´Knochen außer der Reihe´ lautet der Titel des soeben im Leipziger I.C.H. Verlag erschienenen Buches von Frank Held, seines Zeichens Autor, Rentner und Hundeführer mit Diplom. Ein Déjà-vu, denn der Vorgänger-Titel war erste letztes Jahr im selben Verlag veröffentlich worden.
Wir schreiben hier nun das Jahr 2022, eine Pandemie namens Corona, so zumindest der Volksmund, weigert sich immer noch hartnäckig, restlos zu verschwinden, eine rot-grüne Bundesregierung wurstelt nach vielversprechendem Start immer mehr vor sich hin, die Russen beginnen einen Krieg gegen die europäische Ordnung, Heizungen werden kühler.
An dieser Stelle ließe sich dem Volk so richtig gut aufs Maul schauen, wie Luther das ja eins auch tat und kurze Zeit später nach Thüringen emigrieren musste. Und genau das macht Frank Held ja auch tagtäglich und gewissenhaft, wenngleich es in seinem Umfeld oft, und das gerade im Winter, so menschenleer ist, dass die einzigen Mäuler, die er zu sehen bekommt und auf die er schauen könnte, ausgerechnet das eigene, das seines Lieblings Alfy und vielleicht auch das seiner Frau sind. Wobei Held den Mund seiner Frau wohl niemals ein Maul nennen würde, da er sie erstens lieb hat und sie zweitens irgendwann früher einmal in Karate ausgebildet wurde. Aber meistens sind dann doch ein paar Leute unterwegs, auf die man hören, denen man aufs Maul schauen kann, von denen man hört, wie die Welt wirklich funktioniert und was der und der, oder die und die, oder wie sich heutzutage alle bezeichnen möchten, wieder so alles erzählt und angestellt hat, also die da oben, und wie das alles einfacher und besser ginge. Und falls man niemanden trifft, hier wieder der Herr Held, und sich selbst, des Hundes und der Frau ein wenig müde ist, weil man ja voneinander weiß, was man so denkt und fühlt, und einem sonst kein Einheimischer oder gar Tourist begegnen möchte, gibt es ja noch das Internet, Zeitung und TV. Und Wölfe gibt es auch. Was besonders für Hund Alfy ein Thema wäre, teilt er doch mit denen immerhin die Vorfahren und also auch die Gene. Die allerdings, lassen, im Gegensatz zu dem braven Alfy ganze Schafsherden verschwinden. Oder?
„Die Schafsgeschichte könnte natürlich auch auf einer Entführung durch Aliens beruhen, die diese irrigerweise für die vernunftbegabteste Rasse unseres Planeten hielten und Kontakte knüpfen wollten. Ich könnte diese Extraterrestrischen verstehen, wenn ich mich so umgucke oder höre, was gerade so alles passiert, unter anderem in der Ukraine, wo ein wild gewordener, ältlicher russischer Tyrann versucht, so bekannt wie Hitler, Stalin oder Pol Pot zu werden, um in zukünftigen Geschichtsbüchern namentlich mit erwähnt zu werden. So etwas lässt sich weder durch Vernunft noch vorliegender Intelligenz erklären!“ So einer von Helds Gedanken aus dem Buch und dem uns alle umgebenden Wirrwarr von der Realität, die wir persönlich erleben, und der, die über Medien und Erzählungen zu uns kommt. Da ist es umso wichtiger und für einen jeden wohltuend, wenn zumindest die eigene Ordnung intakt ist, die täglichen Routinen, die Nachbarschaft, die Familie. So auch im Hause Held, zu welchem auch und ganz besonders, wie nicht oft genug zu erwähnen ist, Schnuffelnase Alfy zählt, ein Harzer Fuchs Mix, aus Rumänien ins beschauliche Thüringen immigriert.
Und so erkunden dieser Vierbeiner und der Autor wie immer die ihnen bekannte Welt und Nachbarschaft, die manchmal sogar bis zur Ostsee reicht, folgen ihren Pfaden, machen historisch bedeutende Entdeckungen, lauschen und erschnüffeln, was Mensch und Tier so zu berichten haben, und machen sich so ihr ganz eigenes Bild von der Welt und den Ereignissen da draußen. Natürlich werden diese vollkommen unterschiedlich gewichtet, denn welcher Hund interessiert sich schon für Politik, welcher Mensch für die Fährte einer gutaussehenden Labradorin? Doch für beide geht es am Ende immer heeme, also nach Hause, wo auch die Heizung allmählich wärmer wird.
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Honorarfreie Verwendung, Beleghinweis erbeten,
657 Wörter; 4203 Zeichen
