Die Literatur, sagte Peter von Matt in seiner
brillanten Laudatio auf Friedenspreisträger Boualem Sansal, "ist eine
langsame Gewalt. Aber es gibt keinen Felsen, der ihr auf Dauer
widerstehen könnte". Der Algerier selbst ist zu bescheiden, um sich
mit Lorbeer zu bekränzen, doch er weiß, dass Schriftsteller,
Philosophen, Intellektuelle "einen winzigen Beitrag" dazu geleistet
haben, dass frischer Wind durch die arabischen Staaten weht. Nicht
überr
Ohne solch "unbändigen Erzähler" wie Sansal
– was nicht nur das mutige Ankämpfen gegen politische Willkür,
sondern auch die freie Art des Geistes im Literarischen meint -, gäbe
es keine Entwicklung zum besseren, menschlichen Miteinander. Auch,
wenn seine Bücher in Algerien verboten sind, der Autor lässt sich
nicht vertreiben. Besonders im Osten Deutschlands weiß man: Wenn
solche Leute bleiben, beginnt die Revolution. +++
Schöne neue Internet-Bücherwelt für Autoren? Jeder, der ein Buch
veröffentlichen will, kann das und braucht keinen klassischen
Buchverlag mehr. E-Book-Erfindung und Selbstverlags-Portale im
Internet sei Dank. Diese Phase der unbegrenzten Möglichkeit im Netz
wird allerdings in der Geschichte des Buches wohl nur eine kurze
Episode bleiben. Und Nachrichten von unbekannten Autoren, die per
Selbstverlag zum E-Book-Millionär wurden, Einzelf
Mit einem Autor aus dem aufbegehrenden
arabischen Raum als Preisträger des Friedenspreises des Deutschen
Buchhandels durfte gerechnet werden. Schließlich sind Schriftsteller
und Intellektuelle die letzte moralische Instanz in Europas lange
Zeit rigoros unter der Knute gehaltenen Nachbarschaft. Mit Boualem
Sansal bewiesen die Juroren ein doppelt glückliches Händchen. Der
Algerier vertritt das Land mit dem vielleicht längsten und bis heute
unerfüllten Wunsch n
Es ist an der Zeit für ein Geständnis: Der
Verfasser dieses Leitartikels hat es getan – er hat sein erstes
schöngeistiges Buch nicht gedruckt, sondern digital – also als
sogenanntes E-Book – gelesen. Und? Es war komfortabel, weil er den
Text beliebig groß aufziehen konnte und die Helligkeit automatisch
gesteuert wurde. Umblättern ließ es sich sogar so sinnlich wie ein
gedrucktes Buch – samt Geräuschkulisse und Faltenwurf des Papiers.
Begriffe und Perso
In London ist ein bislang unbekannter da Vinci zu
sehen, der "Erlöser der Welt", Schätzwert: 200 Millionen Dollar.
Wahrscheinlich ist er echt. In Dortmund zankten sich gestern ein
dubioser Sammler und das Land NRW um einen Renoir, der wohl doch
keiner ist – was einen Unterschied von etwa 30 Millionen Euro
ausmacht. In Kölns Landgericht könnte nächste Woche ein Urteil in
einem spektakulären Kunstfälscherprozess gefällt werden – es geht: um
v
Ein bisschen schizophren wirkt es
angesichts des angekündigten Aufschwungs des E-Books schon, dass
diese Buchmesse Autoren herausgehoben hat, die gerade gegen die
Verherrlichung blinder Fortschritts- und Technikgläubigkeit und gegen
eine geistige Verflachung anschreiben. Autoren, wie Jan Brandt, der
für den Buchpreis nominiert war, und Eugen Ruge, der ihn zurecht
bekommen hat. Beide beschreiben den gesellschaftlichen Selbstbetrug.
Offenbar ist es Zeit, sich mit diesem Thema
Der gemeinsam von der BMW Group und der
"Alliance of Civilisations" (AOC) ins Leben gerufene Award für
Interkulturelle Innovation unter der Schirmherrschaft der Vereinten
Nationen zeichnet besonders innovative Projekte aus, die den
Austausch und die Verständigung unterschiedlicher Kulturen auf der
ganzen Welt fördern und somit einen entscheidenden Beitrag für
Stabilität und Sicherheit in der Zivilgesellschaft leisten.
Ausgezeichnet werden die zehn heraus