10. März 2026 – Der Verein Deutscher Hörbuchpreis hat heute Abend die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger bekannt gegeben. WDR 5 präsentierte die ausgezeichneten Produktionen in einer zweistündigen Live-Radiosendung. Aus insgesamt 294 Einreichungen wählten die drei Jurys in einem mehrstufigen Verfahren folgende Gewinnerinnen und Gewinner aus:
„Beste Interpretin“ ist die Theater- und Filmschauspielerin Anja Herden. „Virtuos“ und „mitreißend“ führe ihre Lesung des Romans „Der Fluch der Falodun Frauen“ von Oyinkan Braithwaite (Aufbau Audio) durch die komplexen Handlungsstränge des nigerianischen Epos, lobt die Preisträgerjury. Mit ihrer facettenreichen Stimme verleihe Herden allen Figuren „ihren eigenen Ton, ihr eigenes Tempo“ und dem Hörbuch einen „modernen Beat“. Für die weibliche Emanzipationsgeschichte habe sie „einen unwiderstehlichen Rhythmus“ gefunden.
Als „Bester Interpret“ wird Schauspieler Fabian Busch ausgezeichnet, der bereits im vergangenen Jahr nominiert war. In „Vergiss mich“ von Alex Schulman (Der Audio Verlag) stelle er abermals seine Fähigkeit unter Beweis, „mit der Stimme des Protagonisten“ zu verschmelzen. Indem er den autobiografischen Text „ganz fein und von innen heraus“ personalisiere, erschwere er es uns, in der „reinen Betrachtung“ zu bleiben, vielmehr werden „Schmerz und Wahnsinn“ greifbar. Ein „absolut stimmiger Hörgenuss“, so die Jury, verbinde hier auf glücklichste Weise den Künstler des geschriebenen und des gesprochenen Wortes.
Für sein Originalhörspiel „Die Erschöpften“ (NDR, Deutschlandfunk) erhält Autor und Regisseur Oliver Sturm den Preis in der Kategorie „Bestes Hörspiel“. Seine „vielschichtige, äußerst humorvolle“ Gesellschaftssatire verhandle die „große Frage, wie wir leben wollen“ in einem einfalls- und anspielungsreichen Plot, getragen von einem „hervorragenden Sprecherensemble“. Abgerundet durch eine „subtile, originelle Musik“ und das „augenzwinkernde“ Sounddesign demonstriere dieses Hörspiel: „Auch so geht Lebensfreude“.
In der Kategorie „Beste Unterhaltung“ wird erstmals ein Ensemble geehrt: Ihren Thriller „Himmelerdenblau“ hat Autorin Romy Hausmann gemeinsam mit Florian Gregorzyk, Leslie Malton, Felix von Manteuffel, Anna Maria Mühe und Uve Teschner eingelesen (der Hörverlag). Die „multiperspektivische“ und „aufwühlende Erzählung“, in der Kriminalfall und Familientragödie miteinander verwoben sind, finde „durch ein spielfreudiges und konstant auf höchstem Niveau miteinander agierendes Ensemble“ ihre perfekte Audio-Umsetzung – „ein packendes Hörstück“, dessen großer Unterhaltungswert die Jury überzeugt hat.
Die Entscheidung in der Kategorie „Bestes Kinderhörbuch“ trafen fünf Schülerinnen der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Köln-Chorweiler unter Anleitung des diesjährigen Kooperationspartners, der lit.kid.COLOGNE mit ihrem Projekt #lassmalesen. Sie vergaben den Preis an Liz Kesslers Jugendroman „Geheimname Eisvogel“ in einer inszenierten Lesung mit Benito Bause, Natalia Belitski, Inka Löwendorf und Simona Pahl (Argon Sauerländer Audio). „Sehr berührend“, „spannend und schockierend“ sei dieses Hörbuch, urteilen die Kinderjurorinnen, und man habe beim Zuhören immer „Bilder zur Geschichte“ im Kopf, weil die verschiedenen Stimmen und das Erzähltempo „perfekt passen“.
Khesrau Behroz und Sören Musyal sind die Preisträger in der Kategorie „Bester Podcast“.
„Mit akribischer Recherche“ erkunden sie und ihr Team in der sechsteiligen Staffel „Legion: House of Scam“ (rbb, NDR und Undone), wie die globale Betrugsindustrie funktioniert. Fakten und „vielfältige O-Töne“ vermitteln „intensiv und emotional“ das „harte Thema“ dieses ebenso grausamen wie professionellen kriminellen Geschäfts, ohne „Voyeurismus und Sensationsgier“ zu bedienen. So erweise sich der Doku-Podcast als das journalistische Medium der Wahl, um „in die Tiefe zu gehen“, konstatiert die Preisträgerjury.
Die Auszeichnung in der undotierten Kategorie „Das besondere Hörbuch“ erhält der Argon Verlag für „Unser Schmerz ist unsere Kraft. Neonazis haben unsere Väter ermordet“ von Gamze Kuba??k, Semiya ?im?ek und Christine Werner. Dieses Hörbuch gebe „dem rechten Auge die Sehkraft wieder“, mahnt die Preisträgerjury, und es habe gewinnen „müssen“: Weil sich die Sprecherinnen „glaubhaft in die Protagonistinnen verwandeln“, weil es die Hörenden am Entstehen einer Seelenfreundschaft „auf dem Boden unermesslichen Schmerzes“ teilhaben lasse und zuallererst, weil es die Erinnerung an die vom NSU ermordeten Menschen hochhalte.
Mit Ausnahme des Besonderen Hörbuchs ist der Deutsche Hörbuchpreis pro Kategorie mit 3.333 € dotiert.
Die Live-Radiosendung von WDR 5 war auch auf den Kulturwellen BR 2, Deutschlandfunk Kultur „Dokumente&Debatten“, HR2 Kultur, MDR Kultur, NDR Kultur, rbb radio3, SR2 KulturRadio und SWR2kultur zu hören.
Der Deutsche Hörbuchpreis wird traditionell zu Beginn der Lit.COLOGNE verliehen. Das internationale Literaturfest findet vom 7. bis 22. März 2026 statt.
Die Sendung „Deutscher Hörbuchpreis 2026“ ist in der ARD-Audiothek nachzuhören: www.ardaudiothek.de
Moderation: Ralph Erdenberger
Redaktion: Tobias Habig und Mireilla Zirpins, WDR 5
Mehr Informationen zum Deutschen Hörbuchpreis, zu den Jurys und zu den Preisträgerinnen und Preisträgern finden Sie unter www.deutscher-hoerbuchpreis.de.
© 2026 Verein Deutscher Hörbuchpreis
Pressekontakt:
Deutscher Hörbuchpreis e.V.
Henrike Wenschkewitz, Wettbewerbsleitung
Henrike.Wenschkewitz@ext.wdr.de
Für Interview-Anfragen:
Jana Ruß
WDR Kommunikation
Jana.Russ@wdr.de
Original-Content von: Deutscher Hörbuchpreis, übermittelt durch news aktuell