die Sprache von selbst – wenn man mit
ihnen spricht. Schon bevor ein Kind Mama sagen kann, ist es auf die
fürsorgliche Ansprache angewiesen, denn in den ersten Lebensmonaten
wird die Sprachregion im Gehirn trainiert. Nähe, Sicherheit,
Geborgenheit und Entwicklung – alles hängt auch davon ab, wie viel
sprachliche Aufmerksamkeit Eltern ihren Kindern widmen. Fehlt es
daran? Ist das der Grund, warum bei mittlerweile jedem dritten
Vorschulkind Sprachentwicklungsstörungen festgestellt werden? Sicher,
in manchen Familien ersetzt der Fernseher das Gespräch. Doch ein
wichtiger Grund für den Befund dürfte sein: Je genauer man hinsieht,
desto mehr wird entdeckt. Die verstärkte Aufmerksamkeit von Eltern,
Erziehern, Ärzten und Lehrern für das Problem ist wichtig, sie erhöht
aber zugleich die Fallzahlen. Dabei ist fraglich, ob immer die
richtigen Kinder eine Sprachförderung erhalten. Dagegen bedrängen
überbesorgte Eltern die Kinderärzte, ihnen eine Überweisung zum
Logopäden auszustellen. Zum Wohle der Kinder sollte man sich davor
hüten, aus einem pädagogischen Problem stets ein medizinisches zu
machen. Nicht jeder lispelnde Dreijährige benötigt Therapie.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

veröffentlicht von am 31. Jan 2012. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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