Eltern fühlen sich heute oft gestresst, von Ängsten geplagt und kapitulieren nicht selten vor dem eigenen Anspruch, ein perfektes Leben zu führen. Rund fünf Prozent der Eltern halten den Belastungen nicht stand und landen im Burnout. Die NANO Doku „Eltern-Burnout – was hilft gegen Erziehungsstress?“ von Denise Dismer fragt am Donnerstag, 8. Oktober 2026, 20.15 Uhr, warum immer mehr Eltern chronisch erschöpft sind und welche Wege aus der Dauerüberforderung führen können. Anschließend, um 21.00 Uhr, diskutiert Stephanie Rohde mit ihren Gästen im NANO Talk: „Familie aber anders – Wie wollen wir zusammenleben?“ über zeitgemäße Familienmodelle. Die „NANO Doku“ ist ab Sonntag, 4. Oktober 2026, 6.00 Uhr, in der 3satMediathek verfügbar.
Eltern-Burnout: Wenn Fürsorge zur Überforderung wird
Eltern verbringen heute mehr Zeit mit ihren Kindern als noch vor zehn Jahren. Gleichzeitig wächst die Zahl der Ratgeber und Empfehlungen für eine gelungene Erziehung. Für manche wird der Wunsch, alles richtig zu machen, jedoch zur Belastung. Gut informierte Eltern geraten nicht selten in eine Spirale aus hohen Ansprüchen und Selbstzweifeln. Wie lässt sich der Dauerüberforderung entkommen? Der Entwicklungsmediziner Oskar Jenni vom Universitäts-Kinderspital Zürich warnt vor Patentrezepten für gelingende Elternschaft. Auch die Erziehungswissenschaftlerin Nina Kolleck beobachtet, dass Schlagworte wie „Helikopter-“ oder „Rasenmäher-Eltern“ viele Mütter und Väter verunsichern. Ihre Forschung zeigt jedoch ein positives Bild: Rund 75 Prozent der Jugendlichen bewerten das Verhältnis zu ihren Eltern als sehr gut.
Familie neu denken
Patchworkfamilien, Co-Parenting, Regenbogenfamilien oder andere Formen des Zusammenlebens: Familie wird heute vielfältiger gelebt denn je. Die klassische Kernfamilie gilt dennoch weiterhin als gesellschaftliches Leitbild. Sie wird von Politik und Rechtsprechung privilegiert. Moderne Familien definieren sich heute eher als Verantwortungsgemeinschaften. Wie gut passen die rechtlichen Regelungen noch zu modernen Familienbildern? Wer wird benachteiligt, wenn Fürsorge und Care-Arbeit außerhalb traditioneller Familienstrukturen organisiert werden? Welche politischen und rechtlichen Veränderungen könnten notwendig sein? Darüber diskutiert Moderatorin Stephanie Rohde mit der promovierten Soziologin Andrea Newerla, mit Paula-Irene Villa Braslavsky, Inhaberin des Lehrstuhls für Allgemeine Soziologie und Gender Studies am Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), sowie mit Konrad Duden, Inhaber der Professur für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Universität Hamburg.
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Weitere Informationen
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