Nutzer wollen mehr Informationsvielfalt im Feed / Neue Studie untersucht Wirkung journalistischer Informationsinhalte in Kurzvideo-Feeds

Nutzer wollen mehr Informationsvielfalt im Feed / Neue Studie untersucht Wirkung journalistischer Informationsinhalte in Kurzvideo-Feeds

Mehr Informationen im Feed mindern die Nutzungszufriedenheit nicht – im Gegenteil: Bereits ab einem Informationsanteil von zehn Prozent bewerteten die Teilnehmenden ihren Feed als informativer und thematisch vielfältiger. Das zeigt eine gemeinsame Studie der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und der Landesanstalt für Medien NRW.

Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der BLM und Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM): „Unsere Studie zeigt: Mehr verlässliche Information macht den Feed für die Nutzenden attraktiver. Sie wollen mehr Informationsvielfalt im Feed. Das ist eine gute Nachricht für die Meinungsbildung in unserer demokratischen Gesellschaft – und nimmt gleichzeitig die Plattformen in die Pflicht. Wer den Feed bestimmt, trägt Verantwortung für Vielfalt.“

Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW: „Die entscheidende Frage ist nicht, welche Informationen verfügbar sind. Entscheidend ist, welche Informationen Menschen tatsächlich erreichen. Die gute Nachricht: Mehr journalistische Inhalte schrecken Nutzerinnen und Nutzer nicht ab. Das ist ein weiteres stabiles Argument dafür, sicherzustellen, dass Algorithmen großer Plattformen bei dem Bemühen, verlässliche Informationen sichtbar zu machen, nicht allein gelassen werden.“

Für die Studie „Wie wirkt sich eine Quote von Informationsinhalten auf die Nutzungszufriedenheit bei Kurzvideo-Feeds aus?“ führten Prof. Valerie Hase von der Universität Klagenfurt und Dr. Tobias Füchslin im Juli 2026 ein Experiment mit mehr als 1.100 Personen ab 16 Jahren durch. Voraussetzung war, dass die Teilnehmenden mindestens einmal pro Woche Kurzvideos nutzen.

Sie sahen einen nicht personalisierten Kurzvideo-Feed, dessen Anteil an Informationsinhalten zufällig bei null, zehn, 20 oder 30 Prozent lag. Als Informationsinhalte galten Videos journalistischer Nachrichtenangebote, die unter anderem Kriterien wie Aktualität, journalistische Sorgfalt und Unabhängigkeit erfüllen.

Das Ergebnis: Schon bei zehn Prozent Informationsanteil stiegen der wahrgenommene Informationsgehalt und die Themenvielfalt. Gleichzeitig sank die Zufriedenheit mit dem Feed auch bei höheren Anteilen nicht. Sollte die Einführung einer Quote zur Sicherung von Informationsinhalten im Feed als geeignetes Instrument der Länder zur Vielfaltssicherung im Digitale-Medien-Staatsvertrag angesehen werden, sprechen die Ergebnisse des Experiments für einen Anteil zwischen zehn und 20 Prozent.

Auch mit Blick auf die Frage, wie die untersuchten Inhalte in digitalen Angeboten besser sichtbar gemacht werden können, gibt die Studie Hinweise: Denkbar wäre etwa Transparenzkennzeichnung von Informationsinhalten, die Nutzenden hilft, Herkunft und Art eines Beitrags besser einzuordnen.

Damit liefert die Studie erstmals empirische Daten für die aktuelle Debatte darüber, wie Informationsvielfalt in algorithmisch kuratierten Angeboten gesichert werden kann.

Die vollständige Studie finden Sie hier (https://eur04.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.blm.de%2Ffiles%2Fpdf2%2Fstudie-zur-einfuehrung-einer-quote-zur-auffindbarkeit-von-informationsinhalten.pdf&data=05%7C02%7Cpetra.ragaller%40blm.de%7Cf425d28113c746a0f74908df22b9eca3%7C0721e27459314d3ebe1df446b67c99f1%7C0%7C0%7C639267854138193932%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=gIPvg%2B84y%2B2SEDTLHEc2iVmKR%2F9CR2X5gtRfDrpcMxQ%3D&reserved=0).

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Stefanie Reger
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