Eine Delegation der CDU Waldeck-Frankenberg besuchte am 1. September den Fachverband Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz und die Holzfachschule Bad Wildungen. Zu den Gästen zählten der Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU Waldeck-Frankenberg Jan-Wilhelm Pohlmann, der Kreisgeschäftsführer Markus Nordmeier und der Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Bad Wildungen, Marc Vaupel. Sie wurden von Verbands-Hauptgeschäftsführerin Andrea Belegante, die zugleich Schulleiterin und Geschäftsführerin der Holzfachschule ist, sowie von Gero Jentzsch, Bereichsleiter Kommunikation des Fachverbandes, empfangen. Im Mittelpunkt standen das gegenseitige Kennenlernen und der Austausch über die aktuelle Entwicklung der Schule.
Andrea Belegante erläuterte, dass sich die Holzfachschule zunehmend zur Tischlerschule entwickelt. Mehr als die Hälfte aller Tischlermeisterprüfungen in Hessen würden inzwischen in Bad Wildungen abgelegt. Zugleich richte die Schule ihr Angebot an veränderte Anforderungen aus. Die Modernisierung der Berufsbilder bringe mehr Technik und Digitalisierung mit sich, worauf die Lehrgänge fortlaufend angepasst würden. Darüber hinaus möchte sich die Schule stärker für Interessierte aus der Region und anderen Bereichen öffnen, beispielsweise mit Angeboten zur Vorbereitung auf die Teile drei und vier der Meisterprüfung oder zur Ausbildereignungsprüfung nach AEVO. Als Hemmnisse benannte Belegante stockende Förderverfahren sowie die möglichen Folgen des sogenannten Herrenberg-Urteils für den Einsatz von Honorarkräften in der beruflichen Bildung.
Jan-Wilhelm Pohlmann bezeichnete die Holzfachschule als wichtiges Kompetenzzentrum in der Region und betonte die Bedeutung der Gleichwertigkeit von Meister und Master: Eine Einrichtung wie die Holzfachschule macht diesen Weg für junge Menschen sichtbar. Berufliche und akademische Bildungswege müssten auch in der Förderpraxis und in der öffentlichen Wahrnehmung gleichrangig behandelt werden. Er zeigte besonderes Interesse an der Rolle der Schule als Arbeitgeber und an ihrer wirtschaftlichen Wirkung im Landkreis. Im Gespräch gaben die Vertreter der Schule umfassend Auskunft zu Beschäftigten, Teilnehmerzahlen und verwiesen auch auf die Wertschöpfung, die durch auswärtige Lehrgangsteilnehmer in Bad Wildungen entsteht.
Kommunikationsleiter Jentzsch wies auf den Anspruch von Verband und Schule hin, eine durchgehend hohe Qualität von Aus- und Weiterbildung sicherzustellen, angefangen bei den Grundlehrgängen für Tischler-Azubis bis zum Studium zum staatlich geprüften Techniker, das an der Holzfachschule mit dem Tischlermeister kombiniert werden kann. Auch neue Themen finden Eingang in die Lehrpläne: Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist inzwischen Bestandteil der Lehrinhalte für Techniker und Industriemeister, ebenso Robotik. Seit Anfang 2026 baut die Schule zudem ihre Kommunikation in die Region konsequent aus.
Marc Vaupel regte an, das Angebot der Schule in der Stadt bekannter zu machen. Viele Bad Wildungerinnen und Bad Wildunger wüssten wenig darüber, welche Qualifizierungen auf dem Campus möglich sind. Man solle prüfen, an welchen Stellen sich Anknüpfungspunkte für eine Einbindung in das Angebotsportfolio der Stadt ergeben.
Markus Nordmeier hob die Rolle der Einrichtung als Standortfaktor für Bad Wildungen hervor. Die Holzfachschule sei nicht nur ein Bildungs-, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor, dessen Wirkung leicht unterschätzt werde. Neben den Arbeitsplätzen auf dem Campus profitierten Gastronomie, Beherbergung, Handel und Handwerk in der Stadt von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die aus dem gesamten Bundesgebiet für mehrwöchige Lehrgänge nach Bad Wildungen kommen. Für eine Stadt dieser Größenordnung ist eine Einrichtung mit bundesweiter Ausstrahlung ein erheblicher Standortvorteil. In diesem Punkt waren sich alle Gesprächsteilnehmer einig: Die Holzfachschule ist für Bad Wildungen und den Landkreis Waldeck-Frankenberg als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor von großer Bedeutung. Die Vertreter der CDU signalisierten, die Arbeit der Einrichtung auch künftig mit Interesse zu begleiten.
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Gero Jentzsch
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