Neue OZ: Kommentar zu Literatur / Buchmesse / Buchpreis

Formliebhaber und Story-Fresser

Jahr um Jahr üben sich die Verlage im Spagat: Ihre Einreichungen
zum Buchpreis sollen gleich zwei Stärken beweisen, den hohen Anspruch
und die Publikumstauglichkeit ihrer Autoren. In der Mehrzahl hat das
bislang Familiengeschichten in historischen Kontexten begünstigt.
Auch diesmal sind die exzentrischsten Positionen außen vor geblieben:
Clemens Setz– Demontage des Mystery-Genres ("Indigo") hat sich so
wenig durchgesetzt wie

Allgemeine Zeitung Mainz: Wohlfühl-Oasen / Kommentar zur Buchmesse

Klagen gehört zum Geschäft – auch im Buchhandel,
auch in den Buchverlagen. Das jüngste resignative Stöhnen galt der
"Harry Potter"-Erfinderin Joanne K. Rowling und ihrem ersten
Erwachsenen-Roman "Ein plötzlicher Todesfall": Am Erstverkaufstag
keine Warteschlangen vor den Buchkaufhäusern, nirgends ein Sturm auf
die Rowling-Sondertische! Wenn es noch eines weiteren Beweises für
den Niedergang der Bücherkultur bedurft hätte, hie

Märkische Oderzeitung: Märkische Oderzeitung (Frankfurt/Oder) zum Fall Heinze

Die einst mächtige NDR-Fernsehspielchefin
ist tief gefallen. Und mit ihr das öffentlich-rechtliche Fernsehen,
das, so das Gericht, einer staatlichen Behörde vergleichbar sei. Auch
wenn der NDR nicht auf der Anklagebank saß, so sollen deren
verantwortliche Etagen keineswegs glauben, ihre Hände in Unschuld
waschen zu können. Denn Heinzes Drehbuch-Affäre ist beileibe kein
Einzelfall. Auch der millionenschwere Betrugsskandal beim Kinderkanal
harrt noch der re

Märkische Oderzeitung: Märkische Oderzeitung (Frankfurt/Oder) zur Buchmesse

Eine große Verunsicherung durchzieht die
Branche, erfasst große wie kleine Verlage. Der deutsche Buchmarkt
schrumpft seit Monaten. Einige Analysten sprechen von einem
"Urknall". Das klingt ziemlich hysterisch und meint, dass sich die
Geschäftsfelder verschieben, dass Autoren das Internet nutzen, um
ihre Werke im Eigenverlag herauszubringen. Eine Lösung für den
deutschen Buchmarkt ist das nicht. So lange im Netz keine Systematik
existiert, gleicht es ei

taz: „DeutschlandRadio“ gewinnt Nonsens-Wettbewerb der „taz“

Berlin (ots) – Wer hätte das gedacht? Das seriöse
DeutschlandRadio beherrscht auch Nonsens. Mit einem Feature zum Thema
"Duden" hat die DeutschlandRadio-Autorin Annette Christine Hoch den
diesjährigen Unterbring-Wettbewerb der "taz"-Satireseite Die Wahrheit
gewonnen.

Zur Frankfurter Buchmesse veranstaltet die Wahrheit-Seite der
"taz" traditionell ihren Unterbring-Wettbewerb. Dabei muss ein
Nonsenssatz in einer Publikation untergebracht werden.

Neue OZ: Kommentar zu Jörg Kachelmann

Vorverurteilung ist fatal

Der Ex-ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann ist ein gebrochener
Mann. Durch die Vergewaltigungsvorwürfe seiner Ex-Freundin und die
durch den Prozess zutage gekommenen Verhältnisse zu verschiedenen
Frauen ist sein Image massiv beschädigt, seine Karriere ruiniert
worden. Auch sein Freispruch vor anderthalb Jahren hat daran nichts
geändert.

Es ist also verständlich, dass Kachelmann nun mit einer, wie er
sagt, "männerveru

Neue OZ: Kommentar zu „Wetten, dass …?“

Gottschalks Niederlage

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Thomas Gottschalk bei der
Beurteilung der Fernsehlandschaft von heute mächtig verhoben hat.
"Ich gebe zu, dass der Knochen, den ich hinterlasse, schon ziemlich
abgenagt ist", vermutete der langjährige "Wetten, dass .
.?"-Moderator Ende vergangenen Jahres – und lag damit ebenso falsch
wie mit seiner Entscheidung fürs Vorabendprogramm der ARD.

Mittlerweile ist Gottschalk bei RTL gelandet un

Neue OZ: Kommentar zu James Bond/Requisiten

Relikte eines Heldenlebens

Lebe Deinen Traum! Ob sich der anonyme Telefonbieter genau das
gesagt hat, als er das höchste Gebot für James Bonds Aston Martin
abgab? Mit dieser Selbstermutigung hätte der Bieter nachvollzogen,
was die Figur des James Bond seit 50 Jahren wenigstens auf der
Kinoleinwand verwirklicht. Denn Bond lebt den Traum, zumindest den
ganz irdischen Traum eines maskulinen Millionenpublikums. Bond
missachtet Routinen, er rettet die Welt, fährt die sch

Weser-Kurier:Über „Wetten, dass..?“ schreibt der „Weser-Kurier“ in seiner Ausgabe vom 8. Oktober 2012:

In seiner ZDF-Kochrunde und in seinen Talkshows
fällt Markus Lanz gelegentlich dadurch auf, dass er gern selbst
erzählt anstatt die Gäste erzählen zu lassen. Nicht so am Sonnabend.
Lanz war witzig, schlagfertig und frech, und spielte sich nicht so in
den Vordergrund, wie Thomas Gottschalk es gern tat. Und anders als
Gottschalk, der in seinen letzten Sendungen oft etwas fahrig und
neben der Spur wirkte, machte Markus Lanz den Eindruck, als sei er
bei seinem ersten Auftri

Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum „Tag der einfachen Freuden“

Der erste Samstag im Oktober ist immer der
"Internationale Tag einfacher Freuden". Eine typisch amerikanische
Idee – je nun. Nicht alles, was aus den USA kommt, ist von vornherein
blöd und oberflächlich. Der Gedanke, sich ein Mal im Jahr nicht durch
Konsum zu definieren, ist großartig. Wie schnell verflüchtigt sich
die Freude über die neue Flachbildwand mit 127 cm Diagonale. Aber wie
lange währt sie über eine Geste, ein Lächeln, eine Kleinigk