Die deutsche Festivalbranche befindet sich in einem deutlichen Wandel. Nach Jahren des Wachstums, höherer Produktionsstandards, steigender Kosten und veränderter Publikumserwartungen führt dies nun zu einer Verlagerung von Großbühnen hin zu kleineren, intimeren Festivalformaten.
Der niederländische Festivalveranstalter Wat.Events und Inhaber des Verleihunternehmens Feesd, Wessel Bottenberg (34), erklärt, dass sowohl niederländische als auch deutsche Festivals international einen hervorragenden Ruf genießen. Laut dem internationalen Fachmagazin IQ sind seit 2024 über 100 niederländische Festivals aus dem Kalender verschwunden. Mindestens 50 Festivals wurden 2025 abgesagt, viele davon ohne angekündigten neuen Termin.
Auch Branchengrößen überdenken ihre Positionen. Mysteryland, das am längsten laufende Tanzfestival der Welt, wird bis 2026 stattfinden. ID&T, der Veranstalter des Festivals, erklärte dazu: „Deenn selbst die größten Reisen brauchen Zeit zum Innehalten, Reflektieren und Weiterentwickeln.“ Dies spiegelt die breitere Realität wider: Die Festivalmarken sind immer noch vorhanden, und das beste Modell steht unter Druck.
Auch Branchengrößen überdenken ihre Positionen. Mysteryland, das am längsten laufende Dance-Festival der Welt, gab bekannt, 2026 keine Ausgabe zu veranstalten. ID&T, der Veranstalter des Festivals, erklärte dazu: „Denn selbst die größten Reisen brauchen Zeit zum Innehalten, Reflektieren und Weiterentwickeln.“ Dies spiegelt die Realität wider: Selbst etablierte Festivalmarken räumen ein, dass das bestehende Modell unter Druck steht.
Der Markt verändert sich, nicht das Bedürfnis nach Live-Erlebnissen.
So erklärt beispielsweise Age Versluis, der niederländische Veranstalter von Friendly Fire, im Fachmagazin Pollstar, dass die Zukunft von Events in kompakteren Formaten liegt. Weniger Risiko, niedrigere Kosten und direkterer Kontakt zum Publikum machen sie für alle attraktiver. Auch Tirsa Creusen, Festivaldirektorin von Pinkpop, betont in derselben Publikation, dass der Kern von Festivals nicht die Größe, sondern das Erlebnis ist.
„Ich bin ebenfalls ein Verfechter kleinerer Bühnen“, sagt Wessel Bottenberg (34), der seit über 13 Jahren in der Festivalbranche tätig ist. Er berichtet, dass ein kleineres Festivalgelände ein deutlich intensiveres Publikumserlebnis, weniger Anonymität, kürzere Warteschlangen und eine sicherere und geselligere Atmosphäre bietet. Bottenberg beobachtet insbesondere die Verlagerung der Budgets hin zu Rahmenprogrammen auf Festivals. Der Fokus liegt also viel stärker auf dem Erlebnis als auf den größten und teuersten Bühnen.
Die Niederlande und Deutschland bleiben Länder mit großen Festivals.
Wie Pollstar Anfang des Jahres feststellte: Der Markt ist stark, die Tickets verkaufen sich schnell, aber die Besucher erwarten mehr als nur große Namen. Der aktuelle Trend hin zu kleineren Festivalgeländen ist kein Rückschritt; im Gegenteil, er definiert das Festival neu: ein Ort, an dem die schönsten Erinnerungen entstehen.
Wessel ist überzeugt, dass sein Unternehmen Feesd die Veränderung begrüßen wird: „Es wird weiterhin große Festivals geben, aber hauptsächlich in kleineren Zelten, was zu einem deutlich intensiveren Erlebnis pro Aufführung führt.“ Er ist außerdem gespannt, wie andere Kreativunternehmer im Festivalbereich auf diese Umstellung reagieren werden. Wessel geht davon aus, dass es für die Besucher vor allem eine positive Erfahrung sein wird.
