Lidimba Karinto und seine Söhne: Meisterschnitzer der Makonde – So fing alles an

Lidimba Karinto und seine Söhne: Meisterschnitzer der Makonde – So fing alles an

Ab den 1960er-Jahren entwickelte sich in Ostafrika mit der Makonde-Schnitzkunst eine bis dahin nicht gekannte Holzbildhauerei, die bald als Modern Makonde Art bezeichnet und schnell international bekannt wurde. Zu den frühen und herausragenden Meisterschnitzern „der ersten Stunde“ zählte auch Lidimba Karinto (häufig auch: Karinto Lidimba oder nur Karinto), der ab den frühen 1970er-Jahren mit seinen in der Makonde-Mythologie verankerten Geisterskulpturen (Shetani) hervortrat und zunehmend bekannt wurde. Seinen internationalen Durchbruch erlangte Karinto bereits 1974, als er mit sechs seiner Skulpturen in der Londoner Ausstellung „Contemporary Makonde Sculpture“ der Commonwealth Art Gallery vertreten war. In den Folgejahren entwickelte sich seine Schnitzkunst ständig zu immer größerer Meisterschaft weiter, was unter anderem in einer Reihe von bis zu mehrere Meter messenden Großskulpturen (z.B. die über vier Meter große, Legenden aus dem Tierreich darstellende Krokodilskulptur „Mamba“) ihren Ausdruck fand. Karinto hat viele seiner Skulpturen mit „Karinto“ oder auch „Karinto Lidimba“ signiert.

Karinto, der leider schon 1992 verstorben ist, hat mit seinen beiden Söhnen Robert (geboren 1969) und dessen jüngerem Bruder Amandus (auch: Mandus oder Amandes) zwei Nachfolger, die ebenfalls herausragende und bekanntere Schnitzer geworden sind. Aus deren früher Jugend ist ein Foto überliefert, dass die beiden Jungen zusammen mit ihrem Vater bei der Unterweisung in der Schnitzkunst zeigt. Die Weitergabe der Kenntnisse und Erfahrungen auf die nächste Generation ist für Makonde-Schnitzer typisch. Das Foto konnte im KI-Makonde Workshop der HMC – Hamburg Mawingu Collection restauriert werden. Das Besondere daran ist jedoch auch, dass Amandus Karinto diese Szene im Jahre 2004 im Stil der international berühmten, bunten Shetani-Figuren von George Lilanga nachgeschnitzt und damit auch seinen Vater und Lehrmeister posthum geehrt hat. Diese sehr außergewöhnliche Skulptur befindet sich im Besitz der Hamburg Mawingu Collection.