Geschichte von unten: Dieses Stichwort markiert seit Jahren einen
Trend in der Erinnerungsarbeit. Erich Loest hat als Schriftsteller
genau das betrieben: Geschichte von unten. Er hat sich lieber an
kleine Leute als an große Männer gehalten. Geschichte nahm er damit
anders in den Blick, nicht als hohe Politik, sondern als Schicksal,
das Menschen erleiden. Sein Romanwerk zeigt, dass es das große Ziel
der Geschichte nicht gibt. Leider.
Es gibt nicht viele, die zurzeit im deutschen Film mehr Erfolg
haben und die Besucher in größeren Scharen in die Kinos locken als
Matthias Schweighöfer. Da verwundert es auf den ersten Blick, dass
ausgerechnet ihm mit üppigen Fördermitteln unter die Arme gegriffen
wird.
Auf den zweiten Blick aber macht diese Maßnahme durchaus Sinn,
schließlich haben auch das Land Hessen und die Stadt Frankfurt ein
vitales Interesse daran, Kuliss
So tragisch das klingt: Die Bücherwelt braucht
Suhrkamp nicht. Heute kämen Leser wie Autoren auch ohne die ehemals
profilbildende regenbogenfarbene Reihe klar, anders als in den 70er
und 80er Jahren. Die Zeit, in der die deutschsprachige Intelligenz um
jeden Preis versuchte, bei Suhrkamp unterzukommen, in der allein die
Aufnahme in dieses Verlagssortiment den Autor adelte, sind vorbei.
Die Ikone Suhrkamp als Hort deutscher Debattenkultur und Flaggschiff
der literarischen Oberhohe
Kein Daniel Kehlmann, kein Uwe Timm, dafür Reinhard Jirgl, dessen
jüngsten Roman längst nicht alle Kritiker gut fanden? Die Jury des
Deutschen Buchpreises weiß zu überraschen, so viel steht schon mal
fest. Liegt sie aber auch richtig mit ihrer Auswahl für die
Shortlist? Irgendwie schon. Statt die erwartbaren Namen in die engere
Auswahl zu nehmen, kommen Autorinnen und Autoren zum Zug, die bislang
eher von Kennern wahrgenommen wurden. D
Vor 75 Jahren wurde Liechtenstein Nachbar des
nationalsozialistischen Deutschland. Der Anschluss Österreichs am
12./13. März 1938 führte im In- und Ausland zu Unsicherheit über die
Zukunft des Fürstentums. Würde es ebenfalls angeschlossen oder blieb
es souverän? Die Ausstellung schildert diese schwierige Zeit.
Die grosse Mehrheit der liechtensteinischen Bevölkerung wollte
selbständig bleiben. In den Tagen und Wochen nach dem Anschluss
erfolg
Der Teletext Art Prize 2013 geht an die in Berlin
lebende Künstlerin Kathrin Günter. Sie wird für ihre Serie "Lindsay
Lohan–s Mug Shot Cabinet" ausgezeichnet. Die Arbeit zeigt
Fahndungsfotos der US-amerikanischen Künstlerin Lindsay Lohan, die
für den Teletext aufbereitet und verfremdet wurden.
Nach Meinung der Jury hat die Serie sowohl konzeptionell als auch
durch die innovative Umsetzung der Thematik in die
Teletext-Bildsprache und ihren aktuellen B
Digitaler Content versus wertvolles Buch: Die nächste Frankfurter
Buchmesse wird dokumentieren, wie mit dem Wachstum einer Branche auch
ein kulturelles Feld unter dem Expansionsdruck schier zu bersten
scheint. Denn die Frage nach Bildschirm oder Papier ordnet nicht nur
Märkte und Absatzwege. Zugleich geht es darum, wie wir Texte künftig
wahrnehmen und kulturelle Wertsetzungen unterscheiden werden.
Das Bonmot wird Walther Tröger zugeschrieben,
dem Altmeister deutscher Sportpolitik: "Auf hoher See und im IOC",
soll der einmal gesagt haben, "ist alles möglich." Die Wahl Tokios
zum Schauplatz der Spiele 2020, Fukushima zum Trotz, mag jüngster
Beleg sein; die Kür Thomas Bachs zum neunten Präsidenten des
olympischen Führungszirkels hingegen überraschte nicht wirklich: Seit
1991 schon ist der Tauberbischofsheimer im Internationalen
Oly
Er war die logische Wahl, er ist es geworden:
Thomas Bach ist gestern als klarer Sieger aus der Wahl zum
IOC-Präsidenten hervorgegangen. Der Wahlkampf war stressig, die Tage
in Buenos Aires waren es auch. Zeit zur Regeneration hat Bach nicht.
Denn die Probleme des IOC sind riesig. Da ist der immer noch
bestehende Hang zum Gigantismus, da sind die Probleme mit den
Winterspielen in Sotschi, die Wladimir Putin zur Selbstdarstellung
und Implementierung einer Ferienregion in Russland nutz
Bereits zum fünften Mal würdigt der Tractatus als
hochdotierter Preis des Philosophicum Lech herausragende
Publikationen auf dem facettenreichen Felde der philosophischen
Essayistik. 2013 erhält die renommierte Auszeichnung der Philosoph
Kurt Bayertz für sein viel beachtetes Werk "Der aufrechte Gang. Eine
Geschichte des anthropologischen Denkens". Mit dem ebenso
anspruchsvollen wie unterhaltsamen Buch gelingt es dem Autor, die
Bedeutung der aufrechten Haltung fü