Ein Jahrhundert in 100 Filmen – die Filmgeschichte Europas entdecken

Ein Jahrhundert in 100 Filmen – die Filmgeschichte Europas entdecken

Prägende Titel des europäischen Films – kuratiert von filmfriend

Zum Welttag des audiovisuellen Erbes macht filmfriend 100 prägende Filme der europäischen Filmgeschichte kostenfrei über die Bibliothek zugänglich.

Anlässlich des UNESCO-Welttags am 27. Oktober rückt filmfriend das europäische Kino in den Mittelpunkt: Mit der von der Europäischen Union geförderten Sonderreihe „Ein Jahrhundert in 100 Filmen“ können sich Nutzende ab dem 20. Oktober auf eine Zeitreise durch 100 Jahre Kino begeben. 100 handverlesene Meilensteine des europäischen Films stehen beim Streamingdienst der Bibliotheken bereit. Mit dem Ausweis einer teilnehmenden Bibliothek lassen sich die Filme kostenfrei und werbefrei streamen – von den Anfängen des Stummfilms bis zum Millenniumswechsel.

Zu finden ist die Reihe unter filmfriend.de/de/pages/filmgeschichte-europas.

Filmerbe zum Entdecken, nicht im Archiv

Der von der UNESCO ausgerufene Welttag erinnert jedes Jahr daran, dass bewegte Bilder zum kulturellen Gedächtnis gehören und Pflege und Zugang brauchen. Genau hier setzt die neue Reihe an: Sie holt europäische Filmgeschichte aus den Archiven und Festivalprogrammen auf den heimischen Fernseher.

Dieses Anliegen würdigte auch Leopold Grün von Vision Kino in seiner Laudatio zum Programmpreis der DEFA-Stiftung, mit dem filmfriend im Oktober 2026 ausgezeichnet wurde:

„filmfriend greift filmisches Kulturgut auf, macht es auch dort zugänglich, wo das nächste Lichtspielhaus fehlt – und bewahrt so manchen Filmschatz davor, unbeachtet zu bleiben oder gar verloren zu gehen.“

Leopold Grün, Geschäftsführer Vision Kino

Quelle: Laudatio zum Programmpreis der DEFA-Stiftung 2026, defa-stiftung.de

Die Reihe lädt zum Stöbern ein: Wer bei „Panzerkreuzer Potemkin“ beginnt, landet vielleicht bei Hitchcocks frühen Stummfilmen oder bei den DEFA-Klassikern. Jede Epoche wird auf der Themenseite mit einem kurzen Text eingeordnet.

Ein EU-gefördertes Projekt mit Bibliotheken als Vermittlern

Die Sonderreihe wurde mit Unterstützung des Programms Creative Europe MEDIA von der Europäischen Union gefördert. Sie soll die europäische Filmkultur und die Filmbildung stärken und zeigen, was öffentliche Bibliotheken leisten: Sie öffnen Kultur für alle, unabhängig von Wohnort und Geldbeutel. Die Bibliotheken agieren dabei als Vermittler und bringen das Thema auf vielfältigen Wegen zu den Nutzenden. filmfriend unterstützt sie dabei mit diversen Begleitmaterialien.

Sieben Epochen, 100 Filme

Die Reihe umfasst Spielfilme, Dokumentarfilme und Märchenfilme aus Deutschland (Ost wie West), Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Spanien und weiteren europäischen Ländern. Die Themenseite ordnet sie in sieben Epochen ein:

* 1900-1925: Europa im Aufbruch – Stummfilm, Avantgarde und Montagefilm
* 1926-1932: Die Goldenen Zwanziger – Lebenswelten zwischen Großstadt und Bergwelt
* 1933-1945: Europa in der Krise – Tonfilm und das Kino der Vorkriegs- und Kriegszeit
* 1946-1958: Die Wiedergeburt Europas – Trümmerfilm und Kino des Neubeginns
* 1959-1974: Die Revolte der Bilder – Neue Wellen quer durch Europa
* 1975-1989: Europäisches Autorenkino – ein Gegengewicht zum US-Blockbusterkino
* 1990-2000: Das neue Gesicht Europas – Erinnerung, Identität und Arthauskino

Von Fritz Lang bis Michael Haneke

Neben Klassikern aus dem umfangreichen filmfriend-Bestand enthält die Reihe zahlreiche Premieren namhafter europäischer Regisseure. Die Neuveröffentlichungen reichen von Fritz Langs Stummfilm „Das wandernde Bild“ über Zoltan Kordas opulentes, heute kritisch zu sehendes Kolonialabenteuer „Vier Federn“ bis zu britischen Nachkriegsklassikern von David Lean und Carol Reed. Alain Resnais zeichnet in „Der Krieg ist vorbei“ ein melancholisches Bild politischer Desillusionierung, Michael Hanekes „Funny Games“ stellt unseren Konsum von Gewalt infrage, und in „Love Is the Devil“ wird Daniel Craig zur Muse von Francis Bacon.

Eine Auswahl der neu veröffentlichten Titel:

* „Das wandernde Bild“ (DE 1920, Fritz Lang) – ein Stummfilm des Regisseurs von „Metropolis“, zu dem Thea von Harbou das Drehbuch mitschrieb.
* „Vier Federn“ (GB 1939, Zoltan Korda) – eine opulente Literaturverfilmung und kritisch einzuordnender Höhepunkt des britischen Kolonial- und Abenteuerfilms.
* „Charles Dickens: Geheimnisvolle Erbschaft“ (GB 1946, David Lean) – eine der bekanntesten Literaturverfilmungen des europäischen Kinos.
* „Ausgestoßen“ (GB 1947, Carol Reed) – ein Meisterwerk des europäischen Nachkriegskinos; danach drehte Reed „Der dritte Mann“.
* „Der Krieg der Knöpfe“ (FR 1962, Yves Robert) – humorvolle Kinderabenteuer mit einem genauen Blick auf soziale Strukturen.
* „Der Krieg ist vorbei“ (FR/SE 1966, Alain Resnais) – eine weitere melancholische Reflexion vom Regisseur von „Hiroshima, mon Amour“ und „Letztes Jahr in Marienbad“.
* „Funny Games“ (AT 1997, Michael Haneke) – eine provokante Stimme des europäischen Autorenkinos, die Gewalt und Medienkonsum hinterfragt.
* „Love Is the Devil“ (GB/FR/JP 1998, John Maybury) – ein Porträt des Malers Francis Bacon, mit dem späteren James-Bond-Darsteller Daniel Craig.

Kurzinfos zur Sonderreihe

* „Ein Jahrhundert in 100 Filmen“ lädt zur Entdeckung der Filmgeschichte Europas ein und bietet 100 Filme, eingeordnet in sieben Epochen von 1900 bis 2000.
* Zugang: Mit dem Ausweis einer teilnehmenden Bibliothek sind alle Filme und der gesamte
filmfriend-Katalog kostenfrei und werbefrei streambar.
* Förderhinweis: Das Projekt wurde mit Unterstützung des Programms Creative Europe MEDIA von der Europäischen Union gefördert.