Möglichweise wäre Precht ja gut beraten sein Werk „Von Nietzsche bis Kant. die dreiunddreißig größten Denker der Neuzeit wie sie lebten und was sie dachten“; oder einfach mit „Prechts großes Rätselbuch“ zu betiteln, denn welche philosophischen Fragen Precht auch immer aufwirft, die Geschichte zu den größten Fragen der Philosophie sind seine eigentlichen Fragen. Die Philosophie selbst bleibt ihm ein Rätsel; denn auch die Antwort auf seine dritte Frage: „Wie funktioniert mein Gehirn?“ beantwortet er, nach einer Kurzbiographie von Cajal, mit: „[…] ist nach wie vor unser größtes Geheimnis […]“; und auch aus der vierten Frage (diesmal muss Descartes ran): „Woher weiß ich, wer ich bin?“ entlässt der Autor seine Leser einfach mit der gleichähnlichen Frage: „ Was soll diese Ich eigentlich sein?“ wieder in die fünfte Frage: „Wer ist Ich?“
Hier erfährt die precht´sche Einfallslosigkeit tatsächlich noch eine Steigerung; Der „Philosoph“ gelangt nach einer weiteren, an uns Pennäler gerichteten, Bertelsmann Lexikon Lektion, und diesmal einer Kurzbiographie über Ernst Mach, plötzlich und völlig unerwartet zu jener Rilke poetisch knappen, gegossenen „Welterkenntnis“, die ihn vielleicht eines
Tages unsterblich machen könnte. Sie lautet: „Wenn das Beobachten einfacher Emotionen die Mondlandung der Hirnforschung war, so ist die Reise zum Ich eine bemannte Fahrt mindestens zum Jupiter“. ( S. 73)
Prechts famose, sternstundengleiche Antwort auf die Frage: „Wer ist ›Ich‹ „lautet also richtig: „[… ] die Antwort weiß der Jupiter“.
Mal ehrlich, hätten Sie das gewusst