Vor rund 1.000 Gästen wurde am Donnerstagabend (10. September 2026) der Deutsche Radiopreis im Hamburger Stage Theater an der Elbe verliehen. Überreicht wurden die Auszeichnungen an die besten Radiomacher*innen des Jahres von prominenten Laudator*innen wie beispielsweise Susanne Daubner, Guido Maria Kretschmer, Pinar Atalay und Lutz van der Horst. Aus mehr als 400 eingereichten Beiträgen hatte die unabhängige Jury des Grimme-Instituts in zehn Kategorien unter anderem besonders bewegende Sendungen, vielversprechende Newcomer*innen und herausragende Musikformate ausgewählt. Moderiert wurde die Preisverleihung von Katrin Bauerfeind und Thorsten Schorn. Musikalische Highlights brachten Peter Maffay zusammen mit Johannes Oerding, Tiffany Aris, Rea Garvey, Zah1de und Benét Monteiro (Cast „MJ – Das Michael Jackson Musical“) auf die Bühne.
Das sind die Preisträger*innen des Deutschen Radiopreises 2026 und die Begründungen der Jury:
Beste Morgensendung
1Live vom WDR
Jule Blaase und Celina Pegel
„1LIVE Pegel & Blaase“
Jule Blaase und Celina Pegel haben die fünf frühen Stunden ihrer neuen Show auf Anhieb zu ihrem eigenen Ding gemacht – authentisch, frisch und nahbar. »1LIVE Pegel und Blaase« lebt von einer besonderen Chemie: anarchisch genug, um die Atmosphäre eines spontanen, ungefilterten Freundinnen-Plausches zu vermitteln; gleichzeitig so professionell, dass die Relevanz der Inhalte nie auf Kosten der Lockerheit geht. So entsteht eine höchst zeitgemäße Interpretation der jungen Morningshow, die ihre Zielgruppe ernst nimmt, tief in deren Bedürfnisse reinhört und doch niemandem nach dem Mund redet. Pegel und Blaase können wild und verspielt, ohne künstlich überdreht zu wirken, und bringen damit eine mitreißende Energie über den Sender.
Beste*r Newcomer*in
Sina Wende
BAYERN 1
Sina Wende hat sich innerhalb kürzester Zeit von einer versierten TV-Sportjournalistin zu einer prägenden neuen Stimme im Radio entwickelt. Beim Bayerischen Rundfunk ausgebildet, bewies sie bei Formaten wie der ARD-Sportschau ihr journalistisches Talent, bevor sie im September 2025 die Moderation des Bayern-1-Klassikers „Heute im Stadion“ übernahm. Eine dreistündige Live-Bundesliga-Show im Radio ohne Vorerfahrung als Hauptmoderatorin zu führen, erfordert höchste Spontanität, schnelles Reaktionsvermögen und fundierte Fachkenntnis – Qualitäten, die Sina Wende bravourös demonstriert. Mit ihrer mitreißenden Art, ihrer Fachkompetenz und ihrer natürlichen Nähe zum Publikum ist sie eine echte Bereicherung für die Hörfunklandschaft. Die Grimme-Jury zeichnet Sina Wende daher als „Beste Newcomerin“ beim Deutschen Radiopreis 2026 aus.
Beste Reportage
Deutschlandfunk Nova
Britta Rotsch und Taiina Grünzig
„Die Lieblingsschülerin“
Die mehrteilige Reportagereihe „Die Lieblingsschülerin“ von Deutschlandfunk Nova setzt ein kraftvolles Zeichen gegen das Schweigen über sexualisierte Gewalt und Grooming im Schulsystem. Die Autorin Britta Rotsch und ihr Rechercheteam dokumentieren mit außergewöhnlichem Fingerspitzengefühl anhand des Schicksals dreier betroffener Frauen, wie missbräuchliche Abhängigkeiten im Schulalltag entstehen. Gleichzeitig deckt die weitverzweigte Recherche erschütternde Lücken in Aufsicht und Institutionen auf, in denen Täterschutz und Systemerhalt oft über den Schutz von Jugendlichen gestellt werden. Eine hochrelevante, intensiv recherchierte und handwerklich meisterhafte Reportage, die Aufrütteln und Aufklärung in vorbildlicher Weise verbindet.
Bestes Musikformat
R.SA
Grit Fischer-Hermann und Torsten Birenheide
„Die R.SA Kulthit-Cover“
Musik ist und bleibt Einschaltgrund Nummer eins fürs Radio. Musik sorgt für Emotionen. Musik schafft Nähe. Musik berührt uns, erst recht, wenn wir damit Erinnerungen an unsere Jugend oder an besondere Ereignisse verbinden. Wenn dann auch noch die Fangemeinde eingebunden wird, wenn sich neue Talente Gehör verschaffen können, wenn die Menschen aktiv mitgestalten und mitentscheiden können, was ihre liebste Musik ist, dann kann Radio sehr viel bewegen – für die Community, die Künstler*innen und natürlich fürs Programm. Das Alles schaffen die R.SA Kulthit-Cover.
Das Team um Grit Fischer-Hermann und Torsten Birenheide, das dieses Jahr den Deutschen Radiopreis in der Kategorie „Bestes Musikformat“ gewinnt, macht alles mit großer Leichtigkeit und Freude. Es sorgt für Hör- und Gesprächsstoff in einem ganzen Bundesland. Chapeau für diese exzellente Leistung!
Beste Sendung
Gong 96.3
Matthias Ulrich
„Take-Over – Bully & Rick übernehmen die Mike Thiel Show“
Zwei außergewöhnliche Entertainer übernehmen eine etablierte Morgensendung – und plötzlich gelten die üblichen Regeln nicht mehr. Michael „Bully“ Herbig und Rick Kavanian machen das Take Over der „Mike Thiel Show“ von Gong 96.3 mit Spontaneität, Improvisation und ihrem unverwechselbaren Zusammenspiel zu einem Radioerlebnis. Dabei verlassen sie sich nicht auf ihre prominenten Namen, sondern auf Timing, Persönlichkeit und die Kunst, aus dem Moment heraus Unterhaltung entstehen zu lassen. Das Ergebnis ist überraschend, nahbar und vor allem hörbar mit großer Freude am Medium gemacht. Eine Sendung, die zeigt, wie lebendig Radio sein kann, wenn man ihm Raum für Unvorhersehbares gibt.
Bestes Entertainment
NDR 2
Andreas Altenburg
„Barmbek Bump – Prange vs. Rohde“
Gute Unterhaltung ist hohe Kunst. Was im Radio als Entertainment empfunden wird, liegt in den Ohren der Hörenden. Entscheidend sind nicht nur Themen und Machart. Gelingt es, Alltäglichkeiten geschickt zuzuspitzen, Seltsames herauszupicken und dem Publikum einen akustischen Spiegel vorzuhalten, dann ist schon mal eine solide Humor-Basis geschaffen. Doch erst wenn es gelingt, dieses Material professionell auf die Tonspur zu bringen, mit einer starken Persönlichkeit und mit hohem Wiedererkennungs-wert zu verbinden, entsteht der Trigger, der uns Hörende zum Lachen bringt und uns wieder und wieder einschalten lässt. Genau das gelingt Andreas Altenburg, gemeinsam mit seinen zwei Protagonisten Olli Dittrich und Bjarne Mädel in „Barmbek-Bump – Prange vs. Rohde“. Wenn unter den Jury-Mitgliedern des Deutschen Radiopreises dank dieser Reihe kein Auge trocken bleibt, dann ist die Auszeichnung für „Bestes Entertainment“ in diesem Jahr mehr als verdient!
Bestes Informationsformat
WDR 2
Massimo Bognanni und Adrian Breda
„INSIDE CumEx – Jagd auf die Steuer-Mafia“
So tief und so fesselnd, wie mit Massimo Bognannis Podcast, ist man noch nicht in die komplexe Materie des Cum-Ex-Skandals eingestiegen. Seine investigative Doku-Serie erzählt das Geschehen als Duell zwischen zwei faszinierenden Köpfen – „Mr. Cum-Ex“ Hanno Berger und der Ex-Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker. Bognanni rekonstruiert aus seinen jahrelangen Recherchen und baute daraus sieben dichte Episoden. Er leistet wertvolle Fleißarbeit, indem er bislang unbekannte Zahlen und Dokumente zusammenträgt und den aktuellen Stand von Aufklärung und Strafverfolgung kritisch hinterfragt. Ein journalistisches Vorbild für anschauliche, niedrigschwellige Informationsvermittlung.
Bestes Interview
KISS FM
Melina Sander
„MILLE MEETS Disarstar“
Ein Interview soll mich mitnehmen in die Gedankenwelt des Interviewten und einen Mehrwert bieten über das Bekannte hinaus. Es soll spannend sein und nicht vorhersehbar. Nah, aber nicht anbiedernd. Genau das schafft Melina „Mille“ Sander. Sie spricht mit vielen unterschiedlichen Gästen, unter ihnen oft Legenden des Deutschrap, die schon hunderte Promo-Interviews hinter sich haben und ein Image, das gepflegt werden will. Doch die Interviewerin schafft es, sie zu knacken, mit ihrer direkten und emphatischen Art. Das Format hat gesellschaftliche Relevanz und Mille bietet den Raum dafür, mit ihrer exzellenten Interviewführung und ihrer unverwechselbaren Art. Und genau deshalb bekommt sie die Auszeichnung für das beste Interview beim Deutschen Radiopreis.
Beste Programmaktion
ANTENNE MÜNSTER
Malena Stöhler und Tino Tiede
„Die ANTENNE MÜNSTER Lokalrunde“
Antenne Münster hat mit „Lokalrunde“ das Studio verlassen und Radio direkt ins Sendegebiet gebracht. Durch Ideen wie die Frei-Tank-Aktion und viele spontane Begegnungen wurde aus dem Programm ein gemeinsames Erlebnis mit den Menschen vor Ort. Unternehmen, Passantinnen und Passanten wurden aktiv eingebunden und Teil der Sendung. So entstand ein Format, das von Nähe, Spontanität und echter Beteiligung lebt. Preiswürdig!
Beste:r Moderator:in
Evren Gezer
HIT RADIO FFH
Sympathisch, wortgewandt, nahbar, authentisch, spontan, seriös, journalistisch kritisch, präsent, emphatisch, warmherzig. Alles auf einmal? Hört sich angeberisch an, aber im Fall von Evren Gezer stimmt es einfach. Sie selbst beschreibt sich auf ihrer Homepage so, und es ist nicht zu hochgestapelt. Evren Gezer ist eine Radio-Moderatorin, wie man sie sich wünscht. Sie geht ganz natürlich mit ihren Hörerinnen und Hörern um, sie zeigt Ecken und Kanten – lange bevor die Branche angefangen hat, genau danach zu suchen. In Istanbul geboren, in Hessen zu Hause. Evren Gezer hat alles, was exzellentes Radio braucht: Haltung, Herz und Persönlichkeit.
Über den Deutschen Radiopreis
Seit 2010 werden mit dem Deutschen Radiopreis die besten Radiomacher*innen Deutschlands geehrt. Stifter des Deutschen Radiopreises sind die Hörfunkprogramme der ARD, Deutschlandradio und die privaten Radiosender in Deutschland. Gesellschafter sind die Radiozentrale – eine gemeinsame Plattform privater und öffentlich-rechtlicher Sender zur Stärkung des Hörfunks – und die NDR Media, die Vermarktungsgesellschaft des NDR. Zu den Kooperationspartnern zählen das Grimme-Institut, die Freie und Hansestadt Hamburg sowie die Radio-Vermarkter ARD MEDIA und RMS. Die Federführung liegt beim Norddeutschen Rundfunk (NDR).
Auf dem Instagram Account @deutscherradiopreis_offiziell gibt es Einblicke rund um die Veranstaltung. Fotos und weitere Informationen finden sich auf der Website: www.deutscher-radiopreis.de
10. September 2026
Pressekontakt:
Deutscher Radiopreis
Unternehmenskommunikation
NDR Presse und Information
Telefon: 040 / 4156 – 2300
Fax: 040 / 4156 – 2199
presse@ndr.de
http://www.deutscher-radiopreis.de
Original-Content von: Deutscher Radiopreis, übermittelt durch news aktuell
