Filmfest Hamburg: NDR Nachwuchspreis geht an Ezequiel Salinas und Ramiro Sonzini für ihren Film „The Night is Fading Away“ / Zwei Preise für NDR Produktionen

Filmfest Hamburg: NDR Nachwuchspreis geht an Ezequiel Salinas und Ramiro Sonzini für ihren Film „The Night is Fading Away“ / Zwei Preise für NDR Produktionen

Der NDR Nachwuchspreis beim Filmfest Hamburg geht in diesem Jahr an die Regisseure Ezequiel Salinas und Ramiro Sonzini für ihren Film „The Night is Fading Away“. Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert und ehrt Regisseurinnen und Regisseure, die ihr Langfilmdebüt oder ihre zweite Regiearbeit zeigen. Drei Studierende aus Hamburg haben ausgesucht, wer den Preis bekommt. Insgesamt standen acht Filme zur Auswahl.

Ezequiel Salinas und Ramiro Sonzini kommen beide aus Córdoba, Argentinien. Salinas arbeitet als Regisseur und Kameramann, Sonzini ist Filmemacher, Editor und Filmkritiker. The Night is Fading Away ist ihr erster Spielfilm und feierte seine Premiere auf dem Valdivia International Film Festival in Chile.

In der Jurybegründung heißt es: „The Night is Fading Away erzählt den Alltag des einfachen Kinonachtwächters Pelu und ermöglicht uns dadurch einen einfühlsamen und erdenden Blick hinter die Kulissen, ohne dabei in das Spektakel des konventionellen Kinos zu verfallen. Stattdessen erleben wir, wie aus einem Kino ein Zufluchtsort für Pelu und Menschen werden kann, die sonst kaum einen solchen Raum haben. (…) Die soziale Kluft, die der Film sichtbar macht, wird dabei nie ausgestellt oder erklärt, sondern ist Teil des Alltags seiner Figuren. (…)

The Night is Fading Away steht symbolisch für alle Filme, die für den NDR Nachwuchspreis nominiert worden sind und durch das Kino als öffentlichen Raum eine Plattform bekommen. Jeder Film hat Zuschauer*innen auf der anderen Seite, die lachen, weinen, aushalten, oder vielleicht einfach kurz einschlafen, was aber auch völlig in Ordnung ist, wie der Film der beiden argentinischen Regisseure beweist. Die Schönheit des Kinos liegt schließlich darin, dass jede*r von uns einen Film auf ganz eigene Weise erleben darf.“

Zum Inhalt des Films „The Night is Fading Away“:Das Kino als Schutzraum des Widerstands: Der argentinische Debütfilm ist eine eindringliche humanistische Fabel über Kunst und Solidarität in Zeiten der Krise. Pelu, Vorführer in einem kommunalen Filmclub, verliert sein Zuhause und zieht nach seiner Degradierung zum Nachtwächter heimlich in das Kino ein. Nach und nach verwandelt er es in einen nächtlichen Zufluchtsort, beherbergt dort obdachlose Freunde und stellt es einem Camgirl zur Verfügung, das dort seine OnlyFans-Videos dreht. Die prekären wirtschaftlichen Verhältnisse, in denen sie leben, sind Teil einer umfassenderen Misere, und als das Kino zu schließen droht, gerät auch die kleine Gemeinschaft in Gefahr.

Preise für „LORD“ und „Breitscheidplatz 19/12“

Bereits am Mittwochabend wurden zwei NDR Produktionen im Rahmen des Hamburger Filmfestes ausgezeichnet: „LORD“ mit dem „Producers Award Deutsche Fernsehfilme“ und „Breitscheidplatz 19/12“ mit dem „Producers Award Deutsche Serien“.

Frank Beckmann, Programmdirektor NDR: „Gute Filme entstehen aus guten Partnerschaften. Wir freuen uns mit den Produzentinnen und Produzenten von ‚Breitscheidplatz 19/12‘ und ‚Lord‘ über diese verdiente Auszeichnung. Sie bestätigt den Kurs des NDR als verlässlicher Partner der Filmbranche im Norden, der kreative Räume öffnet und neue Talente fördert. Herzlichen Glückwunsch an beide Teams!“

„LORD“ ist eine Produktion der MÄKSMY Films GmbH, gefördert im Rahmen des Nordlichter Talent-Programms mit Mitteln der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, der nordmedia Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH und des NDR. Buch und Regie durch Caren Wuhrer, Produzent ist Markus Mayr. Die Redaktion im NDR hat Ira Neukirchen.

In dem Film geht es um die 17-jährige Lord, die der 78-jährigen Betty das Leben rettet. Zwischen Jugend ohne Zukunft und Alter ohne Würde entsteht eine fragile Verbindung und Mut zur Rebellion.

Aus der Jurybegründung: „Es ist ein Film über die Würde im Prekären. Über Solidarität, die einfach da ist. Er vertraut dabei auf Nähe. Auf Haltung. Auf magische Momente zwischen Menschen. Und auf Figuren, die im Spiegel der aktuellen gesellschaftlichen Situation, auf einem sehr schmalen Grad, in all ihren Widersprüchlichkeiten denken und handeln. Er urteilt nicht, er erklärt nicht, er berührt. Und das mit einem sehr feinen, herzlichen und scharfen Humor.“

„Breitscheidplatz 19/12“ ist eine Produktion der NEUESUPER (Simon Amberger, Rafael Parente und Korbinian Dufter) in Koproduktion mit ARD Degeto Film, rbb, NDR und HR für die ARD. Regie führte David Nawrath. Die Redaktion im NDR haben Rike Steyer und Christian Granderath.

Die sechsteilige Serie basiert auf wahren Begebenheiten. Die Amokfahrt auf einem Berliner Weihnachtsmarkt, die Trauer um die Opfer vom Breitscheidplatz und viele offene Fragen – der 19. Dezember 2016 steht für einen der schwersten Terroranschläge in der Geschichte der Bundesrepublik.

Aus der Jurybegründung: „Beeindruckt hat uns (…) die Konsequenz der Umsetzung: die besondere Bildsprache, die große filmische Qualität, ein hervorragender Cast und das hohe Niveau über alle Gewerke hinweg. Ein solches Projekt über Jahre zu entwickeln, zusammenzuhalten und dabei auch etwas zu wagen, hat uns überzeugt.“

03. Oktober 2026 – CS

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