Die aktuellen Temperaturen und fehlende Niederschläge bereiten große Sorgen. Weltweit brennen Wälder. Oft in verheerendem Ausmaß. Die MDR-Doku „Aus der Asche – Was kommt nach dem Waldbrand?“ untersucht, wie der Wald nach einem Brand zu neuem Leben erwachen kann und was Forscher weltweit aktuell dazu herausgefunden haben. Zu sehen ist der Film ab heute in der ARD Mediathek (https://www.ardmediathek.de/video/auf-spurensuche-oder-ard-wissen/aus-der-asche-was-kommt-nach-dem-waldbrand/mdr/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy8yNTU5M2JlZC03MzIwLTRmZmEtYjYzMy1hNmNmMjg5OTJkNzU), am 27. Juli um 22.25 Uhr im Ersten und am 23. August um 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen.
„Mein Ziel war zu zeigen, wie sich die Natur von einem Waldbrand erholt“, erklärt Filmemacher Uwe Müller. Und das war keine leichte Aufgabe für ihn – und die Kameratechnik: „Nach jedem Dreh auf den verkohlten Flächen sah ich aus, wie ein Schornsteinfeger und die Technik musste täglich einer Spezialreinigung unterzogen werden.“
Das Thema wird durch das Fortschreiten der Klimaerhitzung immer drängender, auch wenn die Brände selbst meist durch menschliches Handeln ausgelöst werden. Bei 300 Grad etwa kann Holz sich entzünden. Im Wald – der Beginn einer Katastrophe. Wenn unsere Wälder brennen, dominieren sie die Nachrichten. Was aber passiert eigentlich auf den lädierten Flächen, wenn die Flammen erloschen, alle Schläuche eingerollt und die Kamerateams verschwunden sind? Forscher weltweit wollen wissen, was passiert nach einem Waldbrand in der Natur? Verbrannte Wälder sind nur auf den ersten Blick tot. Käfer legen ihre Eier in die noch warme, pyrolisierte Rinde, schleimige Pilze überziehen verkohlte Stämme, Adlerfarne entrollen ihre federigen Blätter aus der Asche, Moose sprießen in Löschwasserlachen und streuen ihre Sporen. Und Forschende vermessen, was übriggeblieben ist und was neu erwächst. Jetzt entscheidet sich: Was kommt nach der Katastrophe?
Es ist ein Prozess, der viele Jahre dauert, bis aus der Asche ein neuer Wald entsteht. „Um das zu filmen“, so Filmemacher Uwe Müller, „haben wir Brandflächen in verschiedenen Stadien aufgesucht, wo wir auch auf altes Filmmaterial dieser Orte zurückgreifen und so die Entwicklung sichtbar machen konnten.“
Der Film unternimmt eine tiefgehende Erkundung der Prozesse in der Natur. Mit augenöffnenden Vorher-Nachher-Beobachtungen, im Zeitraffer und im Makro-Bereich. Mit einem Fokus auf Brandherde in Kalifornien, Griechenland und den Osten Deutschlands sowie die Folgeforschungen. „Ein Dreh in Kalifornien war besonders herausfordernd“, erinnert sich Müller. „Bei 37 Grad auf einem vierstündigen Abstieg in den Kings Canyon, bepackt mit der Kameraausrüstung und Wasservorräten. Immer auf der Hut, weil sich Klapperschlangen auf den Pfaden sonnten. Auch Braunbären waren in dem Gebiet unterwegs. Nach sechs Stunden Drehzeit den ganzen Weg zurück, nochmal über 4 Stunden diesmal bergauf.“ Belohnt wurden Uwe Müller und sein kleines Team mit Bildern von eindrucksvollen Riesenmammutbäumen, teilweise über 80 Meter hoch und weit über 3000 Jahre alt, die Feuern eindrucksvoll widerstehen können. „Einfach atemberaubend“, so Müller.
„Aus der Asche – Was kommt nach dem Waldbrand?“ ist Bestandteil des MDR-Themenschwerpunktes WALD, LEBEN, ZUKUNFT. Der Film von Uwe Müller ist eine Produktion von Capricornum Film im Auftrag des MDR für ARD Wissen. Für die Redaktion zeichnet Ralf Fronz (MDR) verantwortlich.
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