Neue OZ: Kommentar zu Kardinal Woelkis Kritik am Christus-Drama

Das Kreuz als Skandalon

Es stimmt: Nicht nur die Kunstfreiheit, auch religiöse Gefühle
verdienen Schutz. Wer provokativ mit Thora, Bibel oder Koran umgeht,
muss sein Thema ernst nehmen. Das Gleiche gilt für die Kritiker. Um
ein Drama zu verdammen, muss man es ansehen. Das verweigert der
Kardinal Woelki – was ihn nicht hindert, das Christus-Drama im
Berliner Theater Hebbel am Ufer abzuurteilen.

Woelkis Kritik verblüfft auch theologisch: Das Skandalon des
Stü

WAZ: Skandal um späte Mutter – Kommentar von Petra Koruhn

Eine 66-jährige Schweizerin hat Zwillinge auf die
Welt gebracht. Und die Welt – sie findet das skandalös. Sofort wird
ausgerechnet, wie alt die Dame sein wird, wenn sie ihre Kinder in die
Schule bringt. Sie wird alt sein, sehr alt – aber, bei aller
Empörung: Was ist eigentlich mit den Männern? Jean Pütz war 75, als
er Vater wurde. Ulrich Wickert war 69. Anthony Quinn wurde mit 79
Jahren noch einmal Papa. Die Herrschaften wurden beglückwünscht!
Sicher frag

Neue OZ: Kultur-Kommentar zuÁkos Kertész

Behörde in Verlegenheit

Ungarns Künstler verlassen das Land: Was für eine Schlagzeile! Sie
fügt sich in alles, was über die Regierung Orbán zu lesen ist: vom
rigiden Mediengesetz bis zum Nationalstolz in der Verfassung.

Der Schönheitsfehler: Was der Romancier und angehende Exilant Ákos
Kertész nach seiner Ungarn-Kritik im eigenen Land erlitten hat, ist
zumindest von außen schwer zu beurteilen. Schwarz auf weiß
nachzulesen

Kölner Stadt-Anzeiger: Zoll: „Amphetamine entwickeln sich zur Volksseuche“

Die Menge der in Deutschland beschlagnahmten
Amphetamine hat sich in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt.
Waren es 2009 noch 1,5 Tonnen der Synthetik-Droge, so wurden 2011
nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstagausgabe) knapp
drei Tonnen von den Ermittlern entdeckt. Das Aufputschmittel
entwickele sich "zu einer Volksseuche", bestätigte Wolfgang Schmitz
vom Zollkriminalamt (ZKA) in Köln den enormen Anstieg. Im Großraum

Neue OZ: Kommentar zu Museen / Bücher / Ausstellungen

Tempo und Langsamkeit

Nichts ist so paradox wie die Entwicklung der Medien. Während die
2.0-Gesellschaft Tempo macht, möchten Restauratoren am liebsten die
Zeit anhalten. Und während Google ganze Bibliotheken scannt, kämpfen
Bibliothekare gegen Tintenfraß und Milben, verbissen, Seite für
Seite. Passt da etwas nicht zusammen?

Auf den ersten Blick sieht das Restauratorenwerk wie eine
Sisyphosarbeit aus: mühevoll und völlig nutzlos. Was sollen w

Rheinische Post: Kommentar: Darf man da singen?

Im Vorfeld des "Eurovision Song Contest"
herrscht in den teilnehmenden Ländern das übliche Chaos: Die
Holländer küren einen aussichtslosen Beitrag (diesmal im
Indianer-Kostüm), in der weißrussischen Diktatur wird der Gewinner
ausgetauscht, England verzweifelt und schickt Engelbert, den
Deutschen ist es egal (Hauptsache nicht von Ralph Siegel). Also alles
wie immer? Nicht ganz. Der ESC findet nach dem glänzenden
Düsseldorfer Grand Prix nun

Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Wechsel an der DFB-Spitze:

Mit was für Vorschusslorbeeren und Hoffnungen
der ihn Wählenden hatte Theo Zwanziger das Amt angetreten! Und wie
wurden sie enttäuscht. Wohl kein Präsident des weltgrößten
Sportverbandes hat sich so schnell selbst entzaubert wie der Mann,
der jetzt nur noch Fifa-Funktionär ist – allerdings einer ohne
mächtigen Verband im Rücken. Zwanziger verfolgte einen kritischen
Journalisten durch zahlreiche gerichtliche Instanzen. Im Umgang mit
der sensibl