Der neue Roman aus einer vergangenen Zeit des Leipziger Verlegers Patrick Zschocher

Der neue Roman aus einer vergangenen Zeit des Leipziger Verlegers Patrick Zschocher

Der soeben im Leipziger EINBUCH Buch- und Literaturverlag erschienene Roman „Meine große billige sozialistische Wohnung, meine tolle neue Freundin, ich, ein alter Kombi und die zwei anderen aus Plagwitz“, ein zugegeben ziemlich voluminöser Titel, des Leipziger Schriftstellers und Verlegers Patrick Zschocher erzählt auf gut 300 Seiten eine Reise aus dem damals von allen verlassenen Leipzig in den Südwesten Europas. Vor allem aber erzählt er von und aus der Sicht seines mittzwanziger Helden Lennard Osietzki, der alles ihn Umgebende in sich aufnehmend und zumindest still kommentierend, arbeitslos in die zu dieser Zeit noch sonnigen (immerhin) Plagwitzer Spätsommertage des Jahres 1997 hinein lebt, einem Leipziger Stadtteil, in dem noch keine zehn Jahre zuvor die DDR-Schwerindustrie zu Hause war und es kurze Zeit später Stadtplaner aufgrund der Kontamination mit Schwermetallen und allen mögliche Giften für unausweichlich hielten, den komplett dem Erdboden gleichmachen zu müssen. Und weil zu dieser Zeit sehr viele Menschen arbeitslos sind, nämlich die, die nicht in den sogenannten alten Teil der Bundesrepublik geflohen waren, es nicht konnten oder wollten, es also normal war, ist das für Lennard kein sonderlich ungewohnter Zustand. Wirklich ungewöhnlich findet er auch die Idee zu einer Reise in den warmen Südwesten Europas nicht, hatte er doch kurze Zeit davor sogar versucht, sich Weißrussland näher anzuschauen. Also bereitet er sich zusammen mit seiner neuen Freundin Susan, deren Schwester und wiederum deren Ehemann völlig normal auf diese Reise vor, zu der sie dann auch sehr bald aufbrechen und die am Ende natürlich nicht das hält, was sich alle von dieser versprochen hatten. Aber auch daran gewöhnen sich Lennard und die anderen. Und so erzählt diese Geschichte, erzählt Lennard letztlich davon, was Normalität ist, dass die nämlich immer genau an dem Ort und zu der Zeit ist, an dem und in der man selber gerade ist, und dass es, egal wie schwerwiegend die Veränderungen sind, dann kaum vorstellbar ist, dass alles auch völlig anders hätte sein können, ja es sogar völlig anders war. So wie ein einst lärmender und dreckiger, vergifteter Leipziger Stadtteil ganz langsam zu einem lebens- und begehrenswerten zu werden begann und wirklich niemand das als etwas irgendwie Unnormales wahrzunehmen imstande war. Wobei man das ausgerechnet bei Lennard eben nie so genau sagen kann. Oder?
Mehr soll an dieser Stelle auch gar nicht aus dem Roman Patrick Zschochers erzählt werden. Denn was immer wirklich in diesem Buch steht, ist natürlich sehr subjektiv und eine Deutung einzig der Leserin und dem Leser überlassen. Mögen es auch bitte mehr als nur diese zwei sein, hofft der Autor dieser Zeilen. Fantasie ist es doch, was insbesondere geschriebene Geschichte(n) erzeugt, eine neue und einmalige Welt, zu der der Schöpfer dieser nicht mehr als nur die Tür einen Spalt weit offenhalten kann, durch die wer immer möchte geht und mit dieser tut, was immer er tun will. Oder sie, natürlich.

„Meine große billige sozialistische Wohnung, meine tolle neue Freundin, ich, ein alter Kombi und die zwei anderen aus Plagwitz“ erhalten Sie ab sofort für 15,40 € bei www.bücherfairkaufen.de oder im Buchhandel.
Honorarfreie Verwendung, Beleghinweis erbeten,
538 Wörter; 3498 Zeichen