WAZ: Enge Grenzen für den Online-Arzt – Kommentar von Daniel Freudenreich

Mal ehrlich: Es gibt Krankheiten, die sind den
Betroffenen höchst peinlich. Womöglich ist die Scham so groß, dass
man sich gar nicht oder zu spät behandeln lässt. Gemessen daran ist
es sicherlich sinnvoller, einen Online-Arzt aufzusuchen. Hier muss
die Patientensicherheit nicht automatisch auf der Strecke bleiben.
Aber die Gefahr besteht. Denn dem Arzt sind bei der Online-Diagnose
Grenzen gesetzt. Er kann den Patienten schriftlich befragen oder mit
ihm per Kamera

WAZ: Quotendruck für Sender muss weg – Kommentar von Frank Preuß

Vor dem Altar der Quote geht das
öffentlich-rechtliche Fernsehen schon lange in die Knie. Das ist so
traurig wie falsch. Beim WDR war offensichtlich eine Zeit lang sogar
das Honorar für eine Talkshow daran gekoppelt. Das ist skandalös.
Wenn Peter Frey, der Chefredakteur des ZDF, sich nun vorsichtig aus
der Deckung wagt und zumindest für die abendlichen Plauderrunden mehr
Mut zum Risiko einfordert, selbst wenn es ein paar Zuschauer kosten
sollte, ist das ein kleines, erm

Neue OZ: Kommentar zu Musik / China / Kraftwerk

Die wirre Logik der Zensoren

Verkehrte Welt im Repressionsapparat: Die Maschinen-Menschen von
Kraftwerk dürfen in China nicht auftreten. Der Sex-Pistols-Wüstling
Johnny Rotten dagegen ist erwünscht. Ausgerechnet der? Wenn man die
Ästhetik des Punkrockers und Dschungelcampers auf einen Nenner
bringen kann, dann doch wohl auf einen Individualismus, der zwanghaft
selbst die engsten Freunde verprellt. Interessant, dass China so was
neuerdings gut findet.

Aus der Fern

WAZ: Sendung „Yesterday“ bei WDR 2 ist ein Auslaufmodell.

Die Sendung "Yesterday" bei WDR 2 ist ein
Auslaufmodell. Nach dem Abschied von Moderator Roger Handt wird der
Westdeutsche Rundfunk den Sendeplatz am Samstagabend mit einem neuen
Format füllen. Das erklärte der WDR am Freitag auf Anfrage der
WAZ-Mediengruppe (Samstagausgabe). Handt hatte vor einigen Wochen
bekannt gegeben, dass er am Ostersamstag (ab 19.05 Uhr) zum letzten
Mal "Yesterday" moderieren wird. "Danach wird es einen sanften
Übergang bis z

Neue OZ: Kommentar zu Berliner Philharmoniker / Festspiele

In der Stratosphäre der Kultur

Die Berliner Philharmoniker werden ihr Angebot in Baden-Baden
nicht nur ausweiten wollen – sie werden es auch müssen. Denn nach dem
kaum für möglich gehaltenen Bruch mit den Salzburger Osterfestspielen
muss das Spitzenorchester das Festival am neuen Ort als
Premiumprodukt neu etablieren. Ein solches Projekt ist kein
Selbstläufer. Denn jetzt konkurrieren die Berliner mit der Dresdner
Staatskapelle als neuem Salzburger Hausorchester u

Schwäbische Zeitung: Ein echtes Skandalstück – Kommentar

Das darf ja wohl nicht wahr sein: das
Staatsschauspiel Stuttgart kann in dieser Spielzeit nicht in sein
Haus zurückkehren. Das ist eine Zumutung – für die Zuschauer, für das
Ensemble, vor allem aber für Hasko Weber. Dem scheidenden Intendanten
hat es seine letzte Saison am Nesenbach total kaputt gemacht.
Stuttgart, eine einzige Baustelle – der Bahnhof derangiert, der
Fernsehturm geschlossen, das Theater lahmgelegt. Wie ist das möglich?
Schlecht geplant, schlecht gema

Westfalen-Blatt: das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Grimme-Preise:

Da hat die Grimme-Preis-Jury gerade noch
rechtzeitig die Kurve gekriegt. Ein »Fernseh-Oscar« für die RTL-Show
»Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!« hätte das Ansehen des
Instituts beschädigt und den renommierten Preis selbst entwertet.
Wenn C-Promis sich ins Kakerlaken-Bett legen müssen und der
Lächerlichkeit preisgegeben werden, hat das allenfalls Abscheu
verdient. Daran ändern auch die bisweilen witzigen Bemerkungen der
Präs

Stuttgarter Nachrichten: Schließung des Fernsehturms

Die Schließung kommt scheinbar wie ein Blitz aus
heiterem Himmel. Tatsächlich aber hatte unsere Zeitung schon 1998
äußerst eindringlich darüber berichtet, dass Brandschutzexperten vor
einer Katastrophe warnten. Es gebe keinen rettenden Fluchtweg ins
Freie, sollte es zu einem gravierenden Brand kommen, hieß es schon
damals. "Die Besucher drehen dann durch. Die springen glatt runter",
meinte ein langjähriger Bediensteter im Turm. Rund 14 Jahre s

BERLINER MORGENPOST: Wahren und wehren Diana Zinklerüber den Abriss von Mauerteilen an der East Side Gallery und die Politik des Senats

Das deutsche Wort "wahren" bedeutet so viel wie
beachten und behüten. Ändert man den Vokal in ein "e", so ergibt sich
das Verb "wehren". Wendet man nun beide Begriffe – wahren und wehren
– auf den Streit an der East Side Gallery an, so kann es nur eine
Aussage geben. Man kann nicht wahren, ohne sich auch zu wehren. Um
ein geflügeltes Wort zu bedienen: Wehre den Anfängen. Dann klappt–s
auch mit dem Bewahren. Genau dies ist im Fall der East S

Westfalenpost: Gesetzliche Feiertage für Muslime

Wer als Katholik im Land Bremen an der
Fronleichnamsprozession teilnehmen will, muss Urlaub nehmen.
Fronleichnam ist in Bremen nur ein kirchlicher Feiertag, kein
gesetzlicher – so wie Mariä Himmelfahrt in NRW, anders als in Bayern,
kein gesetzlicher Feiertag ist. Diese Unterscheidung zwischen
gesetzlich und kirchlich dürfte die Luft aus der Debatte um die
Einführung von Feiertagen für Muslime nehmen.Denn es
spricht ja wenig dagegen, hohe Feste der großen nicht-ch