Mitgliederversammlung der Bundesinnung der Hörakustiker: Branche fordert fairen Wettbewerb und gesunde Versorgungsstrukturen

Mitgliederversammlung der Bundesinnung der Hörakustiker: Branche fordert fairen Wettbewerb und gesunde Versorgungsstrukturen

Hörakustiker aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen am 15. Oktober 2026 vor Ort und per Livestream an der Mitgliederversammlung der Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR teil, die im Rahmen des 70. Internationalen Hörakustiker-Kongress (EUHA 2026) in Hannover stattfand.

Dr. Christian Welzbacher, Leiter des Heinz-Piest-Instituts für Handwerkstechnik an der Leibniz Universität Hannover, widmete sich dem Thema „Wege ins Handwerk“ und ging in seiner Keynote mit Blick auf die bildungspolitische Faktenlage zur Akquise von Auszubildenden auf die Befragung von Auszubildenden allgemein und vergleichend in der Hörakustik ein.

„Junge Menschen suchen Wirksamkeit, Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten. Das Handwerk kann diese Motive grundsätzlich erfüllen – muss seine Karrierewege und seine technologische Zukunft aber sichtbarer und glaubwürdiger vermitteln. Insbesondere das bereits hochgradig digitalisierte und medizinisch relevante Hörakustiker-Handwerk kann seine Karten im Recruiting und in der Betriebsorganisation konsequent ausspielen und das Demografie-Problem mit den Stärken der Gen Z und der KI lösen“, so Dr. Welzbacher.

Angesichts des Fachkräftemangels stellte Eberhard Schmidt, Präsident der Bundesinnung der Hörakustiker (biha), Forderungen an die Politik: „Die klein- und mittelständigen Betriebe schaffen Ausbildungsplätze und sorgen für eine wohnortnahe Versorgung. Diese gilt es zu erhalten. Das Nebeneinander von Groß und Klein hat sich bewährt. Beides hat seine Berechtigung, beides muss unterstützt werden. Ganz im Sinne eines gesunden Wettbewerbs und einer gesunden Versorgungsstruktur in unserem Land.“

Was die dramatischen gesundheitspolitischen Entwicklungen anbelangt, forderte Präsident die Politik in Berlin auf, einen Kahlschlag bei den klein- und mittelständischen Betrieben zu verhindern. „KO-Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich gehen zu Lasten der Versorgungsqualität und damit zu Lasten der Patienten“, so Schmidt weiter. „Gleiches gilt für den immer größer werdenden administrativen Aufwand ohne erkennbaren Mehrwert.“

Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha), die Akademie für Hörakustik (afh) sowie die bundesoffene Landesberufsschule für Hörakustiker und Hörakustikerinnen (LBS) präsentierten sich auf dem EUHA-Kongress als kompetente Partner in allen Fragen praxisgerechter und zukunftsorientierter Aus- und Weiterbildung.

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