Medienunternehmen und -verbände wenden sich gegen amerikanische VISA-Pläne für Korrespondenten

Medienunternehmen und -verbände wenden sich gegen amerikanische VISA-Pläne für Korrespondenten

ARD, Deutschlandradio, ProSiebenSat.1, RTL Deutschland, Deutsche Welle, ZDF, BDZV und MVFP bitten Bundesregierung um diplomatische Unterstützung.

Die deutschen Medienunternehmen ARD, Deutschlandradio, ProSiebenSat.1, RTL Deutschland, Deutsche Welle und ZDF sowie die Verlegerverbände Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und Medienverband der freien Presse (MVFP) wenden sich erneut gegen die US-amerikanischen VISA-Pläne für Korrespondentinnen und Korrespondenten, die zum 15. September 2026 in Kraft treten sollen. Sie bitten Bundeskanzler Friedrich Merz sowie Außenminister Johann Wadephul um Unterstützung.

In einem gemeinsamen Schreiben appellieren sie an die Bundesregierung, „alle Ihnen zur Verfügung stehenden politischen und diplomatischen Mittel zu ergreifen, um die weitere ungehinderte, freie Berichterstattung aus den USA zu gewährleisten und einen bedenklichen Präzedenzfall für den Umgang demokratischer Staaten mit ausländischer Berichterstattung zu verhindern.“

Die neue Regelung wird die Dauer eines Journalistenvisums auf 240 Tage begrenzen. Verlängerungen um je weitere 240 Tage sind möglich, jedoch umständlich und mit unklaren Prozeduren verbunden. „Wir kennen ähnlich kurze Zeitspannen nur aus Staaten, die die Meinungsfreiheit begrenzen oder Berichterstattung erschweren wollen. Wir sind zutiefst besorgt, dass nun auch die Vereinigten Staaten diese Richtung einschlagen“, so die Unternehmenschefinnen und -chefs und Vorstandsvorsitzenden.

Florian Hager (ARD), Stefan Raue (Deutschlandradio), Marco Giordani (ProSiebenSat.1), Stephan Schmitter (RTL Deutschland), Barbara Massing (Deutsche Welle), Norbert Himmler (ZDF), Matthias Ditzen-Blanke (BDZV) und Lars Joachim Rose (MVFP) unterstreichen in ihrem Brief, dass eine freie „Meinungsbildung auf der Grundlage unvoreingenommener Informationen ein Eckpfeiler unserer Demokratien“ ist. Deshalb unterhalten die deutschen Sender ein Netzwerk von Büros in verschiedenen Teilen der Welt. Traditionell gehören die Büros in den USA, wie etwa Washington und New York zu den wichtigsten Vertretungen der Medienunternehmen.

Seit Bekanntwerden der Pläne im Herbst vergangenen Jahres, haben weltweit mehr als 100 führende Medienorganisationen und Verbände ihren Protest gegen die Kürzung der Visa-Laufzeiten erhoben.

Pressekontakt:

Anja Pasquay
Leiterin Kommunikation
Telefon: 030/726298-214
E-Mai pasquay@bdzv.de

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