Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus 2026 ausgeschrieben

Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus 2026 ausgeschrieben

+++ Deutliche Stärkung der Recherchestipendien, ein Preis für die beste lokale Recherche, Kooperation mit Netzwerk Recherche und Preisverleihung in Hamburg: Viele Neuerungen beim 21. Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus +++

Die Otto Brenner Stiftung hat den 21. Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus ausgeschrieben. Nach einem Jahr Pause, welche Stiftung und Jury dazu genutzt haben, den Preis weiterzuentwickeln, setzt die Stiftung neue Akzente mit der Auszeichnung.

Der Otto Brenner Preis widmet sich nun auch dem Lokaljournalismus und stärkt die Rechercheförderung mit Stipendien. Statt wie bisher drei werden nun vier Recherchestipendien vergeben und die Gesamtdotierung dafür steigt von 15.000 auf insgesamt 24.000 Euro. Es werden drei Preise vergeben: Der Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus (dotiert mit 5.000 Euro), der Newcomer*innenpreis für engagierten Journalismus (dotiert mit 3.000 Euro) sowie der neu geschaffene Preis für die beste lokale Recherche (dotiert mit 3.000 Euro). Mit insgesamt 35.000 Euro bleibt der Otto Brenner Preis einer der höchstdotierten Journalist*innenpreise in Deutschland.

„Recherchen sind das Fundament von kritischem Journalismus. Bei immer mehr prekären Arbeitsverhältnissen im Journalismus sehen wir es als gewerkschaftsnahe Stiftung als unsere Aufgabe, Kolleg*innen noch stärker als bisher dabei zu unterstützen, ihre Recherchen umzusetzen“, so Can Gülcü, Geschäftsführer der Otto Brenner Stiftung. Gerade in Zeiten, in denen der Lokaljournalismus zunehmend unter finanziellem Druck steht, werden mit dem Preis für die beste lokale Recherche Kolleg*innen prämiert, die journalistisch tief in lokale Strukturen eintauchen und Probleme und Missstände vor Ort aufdecken.

Bei der Preisverleihung kooperiert die Otto Brenner Stiftung erstmals mit Netzwerk Recherche. Der Verein mit über 1.300 Mitgliedern wurde 2001 gegründet, um die journalistische Recherche und den Qualitätsjournalismus zu stärken. Er veranstaltet Konferenzen, bietet Fortbildungen an, vergibt Stipendien und vernetzt Journalist*innen in Deutschland, Europa und darüber hinaus. In der jüngsten Zeit hat der Verein einen neuen Schwerpunkt zur Stärkung des Lokaljournalismus aufgebaut. Die Otto Brenner Stiftung unterstützt Netzwerk Recherche bereits seit vielen Jahren als Mitglied des Förderkuratoriums.

„Der Otto Brenner Preis würdigt genau den Journalismus, der auch uns am Herzen liegt, indem er tiefgründige, unbequeme und gesellschaftlich relevante Recherchen auszeichnet. Den Ausbau der Recherchestipendien begrüßen wir sehr. Mit einer festlichen Preisverleihung am Vorabend der Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche in Hamburg setzen wir gemeinsam ein starkes Zeichen für investigativen Journalismus in Deutschland“, sagt Daniel Drepper, 1. Vorsitzender von Netzwerk Recherche.

Beide Institutionen verbindet eine gemeinsame Geschichte. Vor zwanzig Jahren waren der Journalist Thomas Leif, Mitgründer und seinerzeit Vorsitzender von Netzwerk Recherche, und Elke Eller, die damalige Geschäftsführerin der Otto Brenner Stiftung, gemeinsam die zentralen Impulsgeber*innen dafür, dass die Stiftung im Jahr 2005 entschied, einen Preis für kritischen Journalismus auszuschreiben.

„Journalist*innen werden immer häufiger durch demokratiefeindliche Kräfte bedroht, die finanziellen und politischen Rahmenbedingungen für Qualitätsjournalismus werden zunehmend schlechter. Für uns ist die Zusammenarbeit mit Netzwerk Recherche dementsprechend nur ein logischer Schritt. Uns verbindet nicht nur eine gemeinsame Geschichte, sondern auch ein gemeinsames Ziel: die Stärkung des kritischen Journalismus in Deutschland“, ergänzt Gülcü.

Die Preisverleihung findet am Vorabend der Netzwerk Recherche Jahreskonferenz am 11. Juni in Hamburg statt. Dazu Christiane Benner, Jurymitglied, 1. Vorsitzende der IG Metall und Verwaltungsratsvorsitzende der Otto Brenner Stiftung:

„Mit rund 800 Teilnehmenden und über 100 Veranstaltungen ist die Jahreskonferenz unseres Kooperationspartners Netzwerk Recherche die größte deutsche Konferenz für den Investigativjournalismus. Das ist für uns genau der richtige Rahmen für einen Preis, der sich am politischen Vermächtnis Otto Brenners orientiert und seit 20 Jahren Zivilcourage, Kritik gegenüber den Mächtigen und ständige demokratische Wachsamkeit im Journalismus prämiert.“

Die Jury des Otto Brenner Preises bleibt hochkarätig besetzt. Neben Benner gehören ihr weiterhin Brigitte Baetz, freie Journalistin und Medienexpertin (u.a. Deutschlandfunk, Sendung „mediasres“), Nicole Diekmann (ZDF-Korrespondentin im Hauptstadtbüro Berlin), Prof. Dr. Volker Lilienthal (Universität Hamburg), Henriette Löwisch (Leiterin der Deutschen Journalistenschule München), Prof. Dr. Heribert Prantl (Kolumnist und Autor, Süddeutsche Zeitung), Harald Schumann (Gründer und Reporter bei Investigate Europe) an.

„Die Jurymitglieder haben mit ihrer hervorragenden Arbeit dafür gesorgt, dass der Otto Brenner Preis ein Leuchtturm für Qualität und Integrität im Journalismus geworden ist. Nun führen wir diese Arbeit fort und freuen uns auf viele Beiträge, die im vergangenen Jahr gesellschaftlich relevante Themen journalistisch in den Fokus gerückt haben“, so Gülcü abschließend.

Weitere Informationen zur Ausschreibung finden Sie auf der Webseite: Otto Brenner Preis: Journalistenpreis für kritischen Journalismus (https://www.otto-brenner-preis.de/)

Pressekontakt:

Otto Brenner Stiftung
Geschäftsführer
Can Gülcü
Telefon: 069-6693-2526
E-Mail: info(at)otto-brenner-stiftung.de
www.otto-brenner-stiftung.de

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