Nach den schweren Ausschreitungen beim DFB-Pokalspiel zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern verurteilt der VPI den gewalttätigen Missbrauch pyrotechnischer Gegenstände auf das Schärfste. Bereits Anfang April war es beim Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC zu ähnlichen Szenen gekommen. Für den VPI zeigen beide Vorfälle ein gemeinsames Problem, das weit über den Fußball hinausgeht: Nicht Feuerwerk macht Menschen zu Gewalttätern. Menschen missbrauchen Feuerwerk als Mittel der Gewalt. Umso wichtiger ist es, zwischen Tatmitteln und Tätern zu unterscheiden.
In Dresden wurden pyrotechnische Gegenstände gezielt in Richtung anderer Zuschauer eingesetzt. In Mannheim wurden Raketen in Richtung der Haupttribüne und pyrotechnische Gegenstände gegen Einsatzkräfte geschossen. Solche Handlungen haben mit verantwortungsvollem Umgang mit Pyrotechnik nichts zu tun. „Aber: Nicht Raketen und Knallkörper sind das Problem, sondern Knallköpfe, die sie bewusst missbrauchen“, sagt Thomas Schreiber, Vorsitzender des VPI. „Ob im Stadion oder zu Silvester: Wer Pyrotechnik auf Menschen, Einsatzkräfte oder Gebäude richtet, handelt nicht fahrlässig, sondern überschreitet ganz bewusst eine Grenze. Hier ist eine konsequente Strafverfolgung wichtig.“
Gewalt ist kein saisonales Problem
Die Bilder aus den Stadien zeigen beispielhaft, worauf es auch in der alljährlichen Silvesterdebatte ankommt. Pyrotechnische Gegenstände werden von Millionen Menschen verantwortungsvoll und freudvoll verwendet. Problematisch wird es nur dort, wo Einzelne Regeln bewusst ignorieren, Gegenstände auf Menschen richten, Sicherheitsabstände missachten oder Pyrotechnik als Gewaltmittel einsetzen. „Wir sollten Ursache und Tatmittel nicht verwechseln“, sagt Schreiber. „Ein Mensch, der eine Rakete gezielt auf andere schießt, handelt gewalttätig. Dass er dafür Pyrotechnik benutzt, macht die Pyrotechnik nicht zum Täter.“ Gerade deshalb hält der VPI pauschale Schuldzuweisungen gegenüber Feuerwerk oder gar Verbotsforderungen für den komplett falschen Ansatz. Wer Gewalttaten verhindern will, muss bei denjenigen ansetzen, die Gewalt ausüben – unabhängig davon, ob sie dafür eine Flasche, einen Stein, eine Brechstage oder Pyrotechnik verwenden.
Aus Sicht des Verbandes müssen aus den wiederholten Vorfällen klare Konsequenzen gezogen werden. Wer pyrotechnische Gegenstände gezielt gegen Menschen einsetzt, muss identifiziert und konsequent strafrechtlich verfolgt werden. Wo Menschenansammlungen und besondere Gefährdungslagen bestehen, müssen Kontrollen und Sicherheitskonzepte dem tatsächlichen Risiko angepasst werden. „Wenn wir aus solchen Vorfällen wirklich lernen wollen, dürfen wir nicht beim Verbot eines Gegenstandes stehen bleiben“, sagt Richard Eickel, Vorstand des VPI. „Wir müssen über Täter, Kontrollen, Prävention, Strafverfolgung und Verantwortungsbewusstsein sprechen. Sonst bekämpfen wir das sichtbare Tatmittel – aber nicht das eigentliche Problem – die Menschen, die es benutzen.“
Der VPI setzt sich seit Jahren für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Feuerwerk ein und verurteilt Gewalt und rücksichtslosen Missbrauch unabhängig vom Anlass. Gerade mit Blick auf den kommenden Jahreswechsel müsse diese Unterscheidung erneut deutlich gemacht werden. Es würde nicht wundern, wenn diejenigen, die Pyrotechnik im Stadion gezielt missbrauchen auch zur Gruppe derjenigen zählten, die Pyrotechnik an Silvester instrumentalisieren.
Zum Verband | Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) ist der Zusammenschluss von 23 (teils assoziierten) Mitgliedsunternehmen aus Deutschland. Der VPI betreut Hersteller von Silvester-, Groß- und Bühnenfeuerwerken sowie Hersteller von pyrotechnischer Munition aus dem gesamten Bundesgebiet.
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