Die Deutschen sind unter die Kreuzfahrer
gegangen: Mehr als 1,6 Millionen Menschen buchten im vergangenen Jahr
eine Urlaubsfahrt auf einem Schiff. Die Branche freut–s, zwei
Milliarden Euro setzten die deutschen Kreuzfahrt-Anbieter 2011 um.
Doch jetzt steht die Branche Kopf: In England geben internationale
Vertreter eifrig Pressekonferenzen zur Sicherheit auf Schiffen, und
bei der CMT in Stuttgart lassen die Anbieter ihre Infostände
vorsichtshalber unbesetzt. Wer nicht da ist, muss au
"ttt" kommt am Sonntag, 22. Januar, um 23.05 Uhr
vom Mitteldeutschen Rundfunk und hat folgende Themen:
"Mein Kampf" am Kiosk – ein britischer Verleger will Auszüge aus
Hitlers Hetzschrift veröffentlichen / Es sollte nicht nur das Buch
der Bücher sein, es sollte auch genau so aussehen: Adolf Hitlers
"Mein Kampf", Untertitel "Eine Abrechnung", wurde ab 1936 im Format
der Bibel jungen Brautpaaren in Standesämtern überreicht.
Herrscher früherer Zeiten gefielen sich darin, die Welt nach ihren
Vorstellungen zu gestalten. Wuchtige Residenzen künden davon, ebenso
wie imposante Denkmäler, mit denen sie zentrale Plätze schmückten. So
feierten sie ihre Macht und Stärke. Das war das Recht der Starken.
Heute setzen Bauwerke und Denkmäler im Idealfall Zeichen:
Zukunftsvisionen manifestieren sich darin ebenso wie
Geschichtsbewusstsein. Und Letzteres förde
Kreso Vidas und seine Frau Iva haben sich beim Segeln
kennen und lieben gelernt. Gemeinsam träumten der Schiffsingenieur
und die Psychologin davon, ein paar Jahre auf einem alten
Holzsegelboot zu leben.
In Dänemark fanden die jungen Kroaten schließlich ihre "Bente
Dorte", einen rund 100 Jahre alten ausrangierten Fischtrawler. Kreso
und Iva haben ihn in jahrelanger mühevoller Arbeit restauriert.
Anschließend segelten sie drei Jahre lang durchs Mittelm
Das Drama vor der Insel Giglio hat die Albträume
jedes Kreuzfahrttouristen wahr werden lassen. Wer jemals vor der
gigantischen Wand einer dieser schwimmenden Ferienfarmen stand, hat
über das Zusammenspiel von Wind und Physik nachgedacht: Können die
Dinger wirklich nicht umkippen? Wer von Deck an die Küste blickte,
fragte sich bang, ob wirklich immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel
ist und der Kommandant auf der Brücke integrer als ein
Bundespräsident. Wer sc
Kann man sich einen schönen Abend mit einem Katastrophenfilm
machen? Angesichts des realen Schiffsunglücks in Italien würde
derzeit wohl kaum einer "Titanic" für die gemütliche DVD-Runde
vorschlagen. Und doch spielen Kunst und Kultur eine ganz enorme Rolle
bei der Bewältigung von Traumata.
Dabei erleichtert gerade der Unterschied zwischen Wirklichkeit und
Fiktion den Blick auf die eigenen Verletzungen. Die Bomben von
Hiroshi
Die Wahl des Unworts 2011 lässt sich treffend mit dem Unwort des
Jahres 2010 charakterisieren: "Döner-Morde" war "alternativlos".
Einen schlimmeren verbalen Fehlgriff hat es in den letzten Jahren
nicht gegeben, wobei das den meisten erst kürzlich dämmerte.
Gerade diese späte Einsicht zeigt das kollektive Versagen von
Ermittlungsbehörden und Medien, dokumentiert einen fatalen
Ermittlungsansatz und eine haarstr&aum
Die Jury rief, und tatsächlich: ein paar kamen.
Sechs Sprachkritiker haben aus 2224 Vorschlägen die 269 Mal genannten
»Döner-Morde« zum Unwort des Jahres gewählt. 2224 Einsender. So viele
wie nie zuvor. Wenn man jetzt ernstlich böse werden wollte, müsste
man die Rechnung aufmachen, dass sich in diesem Land überhaupt nur
0,003 Prozent der Bürger für sprachliche Fragen interessieren, aber
man will ja nicht ernstlich böse werden. Vie
Worte sind Waffen. Vielleicht sogar die
gefährlichsten. Das beweist die Jury, die das Unwort des Jahres 2011
gewählt hat, eindrucksvoll. Der Begriff "Döner-Morde" sei eine
"sachlich unangemessene, folkloristisch-stereotype Etikettierung" für
eine Mordserie und diskriminiere die Opfer in höchstem Maße. Mehr
noch, der Begriff, der wohl mal wieder auf dem Boulevard geboren
wurde, beschreibt nicht nur die falsche und laxe kriminalistische
Takt
Sprache bestimmt das Denken, und aus dem Denken entstehen Taten.
Deshalb hat die Jury für das Unwort des Jahres auch eine gute
Entscheidung getroffen. Der Begriff "Döner-Morde" verschleiert
Geringschätzung und setzt die Würde von Menschen herab. In ihrer
Begründung erlaubt sich die Sprachjury aber ihrerseits eine
Vorverurteilung, die ihr nicht zusteht. Die Jury rügt, dass der
Begriff "Döner-Morde" von Polizei