Die AKDB, die Komm.ONE, ekom21 und Dataport haben anlässlich der Smart Country Convention einen Letter of Intent zur Zusammenarbeit bei der Entwicklung und dem Betrieb einer gemeinsamen Plattform für Register-as-a-Service (RaaS) vorgestellt. Mit der Kooperation wollen die vier öffentlichen IT-Dienstleister eine cloudbasierte Bereitstellung und Vernetzung von Registern voranbringen. Ziel ist es, den Anschluss an die Infrastruktur der Registermodernisierung zu vereinfachen und einen wirtschaftlichen, sicheren und dauerhaft verlässlichen Betrieb zu ermöglichen.
Register enthalten Daten, die für viele Verwaltungsleistungen benötigt werden. Ihre Modernisierung schafft die Grundlage dafür, dass Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen bereits vorliegende Nachweise künftig nicht wiederholt einreichen müssen. Die technische Umsetzung stellt insbesondere Kommunen vor erhebliche Herausforderungen: Unterschiedliche Fachverfahren und Betriebsumgebungen müssen angebunden, gemeinsame Standards umgesetzt und neue Anforderungen dauerhaft betreut werden.
Die Partner setzen deshalb auf eine gebündelte, cloudorientierte und digital souveräne Bereitstellung. Gemeinsam nutzbare Plattformdienste und standardisierte Fachadapter sollen den Aufwand für einzelne Registeranschlüsse reduzieren und die Anbindung an das Nationale Once-Only-Technical-System (NOOTS) erleichtern. Einmal entwickelte Komponenten können für weitere Register und Verwaltungen wiederverwendet werden. Wartung, Sicherheitsaktualisierungen und technische Weiterentwicklungen lassen sich bündeln. Das entlastet die registerführenden Stellen und ihre IT-Teams und schafft bessere Voraussetzungen für einen zügigen Rollout in der Fläche.
Die geplante Plattform soll unterschiedliche Register und Verwaltungsträger in einer gemeinsamen technischen Umgebung unterstützen, welche in unterschiedlichen Kontexten (föderal, national) betrieben werden kann. Die fachliche Verantwortung und die Datenhoheit verbleiben bei den jeweils zuständigen Stellen. Durch die cloudbasierte Architektur können Betriebskapazitäten bedarfsgerecht bereitgestellt und zusätzliche Register schrittweise aufgenommen werden.
Die vier Partner verbinden dafür komplementäre Erfahrungen: Die AKDB bringt ihre Expertise in kommunalen Fachverfahren und der Registerführung sowie Erfahrungen aus der Entwicklung cloudbasierter Register und dem Einsatz von Confidential Computing ein. Die Komm.ONE ergänzt dieses Wissen um ihre Erfahrung mit kommunalen Fachverfahren und der flächendeckenden Einführung digitaler Verwaltungsdienste in Baden-Württemberg, insbesondere der Begleitung registerführender Stellen beim Anschluss an Komponenten der Registermodernisierung. ekom21 steuert ihre Kompetenz als kommunaler IT-Dienstleister in Hessen und aus der Unterstützung der hessischen Kommunen bei der Registermodernisierung bei. Dataport bringt seine Erfahrung im länderübergreifenden Betrieb öffentlicher IT-Infrastrukturen sowie in der Entwicklung cloudbasierter Registerlösungen ein. Gemeinsam decken die Partner damit den Weg von der fachlichen und technischen Entwicklung über den Registeranschluss bis zum laufenden Betrieb und Support ab.
Die gemeinsame Lösung baut auf der als Open Source verfügbaren Online-Register-Plattform (ORP) der Firma adesso auf, deren Entwicklung das Land Schleswig-Holstein in Auftrag gegeben hat. Damit nutzen die Partner vorhandene Entwicklungsergebnisse und schaffen eine Grundlage für die gemeinsame Weiterentwicklung und Nachnutzung. Der offene Quellcode stärkt die Transparenz und die digitale Souveränität der öffentlichen Verwaltung. Die Einbindung weiterer Fachverfahrensanbieter über offene Schnittstellen und Fachadapter soll die Anbindung unterschiedlicher Register erleichtern.
Bereits heute setzen Registermodernisierungs-Anschlussvorhaben, die zentral durch den IT-Planungsrat finanziert werden, auf die Plattform der Kooperation. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen in die Weiterentwicklung einfließen und weiteren Anschlussprojekten zugutekommen.
Mit dem Letter of Intent bekräftigen AKDB, Komm.ONE, ekom21 und Dataport ihren gemeinsamen Anspruch, Register-as-a-Service als nachhaltig betreibbares Angebot für die öffentliche Verwaltung zu etablieren. Durch die Bündelung ihrer Entwicklungs- und Betriebskompetenzen wollen sie Mehrfachaufwände verringern und die Registermodernisierung länderübergreifend beschleunigen.
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