Er entging nur knapp einem Mordanschlag, bekam durch seine schiefe
Nase kaum Luft und litt unter Arthrose: Ist das die Beschreibung
eines armen Teufels? Im Gegenteil: So liest sich das einseitige, aber
zutreffende Kurzporträt Lorenzo de Medicis, der den Beinamen "Der
Prächtige" trug. Sein Beispiel lehrt, wie elend das Leben der
Mächtigen sein kann, und dass in der historischen Rückschau Geld und
Prestige nichts, Kunst und Wissens
Drei Stunden deutsche Zeitgeschichte auf der Leinwand, das liefert
Oskar Roehler in der Verfilmung seines autobiografischen Romans
"Herkunft". Darf man da von einem Heimatfilm sprechen? Warum nicht?
In den 50ern stand der Terminus für geschichtsvergessenes
Entlastungskino. In den 60ern wurde er deshalb erst verachtet, dann
neu erfunden: Der Neue Deutsche Film erzählte im besten Sinne von der
"Heimat". Edgar Reitz hat das Wort 1985 soga
Die gute Nachricht: Die Sauerländer schätzen ihre
Heimat und genießen die gute Nachbarschaft. Für sie kann es keinen
schöneren Ort zum Leben geben. Das ist eine Erkenntnis der Studie von
Sauerland Initiativ und der Fachhochschule Südwestfalen. Bei aller
Kritik an der schwächelnden medizinischen Versorgung, den Lücken im
öffentlichen Personennahverkehr und der Unzufriedenheit über lokale
Politiker: Wir sind Sauerland – Gott sei Dank! Dieses
Dass Tanzen zur Revolution dazu gehört, befand die
Anarchistin Emma Goldman schon vor einem Jahrhundert. Über die
Behauptung, dass eine Milliarde tanzender Frauen eine Revolution
sind, lässt sich allerdings streiten.
Klar, bei »One Billion Rising« handelt sich um eine symbolische
Aktion. Doch in Anbetracht des konkreten Anlasses – die massenhafte
Gewalt gegen Frauen in aller Welt – könnte man ins Grübeln kommen, ob
nicht ein bisschen zu viel getanzt
Als Frontmann der Stimmungsband "De Randfichten" aus dem
Erzgebirge sorgt Thomas "Rups" Unger (Breitenbrunn) seit Jahren für
gute Laune. Ausverkaufte Säle, jubelnde Fans, Zugaben. Es könnte kaum
besser laufen. 2004 landen die Randfichten mit dem Lied "Der
Holzmichel" einen Hit, der 56 Wochen lang in den Charts gespielt
wird. Es folgen zahlreiche Auszeichnungen. Was kaum einer weiß, der
erfolgsverwöhnte Frontsänger Thomas Unger
Aus Sicht der Betroffenen ist das Ende der institutionellen
Förderung bitter. Zehn Jahre lang hat das Theater N.N. in Eimsbüttel
auch literarisch ambitionierte Programme geliefert. Nun droht die
Schließung, weil 30 000 Euro entfallen. Was sind 30 000 Euro
angesichts eines Molochs wie der Elbphilharmonie, die allein durch
Fehlplanung Unsummen ganz anderer Größenordnung verschlingt? Solche
finanziellen Entgleisungen sehen freie Kultur
Auch wenn es in diesen Tagen die religiöse Tradition
ist, die uns den Verzicht nahe legt: Das Fasten ist für viele
Menschen zum Wellness-Artikel geworden. Inklusive innerer Einkehr –
nach welcher theologischen Ausrichtung auch immer. Selbst die
katholische Kirche freut sich, wenn Menschen zumindest für eine kurze
Zeit innehalten. Die 40-tägige Fastenzeit sei eine "Zeit der
Entschleunigung", sagt der Vorsitzende der Deutschen
Bischofskonferenz Erzbischof Robert
Reinigendes Gewitter an der Moritzburg: Der neue
Direktor der Stiftung Moritzburg in Halle, Michael Freitag, übte zum
Neujahrsempfang scharfe Kritik an der Arbeit des Kunstmuseums,
berichtet die in Halle erscheinende "Mitteldeutsche Zeitung"
(Dienstagausgabe). Michael Freitag, der im Januar auf die
zurückgetretene Direktorin Katja Schneider folgte, sprach am
Sonnabend mit Blick auf die Arbeit des Museums im vergangenen Jahr
von einem "verzweifelten Aktionismus&quo
Wirklich überraschend ist sie nicht, die Auswahl für das Berliner
Theatertreffen. Relativ altgediente Regiegiganten wie Bel, Perceval,
Nübling, Thalheimer, Simons, Henkel sind dabei. Baumgarten, Fritsch
und Mitchell haben sich später zu ihnen gesellt. Möglicherweise
gelingt eben ihnen an den größten Bühnen des deutschsprachigen Raums
immer wieder so viel Qualität, dass sie sich gegen die Konkurrenz
durchsetzen könne