Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. appelliert an das Europäische Parlament, die im letzten Jahr zugesagten Zollsenkungen für US-Importe zu ermöglichen. Die praktische Umsetzung der Zollvereinbarung vom Sommer 2025 war zuletzt wiederholt auf Eis gelegt worden. „Mit der Umsetzung machen wir deutlich, dass unsere Handelspartner auf europäische Zusagen bauen können. Gleichzeitig erwarten wir jetzt von den USA, dass auch sie sich wieder an die Vereinbarung halten und zudem die Zölle auf Stahl und Aluminiumprodukte aus Europa senken. Die Zollvereinbarung bringt unseren Unternehmen ein Mindestmaß an dringend notwendiger Planungssicherheit. Die unstete US-Handelspolitik hat die bayerische Wirtschaft über viele Monate hinweg enorm belastet. Die Zölle sollten, wie vereinbart, rasch auf das vereinbarte Niveau gesenkt werden. Auch bayerische Unternehmen profitieren, wenn sie ihre in den USA produzierten Produkte zollfrei in die EU einführen können“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt im Vorfeld der Abstimmung im EU-Parlament.
Die vbw begrüßt, dass die EU nun strategisch handelt und klarstellt, dass sich die USA an die Zollvereinbarung halten müssen, um vergünstigten Zugang zum europäischen Markt zu erhalten. „Es ist wichtig und richtig, dass die EU die Zollsenkungen vorantreibt und sich zeitgleich Handlungsmöglichkeiten offenhält. So kann die EU rasch reagieren, falls die Vereinigten Staaten doch nicht Wort halten sollte. Zudem muss die EU die Gespräche zu Zöllen auf Stahl und Aluminiumprodukte fortsetzen. Dies darf aber nicht dazu führen, dass die bereits vereinbarten Zollsenkungen erst später greifen“, sagt Brossardt.
Aus Sicht der vbw muss die EU aus einer Position der Stärke heraus mit den USA verhandeln. „Das geht nur, wenn Europa Einigkeit bewahrt und mit einer Stimme spricht. Die EU darf sich nicht erpressen lassen und muss entschlossen reagieren. Trotzdem dürfen Gegenzölle nur das letzte Mittel sein. Sie provozieren unweigerlich eine Zollspirale, die nur Verlierer kennt – auf beiden Seiten. Vor allem muss klar sein: Die Eskalation von Handelskonflikten muss vermieden werden. Ein Handelskrieg schadet allen. Mit der Zustimmung des Parlaments setzt die EU ein wichtiges Signal, dass sie ihre Interessen im globalen Handel selbstbewusst und konsequent durchsetzen kann“, ergänzt Brossardt.
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