KI pulverisiert Berufe – und hilft beim Neustart

KI pulverisiert Berufe – und hilft beim Neustart

Künstliche Intelligenz hat Sucy Pretsch nach eigener Erfahrung Aufträge gekostet. Jetzt nutzt die seit 2002 selbstständige Unternehmerin dieselbe Technologie, um ihr Geschäft neu auszurichten. Mit FOXI LADY verbindet die Hamburger Grafikerin, Künstlerin und Autorin eigene Kunst, Papeterie und Bücher mit ausgewählten Designprodukten europäischer Hersteller. KI unterstützt den Aufbau des Onlineshops. Ihre künstlerischen Arbeiten entstehen weiterhin aus ihrem eigenen Schaffensprozess.

KI als Unterstützung im Geschäftsalltag

Recherchen, technische Probleme, Kalkulation und Organisation: Beim Aufbau einer eigenen Marke fallen viele Aufgaben zusammen. Pretsch nutzt KI als Unterstützung für diese Arbeit und für die technische Umsetzung des Shops. Damit reagiert sie auf einen Wandel, der ihr bisheriges Auftragsgeschäft unmittelbar betrifft.

Ihre gestalterische Erfahrung und ihre eigenen Werke rücken dabei stärker ins Zentrum des Geschäfts. Welche Motive entstehen, wie ein Bild aufgebaut ist und wann eine Arbeit fertig ist, entscheidet sie selbst. Im kürzlich veröffentlichten Essay auf Textplatz.de formuliert sie ihre Grenze so: „Beim Aufbau des Ladens darf mir die KI helfen. Die Kunst mache ich selbst.“

Eigene Kunst und europäische Werkstätten

Zum Sortiment von FOXI LADY gehören eine Kunstdruckserie zu den sieben Todsünden, Postkarten mit eigenen Tierillustrationen und Pretschs Roman „Die letzte Show“. Ergänzt werden diese Arbeiten durch Produkte anderer Gestalter und Hersteller, darunter Risographie-Karten des Berliner Studios TOGETHERY sowie Metalllesezeichen und Katzenmagnete der französischen Marke TOUT SIMPLEMENT.

Für die Auswahl zählen eigenständige Gestaltung, Materialien und nachvollziehbare Herstellungswege. TOGETHERY druckt in Berlin, TOUT SIMPLEMENT fertigt im französischen Besançon. Pretschs Kunstdrucke entstehen in Deutschland auf Papier aus deutscher Herstellung. Auch die Versandverpackung hat sie in ihre Recherche einbezogen: Die verwendeten Kartons stammen aus Polen.

Die europäische Herkunft ist für Pretsch eine bewusste Einkaufsentscheidung. Sie möchte mit Herstellern zusammenarbeiten, deren gestalterische und handwerkliche Arbeit sie nachvollziehen kann. Zugleich müssen Herstellung, Einkauf und Verkauf wirtschaftlich zusammenpassen. Ob sich die neue Ausrichtung langfristig trägt, wird sich im laufenden Geschäft zeigen.

Der Wert menschlicher Kreativität

In ihrem Essay „Ich arbeite mit der Maschine, die meinen Job zerstört“ beschreibt Pretsch den persönlichen und beruflichen Widerspruch hinter dem Shop-Aufbau. Sie wirbt dafür, den menschlichen Schaffensprozess zu erhalten und beim Kauf von Bildern, Büchern und Designprodukten nach ihrer Entstehung zu fragen. FOXI LADY setzt diesen Gedanken im eigenen Sortiment um.

Der Onlineshop ist unter foxilady.de erreichbar. Der Versand erfolgt zunächst innerhalb Deutschlands.

Das Essay ist auf Textplatz.de veröffentlicht.