Ein bisschen schizophren wirkt es
angesichts des angekündigten Aufschwungs des E-Books schon, dass
diese Buchmesse Autoren herausgehoben hat, die gerade gegen die
Verherrlichung blinder Fortschritts- und Technikgläubigkeit und gegen
eine geistige Verflachung anschreiben. Autoren, wie Jan Brandt, der
für den Buchpreis nominiert war, und Eugen Ruge, der ihn zurecht
bekommen hat. Beide beschreiben den gesellschaftlichen Selbstbetrug.
Offenbar ist es Zeit, sich mit diesem Thema
Die Bremer Kunsthalle ist wieder da, und wie. Nach zwei Jahren
Bauzeit macht das erweiterte Haus da weiter, wo es angelangt war: in
der ersten Kategorie von Museen, die anspruchsvolle Programme mit
Publikumserfolg verbinden. Für die Munch-Ausstellung rechnet das
Museum mit 150 000 Besuchern. Vor dem Hintergrund früherer Erfolge
eine vorsichtige Schätzung.
Nun geht es bei Ausstellungen nicht um die Jagd nach dem
Besucherrekord. Allerd
ugend musiziert ist älter, fundierter, mit
ausgereifterem Konzept und – gerechter. Während sich Jugendliche in
Castingshows gegenseitig die Breitseite geben und im Gerangel um den
Spitzenplatz (vor der Kamera) schon einmal die Ellenbogen ausfahren,
während Juroren manchmal schlagzeilenversessen die guten Sitten
vergessen, indem sie vermeintlich zu selbstbewusste Kandidaten
zurechtstutzen, geht es beim fast 50 Jahre alten Wettbewerb "Jugend
musiziert" nicht um den
Einen Sensationspreis erreichte das Paar
Porzellanvasen in der Dorotheum-Auktion am 13. Oktober 2011. 455.800
Euro bot ein deutscher Telefoninteressent für die beiden historisch
hoch bedeutsamen Vasen mit Veduten des Schweizerhauses und des
Gewächshauses im Park von Schloss Malmaison bei Paris. Das Vasenpaar
galt bisher als verschollen. Es war ein persönliches Geschenk von
Königin Luise von Preußen an die Gattin des französischen Konsuls,
Joséphine Bonaparte
Die Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir
haben den Freispruch für den Kölner Autor Dogan Akhanli begrüßt. "Wir
freuen uns für Dogan Akhanli und über diesen Sieg der Gerechtigkeit",
sagte Roth dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Don-nerstag-Ausgabe). "Dieser
Prozess war offenkundig von Anfang an politisch motiviert. Spät, sehr
spät, hat er endlich ein faires Ende gefunden. Das sollte nun auch
die Staats-anwalt
Immer wieder mal ist von der Bedrohung des Deutschen die Rede, ob
es dabei nun um die Anglizismen in der Werbung geht, um das
Amerikanisch der Pop-Musik oder den Bedeutungsverlust, den das
Deutsche als einstmals führende Wissenschaftssprache erlitten hat.
Die Nachricht vom drohenden Exitus Tausender Sprachen relativiert
diese Sorge gewaltig: Wirklich bedroht sind Minderheiten-Sprachen,
die von der Globalisierung ins Abseits gedrängt werden, ein
dramatische
Das von der Stadt Dessau-Roßlau als Bauhaus-Museum
geplante Besucher- und Ausstellungszentrum wird nicht gebaut,
berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung
(Donnerstagausgabe). "Fakt ist, dass das Besucherzentrum mit
Landesmitteln nicht realisiert werden kann", teilte der Sprecher des
Kultusministeriums mit. "Die Stiftung Bauhaus ist beauftragt, ein
neues Konzept zu erarbeiten. Dabei ist denkbar, das Besucherzentrum
ins Bauhaus selbst zu integrieren. G
Mit jedem Jahr, das ins Land geht, wird der Name der
Frankfurter Buchmesse immer falscher. Und das liegt nicht am
Tingeltangel um Entertainer, Boxer und Models – der gehört beim
Oktoberfest der Buchwelt schon seit Jahrzehnten zur ortsüblichen
Folklore. Nein, die Messe in Frankfurt dreht sich immer weniger ums
Buch, es geht immer mehr ums Lesen.
Lesen macht einsam, wir sind ganz bei uns, wenn wir lesen, und
zugleich in der Welt. Das macht den Zauber aus, morgens am
Frühst
Der Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels,
Gottfried Honnefelder, sorgt sich. Sechzig Prozent aller E-Books
würden illegal heruntergeladen, sagt er; dadurch droht der Branche
ein immenser Einnahmeverlust durch Internet-Piraterie. Berechtigte
Ängste? Während Honnefelder seine Sorgen formuliert, zelebrieren die
Isländer in aller Ruhe das gedruckte Buch. Selten ist die Lust am
Lesen und der kulturelle Wert des Buches so emotional,
Andreas Steinhöfel hat einen Brief erhalten.
Eine Lehrerin schreibt ihm, er möge elf Dinge in seinem Kinderbuch
»Paul Vier und die Schröders« ändern, sonst tauge es nicht zur
Lektüre im Deutschunterricht. Steinhöfel hat das Ansinnen
zurückgewiesen. Gut so: Das elende Zeitalter, in dem Pädagogen über
Gut und Schlecht im Kinderbuch befanden, muss ein Ende haben. Die
Buchmesse in Frankfurt ist ein Schritt in die richtige Richtung:
Phan