Neue OZ: Kommentar zu Karl May

Der lange Weg in den Kanon

Über 130 Jahre sind die Bücher von Karl May schon erfolgreich –
als einzigartige Konstante in einem Buchsegment, in dem sich
ansonsten alles geändert hat. Seine ersten Romane schrieb May als
Fortsetzung billiger Abo-Hefte – entsprechend verächtlich wurden sie
behandelt: Eigenmächtige Umarbeitungen waren gang und gäbe. Kritik
und Wissenschaft qualifizierten "Winnetou" über Jahrzehnte als
Trivial- oder Jugendliteratu

Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum U-Bahn-Schläger-Urteil:

Aggressive Schläger prügeln wild drauflos. Der
Angegriffene wehrt sich zunächst, flüchtet dann angesichts der
hemmungslosen Gewalt. Eine Flucht, die für ihn tödlich endet. Er wird
von einem Auto erfasst, stirbt an den Folgen. Zwar saß der Schläger
bis jetzt in U-Haft, doch nach der gestern ausgesprochenen
Bewährungsstrafe ist er auf freiem Fuß. Auch wenn das Urteil
rechtlich sicherlich zu vertreten ist – schließlich führten nich

Neue OZ: Kommentar zu Schmidt-Show

Witwen-TV

Als Eintänzer auf dem "Traumschiff" ist Harald Schmidt ein
sicherer Quotenbringer, als Late-Night-Entertainer nicht mehr. Nun
ist auch die Neuauflage bei Sat 1 gefloppt. Dass Schmidt damit
vorerst nur noch als Witwentröster auf der MS Deutschland zu sehen
sein wird, ist sein bester Witz zum TV-Geschehen: Tatsächlich ist die
große Sorge der Fernsehmacher ja, dass sie den Zuschauer-Nachwuchs
ans Internet verlieren. Gerade im anarchischen Format des

Neue OZ: Kommentar zu Kartenpreise Salzburger Festspiele

Luxus für jedermann

Extrem hohe Kartenpreise, Spitzenwerte bei der Kostendeckung,
maximale soziale Selektion: Die Salzburger Festspiele funktionieren
als Kulturbetrieb sensationell effektiv – und das in jedweder
Hinsicht. In den Augen der Autoren von "Der Kulturinfarkt" müssten
die Festspiele voll überzeugen. Sie bestehen vor der Wirklichkeit –
mit der die "Infarkt"-Diagnostiker nichts anderes als den Markt
meinen.

Das heftig diskutierte Pamphlet

Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Ende der»Harald Schmidt Show«:

Die Götter werden vom Thron gestoßen. Sat1 setzt
die Show von Harald Schmidt ab, und die ARD ist auf dem besten Wege,
Thomas Gottschalk zu demontieren. Zwei ganz Große der Fernsehwelt
erleben gerade ihren Absturz. Die miserable Quote ist Schmidt bereits
zum Verhängnis geworden, und Gottschalks Schonfrist wird wohl
ablaufen, wenn er bis zur Sommerpause nicht einen Marktanteil von
mindestens zehn Prozent schafft. Dass Harald Schmidt nicht schon
früher ausgeläst

Rhein-Neckar-Zeitung: Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg zur Jugendstudie/ Sinus

Unter Druck – Von Alexander R. Wenisch – Liebe
Jugendlichen, entspannt euch! Das möchte man der jungen Generation
auch nach der aktuellen Sinus-Studie zurufen. Deren Ergebnis: Prägend
für die meisten jungen Deutschen ist der Druck. Kaum verwunderlich.
Erstens wird ihnen dies von den Erwachsenen vorgelebt – für die waren
die Umbrüche der Globalisierung und der deutschen Wende entscheidende
Wegmarken. Zweitens wird Schülern seit Jahren eingetrichtert:
schneller, z

WAZ: Ende einerÄra. Kommentar von Jürgen Overkott

Zwei Silberrücken und ein Problem: Sat.1-Spötter
Harald Schmidt und ARD-Plauderer Thomas Gottschalk haben einen großen
Namen, und dennoch bespaßen sie seit geraumer Zeit ein kleines
Publikum. Während beim Ersten neun Intendanten zehn Meinungen zu
Gottschalks Quoten-Krise haben, hat Sat.1 die Nerven schon verloren.
Der Privatsender setzt seinen besten Mann im Mai vor die Studiotür.
Mit dem Aus für Harald Schmidt endet eine Ära. Der Late-Night-Talker

„Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ Fernsehpremiere der ARD-Degeto-Kinokoproduktion mit Barbara Sukowa am Karfreitag, 6. April 2012, um 16.00 Uhr im Ersten

Verehrte Ordensschwester, einflussreiche Gelehrte,
machtbewusste Politikerin, selbstbewusste Frau und fehlerhafter
Mensch – all das verkörpert Barbara Sukowa als Hildegard von Bingen
in dem Film "Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen", den
Das Erste am Karfreitag um 16.00 Uhr ausstrahlt. Regisseurin
Margarethe von Trotta, die auch das Drehbuch schrieb, landete mit
ihrer Interpretation der mittelalterlichen Mystikerin mit hierzulande
540.000 Kinobesuchern einen Leinw

Neue OZ: Kommentar zu Kulturpolitik

Falscher Blickwinkel

Auch das noch: Gerade hat das Sachbuch zum "Kulturinfarkt" die
Hälfte der geförderten Museen, Theater und Archive für verzichtbar
erklärt. Und nun sollte sogar das Goethe-Institut seine
Förderwürdigkeit juristisch unter Beweis stellen. Immerhin: Das
Berliner Verwaltungsgericht hat die Klage zurückgewiesen und die
Zweifel am Goethe-Institut damit zur Fußnote in der Hausgeschichte
gemacht. Fazit: Die Förderung d