Alternative zum Streaming-System: freemukke öffnet Radio für Musik-Uploads mit fairer Bezahlung

Alternative zum Streaming-System: freemukke öffnet Radio für Musik-Uploads mit fairer Bezahlung

Kassel, 06. Januar 2026.
Die Debatte über die unzureichende Bezahlung von Musikerinnen und Musikern auf großen Streamingplattformen hat zuletzt erneut an Dynamik gewonnen. Abertausende Streams führen für viele Kreative weiterhin zu Einnahmen im Cent-Bereich, während politische Gespräche über mögliche Reformen noch andauern. Für viele Musikschaffende stellt sich daher die Frage nach praktikablen Alternativen im Hier und Jetzt.

Mit freemukke.de verweist ein unabhängiges Online-Radioprojekt auf einen anderen Ansatz. Der GEMA-freie Radiosender öffnet seine Plattform gezielt für Künstler-Uploads und setzt auf ein transparentes Auszahlungs-Modell – fairPay genannt – das sich bewusst vom klassischen Streaming-System abgrenzt.

„Das heutige Streaming-Modell belohnt vor allem Reichweite, nicht Kreativität“, sagt Initiator Alexander Euler. „Wer nicht tausende Abrufe erzielt, bleibt wirtschaftlich unsichtbar. Wir wollten zeigen, dass es auch anders geht – nachvollziehbar und fair für alle unabhängigen Musikschaffenden.“

Vergütung ab dem ersten Hörer

Im Gegensatz zu herkömmlichen Streamingdiensten basiert freemukke auf einem Pay-per-Listener-Ansatz. Musikschaffende verdienen ab dem ersten Hörer. Im fairPay-Modell sind derzeit Vergütungen von 0,01 bis zu 0,10 Euro pro Hörer vorgesehen – abhängig vom aktuellen Auszahlungsstatus der Plattform.

Mechanismen wie fairCap (Einnahmen-Obergrenze pro Titel) und fairTime (zeitlich begrenzte Upload-Pausen) sollen verhindern, dass einzelne Songs und Künstler das verfügbare Budget aufzehren. Ziel ist eine möglichst breite, faire Verteilung der verfügbaren Mittel auf viele Musikschaffende. Alle relevanten Informationen – Hörerzahlen, Einnahmen und Song-Status – sind für die Künstler im Dashboard transparent einsehbar. Ausgezahlt wird zeitnah pro Titel nach erreichen des fairCap Betrags.

Echte Künstler ersetzen KI-Titel

Ein zentrales Prinzip von freemukke ist die bewusste Bevorzugung menschlicher Kreativität. KI-Musik dient im Radioprogramm lediglich als Übergangslösung, um Programmlücken zu schließen.
Jeder Upload eines echten Künstlers ersetzt automatisch einen KI-Titel in der Rotation.

„Je mehr Musiker ihre Songs hochladen, desto weniger KI wird benötigt“, so Euler. „Unser Ziel ist ein Radio, das von Künstlern geprägt wird – nicht von Algorithmen.“

Reine KI-Tracks sind daher nicht für den Upload zugelassen. Musikschaffende müssen bestätigen, dass sie die vollständigen Rechte an ihren Werken besitzen und dass die Titel GEMA-frei sind.

Beta-Phase und begrenzte Kapazitäten

Der Künstler-Upload befindet sich aktuell in einer Beta-Phase. freemukke wird laufend weiterentwickelt, weshalb es vereinzelt zu technischen Anpassungen, Fehlern oder kurzfristigen Ausfällen kommen kann. Gleichzeitig ist die Anzahl der verfügbaren Plätze derzeit technisch begrenzt: Auf sieben Sendern können aktuell rund 2.800 Künstler mit jeweils einem Titel in der Rotation berücksichtigt werden.
Musikschaffende wählen bei der Einreichung den passenden Sender aus, füllen ein kurzes Formular aus und laden ihren Song direkt über die Plattform hoch. Nach einer inhaltlichen Prüfung wird der Titel in die Rotation aufgenommen und im fairPay-System berücksichtigt. Die Künstler werden frühzeitig über die Sendezeit ihres Titels per E-Mail informiert und können diese Information über ihre Social Media Kanäle teilen.

Finanzierung ohne Abonnements

Die Finanzierung des fairPay-Modells erfolgt über Sponsoring und klar gekennzeichnete Platzierungen innerhalb des Radioprogramms und der Plattform. Ziel ist es, Einnahmen transparent und zweckgebunden für den Betrieb und die Vergütung der Musikschaffenden einzusetzen.

freemukke ist damit eines der wenigen Projekte in Deutschland, das nicht nur über faire Vergütung spricht, sondern versucht, sie technisch und praktisch umzusetzen – als bewusster Gegenentwurf zur etablierten Streaming-Ökonomie.