+++ Achtung Sperrfrist 5. Februar 2026, 14 Uhr +++
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im vergangenen Jahr insgesamt 321 Verdachtsfälle von Sabotage registriert. Das geht aus einem vertraulichen Lagebild der Behörde hervor, das NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung (SZ) vorliegt.
In Nordrhein-Westfalen (88) und Niedersachsen (51) gab es demnach die meisten Vorfälle, gefolgt von Bayern (30), Sachsen (30), Hessen (21), Baden-Württemberg (19), Rheinland-Pfalz (18), Berlin (14), Brandenburg (11), Bremen (8), Sachsen-Anhalt (7), Hamburg (6), Mecklenburg-Vorpommern (6), Saarland (4), Schleswig-Holstein (4) und Thüringen (3).
Das BKA erfasst die Vorkommnisse in den Kategorien „Bahnanlagen/-schienen“, „Bundeswehr“, „Kraftwerk/Firma Öl/Gas/Kohle“, „Polizei“, „Funkmast/Relaisstation“, „Umspannwerk/Strommast/-leitung“, „Wasserwerk/-versorgung“, „Flughafen/-verkehr“, „Sonstige Behörde/Verwaltung“ und „Sonstige Infrastruktur“.
Ebenfalls vom BKA registriert werden verdächtige Drohnenüberflüge, die teilweise als Ausspähungen eingestuft werden. Laut der Analyse wurden den Behörden im vergangenen Jahr 1289 derartige Vorfälle gemeldet, bei denen insgesamt 2310 Drohnen beobachtet worden sein sollen. In einigen Fällen seien gleich mehrere Drohnen gesichtet worden.
Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass hinter einigen dieser Vorfälle russische staatliche Stellen stecken könnten. Nach Erkenntnissen der Behörden werben russische Geheimdienste seit einigen Jahren verstärkt Personen über das Internet an und bezahlen solche sogenannten “Wegwerf-Agenten” für Spionage und Sabotageaktionen. Russland hat die Beteiligung an solchen Aktionen in der Vergangenheit stets bestritten.
Im Oktober vergangenen Jahres hat das BKA die Informationssammelstelle „Zeitenwende“ eingerichtet, die systematisch Meldungen zu mutmaßlichen Sabotagehandlungen aus den Bundesländern erfassen soll. Zudem kommt seit Oktober 2025 wöchentlich eine Runde aus Vertretern der Sicherheitsbehörden aus Bund und Ländern beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in Köln zusammen, um die Vorfälle zu besprechen.
Das Bundesinnenministerium plant zudem die Einrichtung eines Abwehrzentrums gegen hybride Bedrohungen, das ebenfalls beim Bundesamt für Verfassungsschutz angesiedelt werden soll. Vorbild für diese Austauschplattform von Vertretern aus Polizei, Nachrichtendiensten, Zoll und Justiz ist das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) in Berlin.
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