Berlin, 16. August 2026. Am Brandenburger Tor haben sich Kunstschaffende, Friedensorganisationen sowie Bürgerinnen und Bürger versammelt. Mit Reden, Musik und einer öffentlichen Kunstaktion machten sie auf den Fall des 95-jährigen südkoreanischen Friedensaktivisten und Religionsleiters Lee Man-hee aufmerksam. Unter dem Motto „Art Speaks for Human Rights, Justice, Peace and Religious Freedom“ setzten die Teilnehmenden ein Zeichen für universelle Menschenrechte, faire Gerichtsverfahren und Religionsfreiheit. Im Mittelpunkt stand die Forderung nach einer Aufhebung der Untersuchungshaft gegen Lee Man-hee aus Gründen der Verhältnismäßigkeit.
Der Fall Lee Man-hee
Lee Man-hee, Gründer der christlichen Glaubensgemeinschaft Shincheonji, befindet sich seit dem 24. Juni 2026 im Zusammenhang mit Ermittlungen zu mutmaßlichen Verstößen gegen das südkoreanische Parteien- und Wahlrecht in Untersuchungshaft.
Die Redner der Berliner Kundgebung kritisierten die Fortführung der Haft scharf. Angesichts des hohen Alters von 95 Jahren, voller Kooperation mit den Behörden und fehlender Fluchtgefahr verstößt das Vorgehen nach Auffassung internationaler Beobachter gegen Menschenrechtsnormen. Diese besagen, dass ältere Menschen nur als letztes Mittel inhaftiert werden sollten. Unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit betonten die Teilnehmenden die universelle Bedeutung von Menschenwürde und fairen rechtsstaatlichen Verfahren.
Stimmen der Kundgebung
Reiner Braun, Co-Präsident des International Peace Bureau, forderte die unmittelbare Freilassung: „Die Vorwürfe rechtfertigen keinesfalls eine Untersuchungshaft. Dieser Mensch muss umgehend freigelassen werden, um die letzten Jahre seines Lebens in Würde verbringen zu können.“
Gerhard Emil Fuchs-Kittowski, Präsident des Deutschen Friedensrates, ergänzte mit Blick auf das Verfahren: „Die Fortführung dieser Haft ist weder mit rechtsstaatlichen Prinzipien noch mit der Menschenwürde vereinbar.“
Die Künstlerin Ute Bella Donner (Umbrella Peace Art) begründete ihr Engagement ähnlich: „Hier liegt eine klare Menschenrechtsverletzung vor. Deshalb setze ich mich für die Freiheit von Herrn Lee ein.“
Kunst als Brücke für Menschenrechte und Dialog
Ein zentrales Element der Veranstaltung war die Verbindung von Kunst und Menschenrechtsarbeit. Eine öffentliche Kunstaktion, initiiert von Kani Alavi (Gründer der Künstlerinitiative East Side Gallery), sollte Aufmerksamkeit für den Fall und die Bedeutung globaler Grundrechte schaffen.
Anja Mewes, Vorsitzende der Friedensglockengesellschaft Berlin, betonte das Potenzial dieses Ansatzes: „Kunst verbindet, schafft Dialog und Menschlichkeit.“ Die Kundgebung verstand Kunst somit nicht nur als Ausdrucksform, sondern als Werkzeug, um gesellschaftliche Debatten über Länder- und Glaubensgrenzen hinweg anzustoßen. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine feierliche Unterzeichnungszeremonie für eine Petition zur Freilassung von Lee Man-hee (Link zur Petition auf Change.org https://c.org/5bWHrZj4dJ).
Ausblick:
Veranstaltung:
„Mitgefühl – Wenn Glauben Mut kostet – Zwischen Verfolgung und Hoffnung“
