Nun präsentiert die Buchbranche wieder ihre Herbstkollektion. Der
deutsche Markt zeigt sich im internationalen Vergleich in der Krise
zwar stabil, dennoch haben die Verlage ihre Titelzahl reduziert. Im
Buchhandel ist davon wenig sichtbar – wenigstens für denjenigen, der
sich an die Bestsellerliste hält. Dafür ist die irrsinnige
Geschwindigkeit zu spüren, mit der die Branche neue Bücher über einen
Markt treibt, der zumindest i
MTV war noch vor wenigen Jahren mehr als eine
Marke. Der Sender war Inbegriff einer Kultur. Von Amerika über Asien
bis Australien bestimmten die Pop-Videos von MTV Geschmack und
Zeitgeist von Millionen von Teenagern. Doch anstatt auch in der Krise
der Popmusik auf seine Kernkompetenz zu vertrauen, verwässerte der
Sender mit Comedy-Serien, Gewinnspielsendungen und
Tele-Shopping-Angeboten sein klassisches Programmschema. Dieser
ziellose Aktionismus brachte den Sender immer mehr in
Wenn Mafalda nicht für die Demokratie oder für
die Frauenrechte kämpft, dann liegt sie auf dem Bauch und liest.
Mafalda, die pausbäckige argentinische Göre aus den Comics von Quino,
entspricht nur bedingt dem Klischee, demzufolge der Argentinier,
statt sich um Bürgerrechte zu kümmern, lieber Tango tanzt. An zweiter
Stelle jedenfalls steht das Lesen, da sind sich Mafalda und der
Argentinier einig. Jahr für Jahr gelangen 80 Millionen Bücher in den
Die Frankfurter Buchmesse offenbart allen
Beteiligten, wie rasch ein Jahr ins Nichts rutschte. Wieder drängt
sich in diesen Tagen das Wort vor. Feiert seine Freiheit, feiert sein
Gewicht, feiert seinen Glanz aus Wissen, und das Innerste der Welt
bleibt doch dunkel.
Gelegenheit, an »Fahrenheit 451« zu denken. Ray Bradbury schrieb
den Roman, Francois Truffaut verfilmte ihn. Es ist das Porträt eines
Widerstandskampfes – in einer Gesellschaft, die Bücher als
ungl
Betriebsunfall im Literaturbetrieb: Die Vergabe des Deutschen
Buchpreises ausgerechnet an Melinda Nadji Abonji kommt denkbar
überraschend – als schwerer Missgriff. Die Jury hat sich für ein
Stück Juroren-Prosa entschieden, aber nicht für starke Literatur. Der
Buchpreis, als Format für publikumsträchtige Romane geschaffen,
erleidet mit dieser Vergabe eine nachdrückliche Rufschädigung. Über
Monate zieht sich das
Jeder fünfte Deutsche hält es einer aktuellen
Umfrage zufolge für möglich, dass in zwanzig Jahren keine gedruckten
Bücher mehr erscheinen, sondern nur noch digitale E-Books, die man am
Bildschirm liest. Aber es ist auch schon fast zwanzig Jahre her, dass
zum ersten Mal vom "Ende der Gutenberg-Galaxis" die Rede war. Und
heute? Am Tag, an dem die 61. Frankfurter Buchmesse eröffnet wird,
sieht es so aus, als ob das Buch, wie wir es seit einem halben
Jahr
Von Dienstag, 5., bis Sonntag, 10. Oktober 2010, 3sat
Erstausstrahlungen
Stand Q 561, Halle 4.1. – das ist die Adresse, unter der 3sat vom 6.
bis zum 10. Oktober auf der diesjährigen Buchmesse Frankfurt zu
finden ist. Neben dem amerikanischen Romancier Jonathan Franzen sind
die Bestseller-Autoren Frank Schätzing, Ingrid Noll und Alexander
Osang zu Gast. "Guest of Honor" der Messe 2010 ist Argentinien. Die
Literatur des südamerikanischen Landes vertreten am 3sat-
Digitalisierung, PISA-Horror, Ingenieur-Mangel – unter solchen
Vorzeichen ist die Grundlagenforschung zuletzt unter
Rechtfertigungsdruck geraten. Zumal die geisteswissenschaftliche.
Vollkommen zu Unrecht, wie derzeit die Staufer-Ausstellung in
Mannheim besonders im Vergleich mit jener Staufer-Schau belegt, die
1977 700 000 Zuschauer nach Stuttgart gelockt hat. Geht es heute um
die Vielfalt von Alltag, Wirtschaft, Staatlichkeit im
Herrschaftsbereich einer halb
Der Rockerprozess gegen den Bremer "Hell–s Angel"
Uwe B., der heute vor dem Landgericht Verden beginnt, wird einen
unerwarteten Verlauf nehmen: Nach Informationen des Bremer
WESER-KURIER (Montag-Ausgabe) will der Angeklagte seine Unschuld
beteuern. Damit verweigert er sich überraschend dem "Deal", den seine
mutmaßlichen Komplizen bereits im Dezember 2008 mit der
Staatsanwaltschaft schlossen. Die Anklagebehörde wirft B. vor, im
März 2006 in Stuhr zu
Heinrich Heine darf nicht vor der Bremer Bürgerschaft stehen. Ein
Skandal? Diesmal ausnahmsweise nicht. Hamburg reservierte dem
berühmten Dichter einen Platz vor dem Rathaus. In Bremen steht dort
hingegen der Roland – Freiheitssymbol und obendrein Weltkulturerbe.
Da musste die Heine-Figur nicht auch noch stehen. Weniger ist jetzt
wirklich mehr.
Zum Aufreger taugt die Plastik von Waldemar Grzimek heute ohnehin
nicht mehr. Zu betulich wirkt die For