Sonntagsfrage: CDU bei Sonntagsfrage weiter vorne / AfD erstmals vor SPD / Ministerpräsident Gordon Schnieder etwas bekannter und populärer / Bildung bleibt wichtigstes landespolitische Thema
Umfrage des Politikmagazins „Zur Sache Rheinland-Pfalz!“ am Donnerstag, 20. August 2026, um 20:15 Uhr im Fernsehprogramm des SWR
Knapp 100 Tage nach Bildung der schwarz-roten Landesregierung bleibt die CDU bei der Sonntagsfrage stärkste Kraft, würde aber mit aktuell 28 Prozent nicht ganz an ihr Ergebnis bei der Landtagswahl im März heranreichen (31,0 Prozent). Mit den zweitmeisten Stimmen könnte die AfD rechnen, die mit 24 Prozent besser als beim Wahlgang im März abschneiden würde (19,5 Prozent) und erstmals vor der SPD läge, die mit 19 Prozent ihr Wahlergebnis deutlich verfehlen würde (25,9 Prozent). Für die AfD ist dies der höchste für sie gemessene Wert im Rheinland-Pfalz-Trend, während es für die SPD ihr niedrigster Wert ist. Die Grünen kämen auf 11 Prozent und würden stärker als bei der Landtagswahl abschneiden (7,9 Prozent). Die Linke erhielte 5 Prozent, die Freien Wähler und die FDP je 3 Prozent. Linke, Freie Wähler und FDP hatten bei der Landtagswahl im März den Einzug ins Parlament nicht geschafft.
Schwarz-rote Landesregierung wird eher skeptisch gesehen
Rund drei Monate nach Bildung der Koalition aus CDU und SPD ist ein Drittel der Befragten zufrieden mit der Arbeit der neuen Landesregierung. Etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) sieht das anders und ist unzufrieden. Während etwa zwei Drittel der CDU-Anhänger (67 Prozent) die Landesregierung positiv sehen, fällt das Urteil der SPD-Anhänger verhaltener aus. 45 Prozent sind zufrieden, genauso viele nicht. Ähnlich ausgewogen ist die Meinung der Grünen-Anhänger (42 zu 43 Prozent), während sich mehr als vier Fünftel (81 Prozent) der AfD-Anhänger unzufrieden äußern. 30 Prozent der Befragten bescheinigen der neuen Landesregierung, seit der Regierungsübernahme erste Schritte für eine andere Politik eingeschlagen zu haben. 55 Prozent erkennen diese nicht. Fast die Hälfte (49 Prozent) zweifelt auch daran, dass die schwarz-rote Landesregierung klare Konzepte zur Entwicklung des Bundeslands für die kommenden fünf Jahre hat. 38 Prozent stimmen eher zu, dass die neue Landesregierung klare Vorstellungen davon hat, wohin sie Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren entwickeln will.
Wichtigstes Thema bleibt die Bildungspolitik
Zentrale Aufgabe aus Sicht der Befragten ist weiterhin die Bildungspolitik: 27 Prozent meinen, dass dies das wichtigste landespolitische Thema ist (minus 2 Prozentpunkte im Vergleich zur Januar-Umfrage). Für jeweils 18 Prozent sind die Themen Mobilität und Verkehr (unverändert) sowie Fragen der Zuwanderung (minus 4 Prozentpunkte) am relevantesten. Vor dem Hintergrund der Hitzewellen und der Trockenheit der vergangenen Wochen hat für viele Menschen der Umweltschutz und der Klimawandel an Bedeutung gewonnen. 17 Prozent (plus 13 Prozentpunkte gegenüber Januar) gaben dieses Thema als zentral an.
Wirtschaftliche Stimmung trübt sich weiter ein
Die wirtschaftliche Stimmung hat sich seit der Landtagswahl eingetrübt. 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger geben an, für sie sei die wirtschaftliche Lage in Rheinland-Pfalz weniger gut oder schlecht (plus 9 Prozentpunkte). 26 Prozent (minus 8) dagegen sagen, sie sähen die Situation positiv.
Vertrauen in die Lösungskompetenz vor allem bei SPD nimmt ab
Die Bürgerinnen und Bürger haben seit der Landtagswahl Vertrauen verloren, dass CDU und SPD die wichtigsten Probleme im Land bewältigen können. Ein Viertel der Befragten traut der CDU zu, die wichtigsten Aufgaben im Land lösen zu können. Das sind 4 Prozentpunkte weniger als im März. Gegenüber der SPD bricht das Vertrauen ein: 10 Prozent der Befragten sehen bei ihr eine Lösungskompetenz, im März waren es 24 Prozent. AfD (18 Prozent) und Grüne (8 Prozent) können dagegen jeweils 2 Prozentpunkte zulegen. 28 Prozent der Befragten sagen, sie trauten keiner Partei zu, die wichtigsten Aufgaben in Rheinland-Pfalz zu lösen: ein Plus von 16 Prozentpunkten.
Die Daten basieren auf einer repräsentativen Telefon- und Online-Befragung des Wahlforschungsinstituts „Infratest dimap“ unter 1.158 wahlberechtigten Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzern (Erhebungszeit: 13. bis 18. August 2026). Die ausführlichen Ergebnisse sendet das Politikmagazin „Zur Sache Rheinland-Pfalz“ am Donnerstag, 20. August 2026, ab 20:15 Uhr im Fernsehprogramm des SWR.
Zitate bitte nur mit Quellenangabe „SWR Politikmagazin Zur Sache Rheinland-Pfalz“.
Rückfragen bitte an: Dr. Ina-Gabriele Barich, Tel. 06131/929-33227 oder Sabine Rappen, Tel. 06131/929-33428, Redaktion „Zur Sache Rheinland-Pfalz“.
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