Es begann mit einem Satz, so beiläufig wie unschuldig, wie er auf Festen überall fällt:
„Wir brauchen Stühle.“
Herbst 1973, Museum Schloss Morsbroich in Leverkusen. Am 3. November feierte die örtliche SPD eine gesellige Zusammenkunft zwischen Kunstwerken und Kaltgetränken. Die Stimmung war gelöst, der Hausmeister hilfsbereit. Kurzerhand öffnete er den Lagerraum, in dem zusätzliche Sitzgelegenheiten vermutet wurden.
Dort, in einer Ecke, stießen zwei Frauen auf ein Objekt, das sich jeder eindeutigen Einordnung entzog: eine alte Badewanne, überzogen mit Mullbinden, Pflastern und einer schmierigen Patina aus Fett und Schmutz. Kein erklärendes Schild, kein rotes Absperrband, kein Hinweis auf besondere Vorsicht. Nur dieses Ding.
„Perfekt zum Gläserspülen“, dachte man sich offenbar – und zerrte die Wanne kurzerhand in den Festsaal.
Nicht alle Anwesenden waren begeistert. „Viele von uns fanden die Wanne viel zu dreckig“, erinnerte sich später Leo Monz vom SPD-Ortsverein Leverkusen. Doch Marianne Klein und Hilde Müller ließen sich nicht beirren. Jahre später sagten sie in einem Interview nüchtern: „Wir dachten, wir machen das alte Teil einfach sauber. Uns kam nichts dabei komisch vor.“
Bewaffnet mit Ata-Scheuerpulver machten sie sich ans Werk. Minuten später glänzte die Wanne weiß und sauber – und war damit unwiederbringlich zerstört.
Was niemand ahnte: Der Schmutz war kein Versehen, sondern Konzept. Die Wanne war ein Kunstwerk von Joseph Beuys, Teil der Wanderausstellung „Realität – Realismus – Realität“ des Von der Heydt-Museums in Wuppertal. Ihr Wert: rund 80.000 D-Mark. Die gut gemeinte Putzaktion entwickelte sich zu einem bundesweiten Kulturereignis mit juristischem Nachhall. Über zwei Jahre beschäftigte der Fall Gerichte, Gutachter und Feuilletons.
Der eigentliche Skandal, so Monz später, sei für viele nicht das Reinigen gewesen – sondern die Wanne selbst. Plötzlich stand sie im Raum, jene Frage, die seither immer wieder gestellt wird und doch nie endgültig beantwortet wird: Was ist Kunst? Bereits die Idee oder das ausgeführte Werk?
Vielleicht liegt genau darin ihre Kraft. Kunst ist fragil. Sie entzieht sich klaren Definitionen, ist missverständlich, manchmal zum Verwechseln nah am Alltag – und gerade deshalb wirksam. Sie verlangt Aufmerksamkeit, Einordnung, einen Rahmen. Ohne diesen Rahmen wird sie übersehen, missverstanden oder, wie im Fall von Morsbroich, schlicht weggeputzt.
Und heute? Ganz gleich, welche Kunst man liebt oder selbst erschafft – ob provozierend, poetisch, minimalistisch oder radikal – sie braucht Raum. Einen Ort, an dem sie sichtbar, auffindbar und erklärbar wird. Im digitalen Zeitalter sind das nicht nur Museen und Galerien aus Stein, sondern auch Websites mit Art-Domains: digitale Ausstellungsräume, Bühnen für Ideen, Orte bewusster Präsentation. Hier wird Kunst gezielt betrachtet.
Eine besondere Rolle spielen zudem Design-Domains. Sie richten sich an jene Disziplin, die zwischen Kunst und Funktion vermittelt: Gestaltung. Design ist nie rein dekorativ, sondern stets Ausdruck einer Haltung, einer Entscheidung, eines Konzepts. Ob Produktdesign, Grafik, Mode, Architektur oder digitale Interfaces – Design ordnet die Welt und macht sie lesbar. Eine Design-Domain transportiert genau diesen Anspruch nach außen: Klarheit, Professionalität, Formbewusstsein. Sie signalisiert, dass Gestaltung hier nicht Beiwerk ist, sondern Kern. Für Designer, Studios, Agenturen und kreative Marken wird die Domain selbst zum Teil des Designs – präzise, reduziert, aussagekräftig.
Nahtlos fügen sich Gallery-Domains in diese Logik ein. Sie sind die digitalen Entsprechungen jener Räume, in denen Kunst nicht erklärt werden muss, sondern wirken darf. Eine Galerie ist seit jeher ein Ort der Auswahl, der Haltung, des kuratierten Blicks. Genau das signalisiert eine Gallery-Domain im Netz: Hier wird nicht gesammelt, sondern gezeigt. Für Galerien, Kunsthandlungen, Kunstmessen, Künstler, Kuratoren oder Sammler wird die eigene Website zur virtuellen Ausstellung – mit weißen Wänden aus Pixeln, offenen Blickachsen und der Freiheit, Kunst jenseits von Öffnungszeiten und Eintrittskarten erfahrbar zu machen.
Und dann sind da die Museum-Domains. Lange Zeit schienen sie den großen, staatlichen Häusern vorbehalten. Doch diese Grenze ist gefallen. Inzwischen können Museum-Domains von jedermann registriert werden, der eine Sammlung besitzt – unabhängig davon, ob es sich um ein klassisches Museum, eine private Kollektion, ein Themenarchiv oder eine rein digitale Sammlung handelt. Gerade darin liegt ihre besondere Kraft: Eine Museum-Domain erhebt das Sammeln zur bewussten Praxis. Sie verleiht Ordnung, Ernsthaftigkeit und Dauer. Im Internet wird aus einer Ansammlung von Objekten eine kuratierte Welt, aus Leidenschaft ein kulturelles Statement. Wer unter einer Museum-Domain präsentiert, sagt: Das hier ist mehr als Besitz. Es ist Bewahrung, Kontext, Geschichte – und beansprucht Bedeutung. Eine Museum-Domain wertet jede Sammlung auf.
Vielleicht hätte man 1973 in Morsbroich ein Schild gebraucht. Oder einen erklärenden Text. Oder einfach einen Rahmen, der das Alltägliche von der Kunst trennt. Heute kann dieser Rahmen eine Domain sein.
Hans-Peter Oswald
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