Fast schon prophetisch auf unsere heutige Gegenwart bezogen formuliert Habermas im Jahr 2004 in der Katholischen Akademie: Es gibt die Gefahr der „Verwandlung der Bürger wohlhabender und friedlicher liberaler Gesellschaften in vereinzelte, selbstinteressierte Monaden, die nur noch ihre subjektiven Rechte wie Waffen gegeneinander richten.“ Die digitale Welt hatte zu dieser Zeit das gemeinsame Interesse einer Gesellschaft beileibe noch nicht so auseinanderdividiert, wie wir das heute jeden Tag wieder neu erleben! (…)
Mit Jürgen Habermas ist wahrscheinlich der größte Philosoph der Gegenwart von uns gegangen. In seinem 2019 erschienenen Alterswerk „Auch eine Geschichte der Philosophie“ klingt seine Stimme auf fast 2.000 Seiten ein letztes Mal in ihrer ganzen Eleganz eines Denkens und Sprechens, das sich seine große geistige Freiheit niemals nehmen ließ!
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