Neue OZ: Kommentar zu Marcel Reich-Ranicki

Mann des Maßstabs

Zum Opfer hatten ihn die Nazi-Schergen wie Millionen andere
bestimmt, zum Repräsentanten des Landes der Täter ist Marcel
Reich-Ranicki geworden. MRR, so die zum Markenzeichen verdichtete
Kurzform seines Namens, war in jeder Hinsicht ein Solitär, als
polemischer Kritiker, als leibhaftige Kulturinstitution, vor allem
aber als Held eines Lebens, das mit Motiven wie Todesgefahr,
Verfolgung, Prominenz und Ruhm selbst zum Stoff eines packenden
Romans t

Schwäbische Zeitung: Der letzte Kritiker – Leitartikel

Jetzt überschlagen sich wieder alle, die
Künstler, die Politiker, die Fernsehleute: Marcel Reich-Ranicki ist
tot – was für ein Verlust für die Gesellschaft, für die kulturelle
Landschaft! In Wirklichkeit haben die Diplomaten der Kulturszene den
alten Kritiker nicht gemocht. Viele haben ihn sogar gehasst. Und sie
haben ihn gefürchtet, denn er konnte gnadenlos sein. Besonders, wenn
er sich beim Lesen langweilen musste. "Unverständlichkeit ist noch
lan

Südwest Presse: Kommentar zum Tode von REICH-RANICKI

Schlagt ihn tot, den Hund! Es ist ein Rezensent." Das
hat übrigens der einst gar nicht so feine Klassiker Johann Wolfgang
von Goethe geschrieben. Die Schriftsteller und ihre Kritiker – eine
heikle Geschichte. Aber jener Literaturkritiker, der nach 1945
ungemein polarisierte, der sich große Gefechte lieferte, der in
seiner TV-Sendung "Das Literarische Quartett" Bücher segnete oder
verdammte und als "Literaturpapst" gefeiert wurde – das war der
unerr

Allgemeine Zeitung Mainz: Der Literaturpapst / Kommentar zu Marcel Reich-Ranicki

Nett ist er nie gewesen. Wollte er auch nicht. Nett
zu sein, davon war er felsenfest überzeugt, sei nicht die Aufgabe der
Kritik. Im stillen Kämmerlein würde fast jeder Feuilletonist diesen
Satz unterschreiben. Aber den Mut, sich konsequent daran zu halten,
haben die wenigsten. Marcel Reich-Ranicki, der größte unter den
großen Literaturkritikern der Republik, hatte diesen Mut: den Mut zum
klaren Urteil, den Mut, sich gegen die verbreiteten Trends im
Literatur

WDR trauert um Marcel Reich-Ranicki – Buhrow: „Wir verlieren einen der großartigsten Literaturkritiker Deutschlands“

WDR-Intendant Tom Buhrow: "Der Tod von Marcel
Reich-Ranicki stimmt uns sehr traurig. Der WDR ist sehr stolz darauf,
seine außergewöhnliche und bewegende Lebensgeschichte in dem
Fernsehfilm "Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki" für das Erste einem
großen Publikum nahe gebracht zu haben. Nicht zuletzt verlieren wir
einen der großartigsten Literaturkritiker Deutschlands."

Unter der Regie des israelisch-deutschen Filmemachers Dror Zahavi
und vor

WAZ: Fernsehen verdient diese Treue nicht – Kommentar von Frank Preuß

Fast vier Stunden hockt der Deutsche vor dem
Fernseher. Tag für Tag. Zieht man acht Stunden Schlaf ab, verbringt
er ein Viertel seines Lebens vor dem Apparat. Der Fernseher ist sein
bester Freund, sagt er in Umfragen. Hat der das verdient?

Gemessen an seinen Möglichkeiten scheitert das öffentlich
finanzierte Fernsehen an seiner Mutlosigkeit. Man muss nicht den
Begriff der Volksbildungsanstalt hervorkramen, um sich darüber zu
ärgern, wenn Programmmacher ihr Publ

ZDF trauert um Marcel-Reich-Ranicki / Der „Herr der Bücher“ ist tot (BILD)

ZDF trauert um Marcel-Reich-Ranicki / 
Der „Herr der Bücher“ ist tot (BILD)

Das ZDF trauert um Marcel-Reich-Ranicki, den "Herrn der Bücher",
der durch die legendäre ZDF-Sendung "Das Literarische Quartett" zum
bildschirmpopulären "Literaturpapst" wurde.

ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut würdigte den vielfach
ausgezeichneten Literaturkritiker in Mainz: "Marcel Reich-Ranicki
konnte polarisieren wie wenige andere. Seinem Motto –Die Deutlichkeit
ist die Höflichkeit der Kritiker– ist er immer treu geblieb

taz: taz als Karikaturen-taz

Berlin, 18. Sept. (taz) – Die taz wird zur
Karikaturen-taz. Zwei Tage vor der Bundestagswahl erscheint die
Berliner tageszeitung an diesem Freitag ausschließlich mit
Karikaturen statt Fotos. Kurz vor der Wahl sollen die taz-Zeichner
Stellung nehmen zum Wahlkampf, zu den Parteien und den Kandidaten.
Die Zeichner Beck, Burkhard Fritsche, Kriki, Rattelschneck, Klaus
Stuttmann und viele andere werden ihren sehr eigenen Blick auf die
Wahl werfen. Die Karikaturen-taz will aber auch grunds

Deutscher Fernsehpreis 2013 ARD mit 21 Nominierungen

Am Mittwoch, 2. Oktober, wird im Coloneum in Köln
der Deutsche Fernsehpreis 2013 verliehen. Unter den Nominierten sind
21 ARD-Produktionen:

Als "Bester Fernsehfilm" geht "Operation Zucker"
(BR/Degeto/WDR/sperl productions) ins Rennen. Als "Bester Mehrteiler"
ist "Der Turm" (MDR/Degeto/NDR/BR/WDR/SWR/RBB/UFA FICTION/Beta Film)
nominiert. Und um die Preise für die "Beste Serie" konkurrieren
gleich zwei ARD-Produktionen: "Hub

Neue OZ: Kommentar zu Morgenland Festival

Der andere Orient

Krieg, Bomben und Blut: Das prägt unsere Wahrnehmung von Bagdad.
Leider entspricht diese Wahrnehmung einer grausamen Realität: Fast
täglich erreichen uns Nachrichten von neuen Anschlägen, neuen Toten
und Verletzten. Umso größer ist die Sehnsucht nach Normalität: Auch
dort wollen junge Menschen im Café sitzen, Musik hören, ihre Kultur
und ihr Leben leben, das ist der andere Irak, das andere Bagdad, das
in unserer westlich