Chinas installierte Leistung aus Photovoltaik (PV) hat erstmals die von Kohlekraftwerken überholt, wodurch die Photovoltaik gemessen an der Kapazität zur größten Energiequelle des Landes geworden ist, teilte die Nationale Energiebehörde Chinas (NEA) am Dienstag mit.
Chinas Solarkapazität erreichte laut der Behörde Ende Juli 1,286 Milliarden Kilowatt und lag damit knapp über der installierten Leistung der Kohlekraftwerke von 1,285 Milliarden Kilowatt.
„Dies ist ein Meilenstein in Chinas Wandel hin zu grüner und CO2-armer Energie“, sagte Liu Zhiqiang, ein Experte des chinesischen Elektrizitätsrats. Das neue Energiesystem des Landes, in dem erneuerbare Energien die Hauptrolle spielen würden, nehme in rasantem Tempo Gestalt an.
Mit Stand Ende Juli machte die Photovoltaik mehr als 30 Prozent der gesamten installierten Stromerzeugungsleistung Chinas aus. Gemessen an der neu hinzugekommenen Kapazität stieg der Anteil in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 auf mehr als 40 Prozent, was die rasante Expansion des PV-Sektors unterstreicht.
China hat eine vollständige PV-Industriekette aufgebaut, die Forschung und Entwicklung, Design sowie integrierte Fertigung umfasst. Technologische Fortschritte, darunter wiederholte Durchbrüche bei der PV-Umwandlungseffizienz, haben zu kontinuierlichen Verbesserungen und raschen Kostensenkungen beigetragen.
Chinas rasante Entwicklung der PV-Energie und anderer Formen neuer Energien leistet auch weltweit einen positiven Beitrag.
Mit dem weltweit größten und am schnellsten wachsenden System für erneuerbare Energien liefert das Land mehr als 80 Prozent der PV-Module und 70 Prozent der Windkraftausrüstung weltweit und unterstützt damit den grünen Wandel in vielen Ländern.
Insbesondere angesichts der Unsicherheiten bei der weltweiten Versorgung mit Energie und wichtigen Rohstoffen trug Chinas wachsende Kapazität im Bereich der neuen Energien laut Experten dazu bei, den heimischen Energiebedarf zu decken und gleichzeitig zur Stabilität der globalen Energiemärkte und Lieferketten beizutragen.
Die installierte Leistung ist jedoch nicht gleichbedeutend mit der tatsächlichen Stromerzeugung. Im Zeitraum von Januar bis Juli belief sich die Stromerzeugung aus Photovoltaik auf insgesamt 802,4 Milliarden Kilowattstunden, was 13 Prozent des gesamten Stromverbrauchs des Landes ausmachte.
„PV-Strom ist aufgrund von Tag-Nacht-Zyklen und Wetterbedingungen sehr unbeständig und schwankungsanfällig, wobei die Auslastungsstunden weit unter denen von Kohlekraft liegen. Kurzfristig wird die Kohleverstromung eine wichtige Stütze für das Stromnetz in China bleiben und als Rückhalt für die Netzsicherheit dienen“, sagte Liu.
China unternimmt nun Schritte, um die Rolle der erneuerbaren Energien bei der Gewährleistung einer sicheren und zuverlässigen Stromversorgung zu stärken. In mehreren Energieplänen für die Laufzeit des 15. Fünfjahresplans (2026-2030) wurden konkrete Maßnahmen festgelegt, um erneuerbare Energien besser in das Stromnetz zu integrieren.
So strebt das Land beispielsweise an, bis 2030 eine jährliche Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von rund sechs Billionen Kilowattstunden zu erreichen, wobei die Stromerzeugung aus Windkraft und Photovoltaik voraussichtlich vier Billionen Kilowattstunden übersteigen wird.
China werde daran arbeiten, den Photovoltaikstrom durch kontinuierliche technologische Innovationen und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten – darunter integrierte PV-Speichersysteme und die Erzeugung von Wasserstoff aus Photovoltaik – besser planbar und regelbar zu machen, merkte Liu an.
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