Neue OZ: Kommentar zu Literatur

Lieber reden als revoltieren

Während Stéphane Hessel zur Empörung aufruft, winken
Wissenschaftler ab. Ihre Botschaft: Eine verbreitete Stimmung, die
auf eine bevorstehende Revolte hinweisen würde, gibt es nicht, vor
allem nicht bei jungen Leuten. Insbesondere der Rückschluss vom
deutschen Wutbürger auf unzufriedene Franzosen oder revoltierende
Ägypter scheint in der Tat überzogen zu sein. Dabei war der Protest
gegen "Stuttgart 21" hei

WAZ: Lena und die Stimmung. Kommentar von Frank Preuß

Die Spielregeln im Showgeschäft ändern sich nicht.
Wer hochgejubelt wird, muss wissen, dass man ihn sofort fallenlässt,
wenn–s mal hakt. Dass ausgerechnet jene, die bei den Lena-Festspielen
im letzten Jahr völlig die Bodenhaftung verloren, nun den Überdruss
beklagen, ist lächerlich, aber typisch.

Dabei gibt es wenig, was man der jungen Frau vorwerfen könnte.
Dass sie ihre Unbefangenheit verloren habe, wird bemäkelt, als ob das
nicht logisch w&auml

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Arztrufzentrale

Die Warteschleife ist ein Ärgernis der modernen
Kommunikationstechnik. Jetzt hat sie auch bei der ärztlichen
Versorgung Einzug gehalten. Doch bevor wir uns alle über die
Anlaufschwierigkeiten bei der für Westfalen-Lippe neuen
Notrufzentrale aufregen, sollte bedacht werden, dass niemand mit
einem solchen Ansturm rechnen konnte. Was für das gesamte Rheinland
funktioniert, sollte mit verdoppelter Kapazität doch für das etwas
kleinere Westfalen reichen. Wer

Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Leute / Loest

Schwerstes Geschütz

Er sagt gern, was Sache ist – aus seiner Sicht. Erich Loest
schießt lieber mit schwerstem Geschütz, als mit dem Florett zu
fechten. Jetzt hat er wieder einen richtigen Kracher losgelassen und
doch nur die Schatten der Vergangenheit getroffen. Wer war für die
deutsche Einheit, wer dagegen? Eine akademische Frage angesichts
einer Revolution, die keiner vorhersehen konnte. Der Aufstand in der
arabischen Welt zeigt gerade, wie wertvoll die Prognose

WAZ: Huren im Heim
– Kommentar von Julia Emmrich

Huren im Heim. Prostituierte im Seniorenstift. Die
Vorstellung ist pikant. Aber sie ist weder schockierend, noch sollte
man das Geschehen, das längst hier und dort praktiziert wird,
verdammen. Mindestens drei gute Gründe sprechen dafür. Käufliche
Liebe kann jene Pflegerinnen entlasten, die längst offen klagen, dass
sie bei ihrer Arbeit immer wieder in heikle Situationen mit
Heimbewohnern geraten, weil es schwer ist, deutlich die Grenze zu
ziehen zwischen Zuwendung

Prozesslawine nimmt kein Ende: Künstler Tom Sack zum siebten Mal wegen Veröffentlichung vor Gericht

Nachdem erst vor wenigen Tagen das Strafverfahren um die mutmaßlich erfundenen Künstler Ernst Cuno und Joe Kapingo wegen Substanzlosigkeit eingestellt wurde, rollt die Prozesslawine gegen Tom Sack unvermittelt weiter: Am 10. Februar wird vor dem Landgericht Bückeburg ein Verfahren wegen des Vorwurfs der „verbotenen Mitteilung über eine Gerichtsverhandlung“ (§ 353d Nr. 3 StGB) wegen Rechtsfehlern neu aufgerollt. Die Karten für den Künstler und ehemaligen Kunsth