Aufgefahren – abgezockt. Die Tricks der Unfallbetrüger/ „betrifft“-Reportage, 10.10.2018, 20:15 Uhr, SWR Fernsehen

Opfer eines provozierten Unfalls zu werden, kann jedem passieren.
Oft merken die Geschädigten gar nicht, dass sie hereingelegt wurden
und dass ihre Gesundheit und sogar ihr Leben aufs Spiel gesetzt
wurden, denn auf den ersten Blick sind sie ja „schuld“. Dass
kriminelle Täter sie geschickt und skrupellos zu Fahrfehlern
verleitet haben, merken nur die wenigsten. Das SWR Fernsehen sendet
mit „Aufgefahren – abgezockt. Die Tricks der Unfallbetrüger“ eine
Reportage in der Reihe „betrifft“ zu diesem brisanten Thema.

Tatort: Karlsdorf bei Karlsruhe. Stundenlang hatte der junge Mann
auf der Lauer gelegen, im Rückspiegel den Verkehr beobachtet und auf
geeignete Opfer gewartet. Als sich ein älteres Ehepaar in seinem
Wagen nähert, gibt er Gas. Er schießt mit seinem BMW aus einer engen
Gasse, nimmt brutal sein Vorfahrtsrecht in Anspruch. Ein provozierter
Unfall, wie die Polizei in Karlsruhe später nachweisen kann. Doch
meist bleiben solche Straftaten unentdeckt. Ralf König ist
Polizeikommissar in Wuppertal. Als Spezialist für provozierte Unfälle
ist er deutschlandweit unterwegs und gibt Seminare für seine
Kolleginnen und Kollegen, die täglich mit Crash-Situationen
konfrontiert sind.

Fahranfänger und ältere Menschen sind bevorzugte Opfer

Die Masche der „Autocrasher“ ist immer gleich: Einen Schaden
provozieren, ein Gutachten mit weit überhöhten Reparaturkosten
vorlegen und bei der Versicherung abkassieren. Fahranfänger und
ältere Menschen sind bevorzugte Opfer. Wie viele Unfälle in
Deutschland mutwillig herbeigeführt werden, kann auch Unfallermittler
König nicht sicher sagen. Die Versicherungswirtschaft in Deutschland
geht jedoch davon aus, dass jeder zehnte Unfall in Deutschland
manipuliert ist. Sei es, dass er vorgetäuscht, abgesprochen oder eben
provoziert wurde. Der Schaden beliefe sich demnach auf ca. 1,3
Milliarden Euro – eine Summe, die alle Versicherungsnehmer durch
Zuschläge auf ihre Versicherungsprämie tragen müssen.

Im Film erzählen die Opfer von Autocrashern, was sie erlebt haben.
Die Autoren Cornelia Uebel und Yüksel Ugurlu begleiten Kommissar
König bei seinen Ermittlungen und treffen einen Szene-Insider, der
erklärt, wie die Täter vorgehen. Und sie fragen, was die deutschen
Versicherer gegen diese Form des Betrugs unternehmen – gegen das
Geschäft mit dem Crash.

Um 21 Uhr schließt sich die Reportage „Vollgas brutal – Was tun
gegen Rüpel und Raser?“ von Lutz G. Wetzel an.

Pressekontakt:
Sibylle Schreckenberger, Tel. 06131 929 32755,
sibylle.schreckenberger@SWR.de

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