Der größte Recruiting-Fehler im Handwerk: Warum offene Stellen monatelang unbesetzt bleiben

Der größte Recruiting-Fehler im Handwerk: Warum offene Stellen monatelang unbesetzt bleiben

Viele Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Fachkräften – und trotzdem bleiben Stellen oft monatelang unbesetzt. Der Fachkräftemangel spielt dabei zwar eine Rolle, doch häufig liegt das Problem tiefer: Viele Betriebe suchen noch immer mithilfe von Methoden, die früher funktioniert haben, heute aber kaum noch Bewerber erreichen.

Der größte Fehler ist nicht der Fachkräftemangel, sondern die Vorgehensweise. Wer heute so sucht wie vor zehn Jahren, wird niemanden erreichen. Hier erfahren Sie, welche Fehler Betriebe vermeiden sollten und wie sich qualifizierte Fachkräfte heute erfolgreich gewinnen lassen.

Die Aufmerksamkeit hat sich verlagert

Vor allem jüngere Menschen lesen seltener Tageszeitungen und hören weniger Radio als frühere Generationen. Stattdessen verbringen sie einen großen Teil ihrer Zeit auf digitalen Plattformen. Dort informieren sie sich, tauschen sich aus und werden auf mögliche Arbeitgeber aufmerksam.

Handwerksbetriebe müssen ihre Personalsuche deshalb an dieses veränderte Medienverhalten anpassen. Eine Stellenanzeige kann inhaltlich überzeugen, bleibt jedoch wirkungslos, wenn potenzielle Bewerber sie nicht sehen. Entscheidend ist daher, die Zielgruppe auf den Kanälen anzusprechen, die sie tatsächlich nutzt.

Klassische Medien sind nicht grundsätzlich ungeeignet. Allerdings lassen sich Zeitungsanzeigen und Radiospots nur begrenzt auf bestimmte Personengruppen ausrichten. Dadurch erreichen sie viele Menschen, die für die ausgeschriebene Stelle nicht infrage kommen. Der Betrieb bezahlt somit auch für Kontakte, die für seine Personalsuche keine Bedeutung haben.

Einmalige Anzeigen werden schnell vergessen

Neben dem richtigen Kanal kommt es auf die Häufigkeit der Ansprache an. Eine einzelne Anzeige wird leicht übersehen, denn potenzielle Mitarbeiter begegnen täglich zahlreichen Informationen und Stellenangeboten. Betriebe müssen daher entweder mit einer besonders klaren Botschaft auffallen oder über einen längeren Zeitraum wiederholt sichtbar sein.

Regelmäßige Kontakte sorgen dafür, dass sich Menschen an einen Namen und ein Unternehmen erinnern. Zugleich kann die wiederholte Wahrnehmung Vertrautheit schaffen. Dieser Zusammenhang wird als Mere-Exposure-Effekt bezeichnet.

Digitale Medien ermöglichen es, eine festgelegte Zielgruppe mehrfach anzusprechen. Statt mit einem bestimmten Budget einmalig eine große und gemischte Gruppe zu erreichen, kann ein Betrieb seine Anzeige einer kleineren, relevanten Personengruppe häufiger zeigen.

Sucht ein Unternehmen beispielsweise Handwerker aus der eigenen Region, lässt sich die Ansprache entsprechend eingrenzen. Dadurch sinken die Streuverluste, während die passende Zielgruppe die Anzeige häufiger wahrnimmt. Nicht jeder Kontakt führt sofort zu einer Bewerbung. Durch eine kontinuierliche Präsenz kann der Betrieb jedoch bereits bekannt sein, sobald eine Fachkraft über einen Stellenwechsel nachdenkt.

Klare Aussagen statt allgemeiner Versprechen

Eine genaue Ausrichtung der Anzeige allein reicht nicht aus. Ebenso wichtig ist eine verständliche Botschaft. Allgemeine Aussagen wie „gutes Arbeitsklima“, „attraktive Vergütung“ oder „abwechslungsreiche Aufgaben“ stehen in zahlreichen Stellenangeboten. Sie erklären kaum, wodurch sich ein Betrieb von anderen Arbeitgebern unterscheidet.

Eine Stellenanzeige sollte daher konkrete Informationen enthalten. Dazu gehören etwa die tatsächlichen Aufgaben, Arbeitszeiten, Einsatzorte, Voraussetzungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Übertriebene Versprechen sind dabei zu vermeiden, da sie falsche Erwartungen wecken können.

Interessenten sollten auf den ersten Blick erkennen, welche Position angeboten wird und welche Bedingungen sie erwartet. Eine sachliche und eindeutige Sprache erleichtert ihnen die Entscheidung, ob die Stelle zu ihrer beruflichen Situation passt.

Der erste Kontakt muss einfach sein

Selbst eine gut ausgerichtete Anzeige verliert an Wirkung, wenn die anschließende Bewerbung zu aufwendig ist. Müssen Interessenten zunächst einen Lebenslauf, ein ausführliches Anschreiben und mehrere Nachweise einreichen, verschieben sie den Vorgang möglicherweise oder verzichten darauf.

Das betrifft vor allem Fachkräfte, die bereits beschäftigt sind und nicht aktiv nach einer neuen Stelle suchen. Sie können dennoch für ein passendes Angebot offen sein, sofern die Kontaktaufnahme unkompliziert möglich ist. Digitale Formulare senken diese Hürde, weil für eine erste Anfrage häufig wenige Angaben zur Person, zur Berufserfahrung und zur Erreichbarkeit genügen.

Ein einfacher Einstieg ersetzt keine sorgfältige Auswahl. Weitere Unterlagen lassen sich im späteren Verlauf anfordern. Zunächst sollte der Betrieb jedoch den Kontakt ermöglichen und anschließend in einem persönlichen Gespräch prüfen, ob beide Seiten zueinander passen.

Offene Stellen bleiben somit nicht nur wegen fehlender Fachkräfte unbesetzt. Häufig erreichen die Anzeigen zu wenige geeignete Menschen, werden nicht oft genug wahrgenommen oder führen zu einem unnötig komplizierten Bewerbungsprozess. Eine zeitgemäße Personalsuche verbindet deshalb eine klar definierte Zielgruppe mit wiederholter Sichtbarkeit, konkreten Informationen und einer einfachen Kontaktmöglichkeit.

Über die A&M:

Marvin Flenche und Alexander Thieme sind Gründer der A&M Unternehmerberatung GmbH. Die Agentur hat sich auf Handwerksbetriebe spezialisiert und ermöglicht Unternehmen mit Hilfe von Onlinemarketing Planbarkeit und Wachstum durch mehr Kundenanfragen und qualifizierte Mitarbeiter. Weitere Informationen über: https://www.am-beratung.de

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