Elektromobilität rechnet sich heute schon – wenn das Laden passt

Elektromobilität rechnet sich heute schon – wenn das Laden passt

In vielen Unternehmen gilt Elektromobilität noch immer als kompliziert oder teuer – und eher als Frage von Nachhaltigkeit und Regulierung. Im Gespräch erklärt Thomas Speidel, CEO von ADS-TEC Energy (https://www.ads-tec-energy.com/de/), warum Elektromobilität wirtschaftlich attraktiv ist und weshalb batteriegestützte Ladeinfrastruktur zur entscheidenden Stellschraube für den erfolgreichen Umstieg wird.

Herr Speidel, viele Unternehmen diskutieren derzeit über die Elektrifizierung ihrer Flotten. Gleichzeitig zögern viele noch. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?

Elektromobilität wird häufig noch mit Reichweitenangst, langen Ladezeiten und hohen Kosten verbunden. Die Realität sieht jedoch längst anders aus. Elektrofahrzeuge sind technisch effizienter und im Betrieb deutlich günstiger als Verbrenner.

Woran lässt sich das konkret festmachen?

An der Total Cost of Ownership. In vielen Fällen liegen die Gesamtkosten einer Elektroflotte heute bereits 10 bis 20 Prozent unter denen einer vergleichbaren Verbrennerflotte – vor allem dank niedrigerer Energiekosten. Hinzu kommt der geringere Wartungsaufwand. Ich selbst fahre seit über 10 Jahren elektrisch und habe mit meinem aktuellen Fahrzeug inzwischen rund 300.000 Kilometer zurückgelegt. Außer einmal Bremsbeläge musste praktisch nichts ersetzt werden und die Batterie ist noch immer in hervorragendem Zustand.

Wenn Fahrzeuge wirtschaftlich überzeugen, stellt sich die Frage: Warum tun sich viele Unternehmen dennoch schwer mit der Elektrifizierung ihrer Flotte?

In der Praxis geht es meist weniger um das Fahrzeug als um die Ladeinfrastruktur. Unternehmen überlegen: Reichen einfache Wallboxen? Müssen wir unseren Netzanschluss ausbauen? Viele fürchten, dass Ladeinfrastruktur teuer oder kompliziert sein könnte.

Die entscheidende Frage ist: Wie lässt sich Laden so organisieren, dass es zum Betrieb passt? Denn im Idealfall passt sich das Laden dem Arbeitsalltag an – nicht umgekehrt.

Welche Optionen haben Flotten heute beim Laden?

Viele Unternehmen denken zunächst an drei klassische Ansätze: Erstens Wallboxen. Sie sind vergleichsweise günstig und einfach zu installieren, laden jedoch langsam und blockieren oft unnötig viel der bereits vorhanden Netzkapazität. Außerdem ist es für Flotten unpraktisch, wenn Fahrzeuge im Arbeitsalltag flexibel verfügbar sein müssen und nicht stundenlang am Kabel hängen können. Zweitens das öffentliche Schnellladenetz. Auf langen Strecken ist es unverzichtbar. Im Alltag bedeutet es jedoch zusätzlichen Aufwand, weil Fahrzeuge gezielt zu Ladestationen fahren müssen und Mitarbeiter währenddessen gebunden sind. Hinzu kommen die meist höheren Strompreise am Ladepark. Drittens der Ausbau des eigenen Netzanschlusses, um leistungsstarke Schnelllader zu betreiben. Das ist allerdings teuer, erzeugt laufende hohe Netzgebühren und dauert mehrere Jahre, weil Genehmigungen und Bauarbeiten erforderlich sind.

Genau an diesem Punkt setzen batteriegestützte Schnelllader an. Können Sie kurz erklären, wie dieses Konzept funktioniert?

Batteriegepufferte Schnelllader nutzen eine integrierte Batterie als Puffer zwischen Stromnetz und Fahrzeug. Eine Netzanschlussleistung von 22 bis 87 kW lässt sich so auf bis zu 300 kW Ladeleistung steigern. Ein Beispiel ist unser ChargePost, der auch bei begrenzter Netzkapazität Schnellladen auf dem eigenen Gelände ermöglicht.

Viele Unternehmen scheuen dennoch eigene Ladeinfrastruktur. Oft aus Sorge, dass Betrieb und Sicherheit zu aufwendig sein könnten.

Das hören wir tatsächlich häufig. Deshalb ist ein erfahrener Partner wichtig, einer der handlungsfähig ist auf allen Ebenen und den Kunden langfristig begleitet. Entscheidend sind IT-Sicherheit, Betriebssicherheit und Service. Unsere Systeme werden in Deutschland entwickelt und produziert und über eine eigene Serviceorganisation betreut. Für viele Unternehmen ist genau diese Verlässlichkeit ein entscheidender Faktor.

Was raten Sie Unternehmern, die über die Elektrifizierung ihrer Flotte nachdenken?

Entscheidend ist, die Elektrifizierung nicht nur aus der Perspektive von Fördermitteln zu betrachten, sondern aus unternehmerischer Sicht. Wer elektrisch fährt, profitiert von geringeren Wartungskosten und Unabhängigkeit von Ölpreisen. Zudem drücken ein Energiemanagement und eigene Stromerzeugung, etwa über PV-Anlagen, die Betriebskosten signifikant. Darüber hinaus kann ein Pufferspeicher zur Optimierung eines Standortes eingesetzt werden und beispielsweise Lastspitzen kappen. Ein ChargePost kann sogar am Energiemarkt teilnehmen. Elektromobilität ist deshalb längst kein reines Nachhaltigkeits-Projekt mehr. Für viele Unternehmen ist sie schlicht eine wirtschaftlich sinnvolle Technologie.

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Pressekontakt:

Katharina Decken
PR & Communications
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