Die Jury rief, und tatsächlich: ein paar kamen.
Sechs Sprachkritiker haben aus 2224 Vorschlägen die 269 Mal genannten
»Döner-Morde« zum Unwort des Jahres gewählt. 2224 Einsender. So viele
wie nie zuvor. Wenn man jetzt ernstlich böse werden wollte, müsste
man die Rechnung aufmachen, dass sich in diesem Land überhaupt nur
0,003 Prozent der Bürger für sprachliche Fragen interessieren, aber
man will ja nicht ernstlich böse werden. Vie
Worte sind Waffen. Vielleicht sogar die
gefährlichsten. Das beweist die Jury, die das Unwort des Jahres 2011
gewählt hat, eindrucksvoll. Der Begriff "Döner-Morde" sei eine
"sachlich unangemessene, folkloristisch-stereotype Etikettierung" für
eine Mordserie und diskriminiere die Opfer in höchstem Maße. Mehr
noch, der Begriff, der wohl mal wieder auf dem Boulevard geboren
wurde, beschreibt nicht nur die falsche und laxe kriminalistische
Takt
Sprache bestimmt das Denken, und aus dem Denken entstehen Taten.
Deshalb hat die Jury für das Unwort des Jahres auch eine gute
Entscheidung getroffen. Der Begriff "Döner-Morde" verschleiert
Geringschätzung und setzt die Würde von Menschen herab. In ihrer
Begründung erlaubt sich die Sprachjury aber ihrerseits eine
Vorverurteilung, die ihr nicht zusteht. Die Jury rügt, dass der
Begriff "Döner-Morde" von Polizei
Stellen wir uns einmal für einen Moment vor, in
der Türkei wären über mehrere Jahre hinweg deutschstämmige
Ladenbesitzer ermordet worden. Stellen wir uns weiterhin vor, diese
Taten wären in der Türkei als "Bratwurst-Morde" betitelt worden. Die
Empörung bei uns – gerade auch der Boulevard-Medien – dürfte groß
gewesen sein. Umso verräterischer ist es, dass hierzulande kaum
jemand zögerte, die bis Ende vergangenen Jahres u
Reden wir nicht drumherum: Auch wir haben das Unwort
des Jahres gedruckt, als noch nicht klar war, was sich dahinter
verbirgt. Wenn man nur kurz genug drüber nachdachte, schien es, als
sei die Dönerbude das, was diese Mordserie besonders machte, von
anderen unterschied. Anders als ein Kiosk, ein Blumenhandel oder ein
Internet-Café, die ebenfalls Schauplätze der Neonazi-Morde waren,
schien sie bildlich für Kleinunternehmer mit türkischen Wurzeln zu
stehen. Un
Wir entwickeln ein Setcard-System für bei Xango Cult unter Vertrag stehenden Künstler Kai Magnus Sting, Frank Goosen, Jochen Malmsheimer, August Zirner und das Spardosen-Terzett.
Das Unglück des Kreuzfahrtschiffs "Costa
Concordia" vor der toskanischen Küste soll keine Folgen für die
ZDF-Serie "Das Traumschiff" haben. "Unterhaltung ist etwas anderes
als die Realität", sagte der Erfinder und Produzent der Serie,
Wolfgang Rademann, der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post"
(Dienstagausgabe). Er selbst habe noch nie auf einem Schiff ein
mulmiges Gefühl gehabt, wohl aber "beim Fahren mit