Der Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels,
Gottfried Honnefelder, sorgt sich. Sechzig Prozent aller E-Books
würden illegal heruntergeladen, sagt er; dadurch droht der Branche
ein immenser Einnahmeverlust durch Internet-Piraterie. Berechtigte
Ängste? Während Honnefelder seine Sorgen formuliert, zelebrieren die
Isländer in aller Ruhe das gedruckte Buch. Selten ist die Lust am
Lesen und der kulturelle Wert des Buches so emotional,
Andreas Steinhöfel hat einen Brief erhalten.
Eine Lehrerin schreibt ihm, er möge elf Dinge in seinem Kinderbuch
»Paul Vier und die Schröders« ändern, sonst tauge es nicht zur
Lektüre im Deutschunterricht. Steinhöfel hat das Ansinnen
zurückgewiesen. Gut so: Das elende Zeitalter, in dem Pädagogen über
Gut und Schlecht im Kinderbuch befanden, muss ein Ende haben. Die
Buchmesse in Frankfurt ist ein Schritt in die richtige Richtung:
Phan
Am 11. November lädt die Strychnin Gallery herzlich ein, uns im Wunderland der mystischen Erzählungen von Benjamin Vierling, Marcus Poston, Raf Veulemans und Saturno Butto‘ zu besuchen.
Die Ausstellung wird eine Serie von Kunstwerken präsentieren, die ihren Betrachtern unweigerlich Geschichten erzählen, welche häufig äußerst gemischte Gefühle hervorrufen und zudem von Betrachter zu Betrachter oft unterschiedlich wahrgenommen werden. Nicht selten werden d
Am Anfang war das doch so: Weil die Menschen nicht
schreiben und nicht lesen konnten, mussten sie ins Erzählen kommen.
Die Literatur begann mit der Konzentrationsfähigkeit, der listigen
Auffassungs- und Erfindungsgabe, dem feinen Ohr und dem guten
Gedächtnis von Analphabeten. Mythos und Kinderreim, Märchen und Lied,
Gebet und Rätsel – alles älter als die Schrift. Zur heute Abend
beginnenden Frankfurter Buchmesse kurz und bündig: Es muss ein neuer
Analphab
Von 19. November bis 17. Dezember 2011 heißt es im alten Ufa-Filmpalast in Köln GLOBALIZE:COLGONE. Das internationale Festival des Kölner Ensemblenetzwerks Freihandelszone findet dieses Jahr bereits zum fünften Mal statt und ist eine Zeit des kreativen Austauschs. Die Ensembles der Freihandelszone haben hochkarätige Gastkünstler aus Island, Japan, Frankreich, Belgien, der Schweiz und den USA eingeladen und werden ihre Produktionen den Arbeiten der Gäste gegen&
Und wo bleibt Hesse? Sein Gedicht "Stufen" liegt meistens vorn,
wenn Menschen in Deutschland nach ihrem Lieblingsgedicht gefragt
werden. Bei den Promis, denen Marburger Studierende die gleiche Frage
stellten, macht Rilkes "Panther" das Rennen. Sprichwörtlich gewordene
Zeilen bieten sie beide – Rilkes "Hinter tausend Stäben keine Welt"
steht Hesses "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" keinen Deut
nach. Die Sentenz macht
Die Geschichte des privaten Fernsehens ist immer
eine Geschichte der Tabubrüche gewesen. Die nackten Früchtchen, die
im Auftrag von RTL auf Quotenfang gingen, lösten einst noch Debatten
um die guten Sitten aus. Mit dem Wissen, was die Sender heutzutage
verbrechen, bleibt "Tutti Frutti" als reizender Blödsinn in
Erinnerung.
Im täglichen Sozial-Spanner-Programm werden Frauen getauscht,
Kinder vermöbelt, Hässliche umoperiert, Schwiegertöch
Warum ist die Frankfurter Buchmesse Jahr für Jahr so faszinierend
für ein sehr breites Publikum? Die Antwort zielt auf unser
Verständnis als Kulturnation: Weil in Frankfurt traditionell die
einander sonst eher widerstrebenden Kräfte Geschäft und Geist,
Bildung und Kommerz, Glamour und Sozialkritik zusammenkommen. Und
weil das Buch – oder besser das vervielfältigte Wort – nach wie vor
das Leitmedium unserer Gesellschaft ist. Alle unsere
Der Gewinner des Deutschen Buchpreises
2011 ist Eugen Ruge. Er erhält die Auszeichnung für seinen Roman "In
Zeiten des abnehmenden Lichts" (Rowohlt). "Eugen Ruge spiegelt
ostdeutsche Geschichte in einem Familienroman. Es gelingt ihm, die
Erfahrungen von vier Generationen über fünfzig Jahre hinweg in einer
dramaturgisch raffinierten Komposition zu bändigen. Sein Buch erzählt
von der Utopie des Sozialismus, dem Preis, den sie dem Einzelnen
abverla