„Der zwölfte Stuhl“: Elf Denker streiten eine Nacht lang, und keiner von ihnen gewinnt

„Der zwölfte Stuhl“: Elf Denker streiten eine Nacht lang, und keiner von ihnen gewinnt

Berlin, 14. September 2026

Der berühmteste Vers Rumis ist nicht von Rumi

Ein Berliner Roman lässt elf Denker eine Nacht lang miteinander streiten. Zwei ihrer bekanntesten Sätze stammen nachweislich von jemand anderem. Parallel erschien ein Album mit dreizehn Stücken.

Der Vierzeiler, der auf Postkarten und in Traueranzeigen steht und den man Jalal ad-Din Rumi zuschreibt, stammt nicht von ihm. Er geht auf einen Sufi zurück, der zwei Jahrhunderte früher starb, und die Verwechslung lässt sich auf eine Kalligrafie in Konya zurückführen, die ein Bibliothekar ungeprüft zuordnete.

Auch der Satz, wenn Gott nicht existiere, sei alles erlaubt, findet sich bei Dostojewski in dieser Form nicht. Jean-Paul Sartre war nachweislich der Erste, der ihn Dostojewski zuschrieb, und er erklärte ihn zum Ausgangspunkt seiner Philosophie.

Beide Fälle verhandelt Salih Daglar in seinem Debütroman „Der zwölfte Stuhl“, erschienen am 11. September 2026. Und beide musste er nicht erfinden.

DAS BUCH

Ein Mann von zweiundvierzig verunglückt auf dem Weg in seine Stammbar und ist zwölf Minuten ohne Bewusstsein. In diesen zwölf Minuten sitzt er eine Nacht lang an einem runden Tisch in einem Berliner Jazzclub. Zwölf Stühle, elf besetzt. Der zwölfte Platz ist für ihn.

Sokrates fragt. Diogenes provoziert. Epikur rechnet. Konfuzius spricht über Ordnung und Verantwortung. Rumi über Liebe und Trennung. Machiavelli über Macht. Marx über Verhältnisse. Schopenhauer über Begehren. Nietzsche über Selbstüberwindung. Dostojewski über Schuld. Sartre über Freiheit.

Ihm fehlt nichts. Er hat eine Wohnung, einen Beruf, Geld für acht Monate und vierhundertsechs Kontakte im Telefon, von denen er zwei anrufen könnte. Seine Mutter lebt zweihundertzehn Kilometer entfernt und kann seit Februar nicht mehr allein einkaufen. Und es gibt eine Sache, über die er seit sechs Jahren nicht spricht.

Achtzehn Runden lang nehmen die elf ihn auseinander. Die Regel des Buches ist streng und wird nirgends gebrochen: Sie geben keinen Rat, erteilen keine Aufgabe, und keine Position gewinnt. Sie streiten, unterbrechen einander, lachen und halten sich gegenseitig ihre eigenen Sätze vor.

Am Ende wird ihm der freie Stuhl angeboten. Nicht als Belohnung, sondern als Verantwortung. Wer sich dorthin setzt, kann sich nicht länger hinter den Gedanken anderer verstecken.

Ein Quellenanhang weist für jede Stelle aus, ob es sich um ein Zitat, eine Paraphrase, eine Rekonstruktion oder eine unsichere Zuschreibung handelt.

DAS ALBUM

Parallel zum Buch entstand ein eigenständiges instrumentales Album gleichen Titels. Dreizehn Stücke zwischen Dark Jazz, Progressive Avant-Garde und türkischen, arabischen sowie armenischen Klangwelten.

Zwölf Stücke bilden den Kreis. „Der Anruf“ steht als dreizehntes außerhalb davon.

Daglar veröffentlicht als Musiker unter dem Namen Artbeatfeastverse.

ZUM AUTOR

Salih Daglar, geboren 1984, lebt in Berlin und macht Musik. „Der zwölfte Stuhl“ ist sein erster Roman und der erste Band einer Reihe. Die Bar, in der das Buch spielt, gibt es. Er sitzt dort seit zwanzig Jahren.

BIBLIOGRAFISCHE ANGABEN

Salih Daglar
Der zwölfte Stuhl
Elf Denker, eine Nacht und die Frage, ob es reicht
Roman, Band 1

Hardcover, 220 Seiten
29,99 EUR
ISBN 978-3-6967-2713-0
BoD

  • Books on Demand
    Erschienen am 11. September 2026

    Erhältlich im Buchhandel sowie bei BoD, Amazon, Thalia und Dussmann.

    Buch und Album:
    https://artbeatfeastverse.com/der-zwoelfte-stuhl-elf-denker-eine-nacht-und-die-frage-ob-es-reicht/

    PRESSEKONTAKT

    Salih Daglar
    kontakt@salihdaglar.de

    Rezensionsexemplare über den Verlag. Leseprobe, Coverdatei in Druckauflösung und Autorenfoto auf Anfrage.