Wenn Demokratie unter Druck gerät: Medien, Demokratie und das Erstarken der extremen Rechten
Während die Weltöffentlichkeit auf die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) blickt, vollzieht sich dort eine gefährliche Normalisierung: Vertreter der AfD werden zunehmend hofiert und sind als legitime Akteure an der Sicherheitskonferenz beteiligt. Mit Blick auf entscheidende Landtagswahlen in Deutschland, die das politische Kräfteverhältnis im Land erheblich verändern könnten, ist dies ein verheerendes Signal.
Drängende Fragen rücken in den Fokus: Wie reagieren Medien, Kultureinrichtungen und Zivilgesellschaft auf die anhaltende Verschiebung nach rechts? Dies geschieht vor dem Hintergrund der Möglichkeit, dass die rechtsextreme AfD politische Verantwortung in Regierungs- oder Schlüsselpositionen übernimmt. Während auf der MSC über abstrakte Sicherheitsbegriffe debattiert wird, ignoriert man die konkrete Bedrohung von vier zentralen Säulen unserer demokratischen Gesellschaft durch die neue Rechte:
– Die Pressefreiheit und investigative Recherche, die als „Spionage“ diffamiert werden.
– Den Schutz von Minderheiten, der durch rassistische Hetze ausgehöhlt wird.
– Die historische Verantwortung, die durch geschichtsrevisionistische Narrative relativiert wird.
– Die Rechtsstaatlichkeit, die durch verdeckte Netzwerke und staatliches Wegsehen erodiert.
Ein Gegenentwurf: Wie Medien, Kunst und Zivilgesellschaft auf die zunehmenden autoritären politischen Entwicklungen reagieren
Die Antwort auf diese Entwicklung ist parallel dazu nur wenige Kilometer entfernt bereits zu besichtigen. Die städtische Kunsthalle Lothringer 13 präsentiert aktuell das internationale Großprojekt Antifascism: Now. Die laufende Ausstellung versteht sich nicht als reine Ausstellung, sondern als Labor für demokratische Resilienz: Sie zeigt mit künstlerischen Methoden und Strategien auf, wie der autoritären Übernahme öffentlicher Räume und Diskurse wirksam zu begegnen ist.
Antifascism: Now. versteht Antifaschismus als grundlegendes demokratisches Prinzip und gegenwärtige Praxis: als gemeinsame Verantwortung, durch Kunst und Kultur aktiv jene Strukturen, Allianzen und solidarischen Imaginationen zu stärken, die autoritären, ausgrenzenden und gewaltförmigen Ideologien weltweit entschieden entgegentreten – jetzt.
Realisiert wird das transnationale und interdisziplinäre Kulturprojekt in enger Kooperation mit dem Goethe-Institut, das das Projekt im Jahr seines 75. Jubiläums maßgeblich fördert und unterstützt. Drei Jahre wird das Kunstprojekt an 14 Stationen – von Athen über Bukarest, Pristina, Sarajewo, Sofia und Tirana bis hin zu anderen Städten – weiterentwickelt und endet 2029 im Ludwig Forum Aachen.
Die Situation in München erweist sich dabei als Echtzeit-Fallstudie für den Zustand der Republik: Während die AfD auf diplomatischem Parkett normalisiert wird, werden kritische Journalisten und Künstler, die rechte Strukturen aufdecken, von einer aggressiven rechten Medienkampagne kriminalisiert und als „Terroristen“ oder „Linksradikale“ diffamiert. So geschehen in einem Medium der neuen Rechten, dem Portal NIUS.
Forensik statt Symbolik: Warum das Projekt angegriffen wird
Dass das laufende Projekt ins Visier rechter Kampagnen gerät, liegt an seiner investigativen Schärfe. Die Ausstellung liefert keine abstrakte Kunst, sondern harte Fakten und forensische Beweisführung. Gezeigt werden Arbeiten von international renommierten und vielfach ausgezeichneten Akteuren wie Forensic Architecture oder dem Reporter-Kollektiv recherche nord sowie Künstlern und Gruppen wie u. a. Jonas Höschl, Patrik Thomas, Talya Feldman, Bojan Stojcic, Nikita Kadan, Marco Fusinato, Gülbin Ünlü, Lexi Fleurs, Reporting House & Hussein al-Jerjawi und Stanislava Pinchuk.
Besichtigungen und individuelle Termine am Wochenende der Münchner Sicherheitskonferenz sind zu den Öffnungszeiten und auf Anfrage möglich.
Ausstellungs- und Kontaktinfos:
– Titel: Antifascism: Now. | Kunsthalle Lothringer 13, 81667 München
– Öffnungszeiten: Mi-Fr, 12 – 20 Uhr | Sa, So und Feiertag, 10 – 18 Uhr
– Laufzeit: Bis 31. Juli 2026 in München, Pristina im Herbst 2026 und in über 10 weiteren Ländern bis 2029
– Web: www.lothringer13.com
– Insta: lothringer13
Pressematerial und Bilder: HIER (https://www.dropbox.com/scl/fo/61prey9ory3qg4ub4163w/ANd0oWgKbXxtMmmyX_YjeBE?rlkey=wl5l41thoms67u5bo8utxl0pe&st=97xetocb&dl=0)
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