Redaktionspaten für junges Publikum, mehr Tiefe statt mehr Output durch KI, ein gemeinsamer Login für Qualitätsmedien: Drei Ideen für den Journalismus von morgen. Bei der Medienkonferenz „BEYOND NEWS – Journalismus neu denken“ haben junge Medienschaffende und Führungskräfte gemeinsam Pilotideen für die Branche entworfen.
Die knapp 90 Teilnehmenden haben am 1. und 2. Oktober bei der Deutschen Welle in Bonn kleine und große Antworten auf komplexe Fragen formuliert: Welche Formate und Strategien braucht es, um gesellschaftliches Vertrauen zu gewinnen, zu stärken und zu halten? Wie umgehen mit Herausforderungen, die die hochdynamische KI-Evolution für Menschen und Medien bringt? Auch die Finanzierung von vertrauenswürdigen Inhalten, Journalismus in Social Media, faire Nachwuchsförderung und persönliche Sichtbarkeit der Berichterstattenden selbst wurden diskutiert. Und es ging um Verantwortung: „Meine Rolle sehe ich darin, dafür zu sorgen, dass die Jüngeren schnell in Entscheidungspositionen kommen“, sagte ARD-Vorsitzender und hr-Intendant Florian Hager zum Auftakt.
BEYOND NEWS ist eine Initiative öffentlich-rechtlicher, privater und gemeinwohlorientierter Medienhäuser, die Medienschaffende vernetzt und gemeinsam an der Zukunft des Journalismus arbeitet.
Pilotideen für die Redaktionen
Ausgangspunkt für die Konferenz waren sieben Forderungen (https://www.ard.de/die-ard/presse-kontakt/ard-pressemeldungen/2025/beyond-news-forderungen-100.pdf), die junge Medienschaffende bei der Erstauflage von BEYOND NEWS im November 2025 in Hamburg erarbeitet hatten. Darauf aufbauend entwickelten diesmal gemischte Teams aus Mitarbeitenden in den ersten Berufsjahren und Führungskräften Pilotideen, die sich im Kleinen erproben lassen. Oft sind Testphasen gleich mitgedacht, und zu jeder Pilotidee gehört ein erster Schritt. Die Workshop-Methode lieferte das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT. Damit wurden mehr als ein Dutzend Pilotideen in wenigen Stunden entworfen.
Drei Ableitungen aus den Ergebnissen:
– Output reduzieren zugunsten von Qualität und Tiefe
– Vertrauen stärken durch Eins-zu-eins-Begegnungen
– Neue Rollen und Strukturen einziehen, insbesondere junge Perspektiven und KI-Expertise in Redaktionsteams fest verankern
Maria Exner, Journalistin und Intendantin von PUBLIX, die durch die beiden Tage führte, zeigte sich beeindruckt: „Wir haben in kurzer Zeit konkrete Projektideen entwickelt, die Probleme im Journalismus lösen können. Zum Beispiel die Young Minds Paten , die in Redaktionen sicherstellen, dass junges Publikum in der Berichterstattung ausreichend repräsentiert ist. Die BEYOND-NEWS-Teilnehmer werden unsere Branche mit Leidenschaft und Lust auf Kooperation positiv verändern.“
Beispiel „Urban News Club“
Eine konkrete Pilotidee zur Finanzierungsfrage ist der „Urban News Club“. Die Idee richtet sich an Verlage und Medienunternehmen. Der „Urban News Club“ soll Bezahlangebote verschiedener Verlage hinter einem Login und einer Bezahlmethode bündeln. Das Angebot könnte auf den Nachrichtenseiten und in einer gemeinsamen App zu finden sein.
Wie es weitergeht
Die Pilotideen wurden in einem Katalog zusammengeführt. So profitieren alle von den Ansätzen. Ausgewählte Ideen verfolgen die Partnerhäuser gemeinsam weiter. BEYOND NEWS besteht als offenes Netzwerk fort und die Partner bleiben über die Umsetzung im Austausch.
Über BEYOND NEWS
BEYOND NEWS startete 2025 als Konferenz, Initiative und Netzwerk. Es bringt Journalistinnen und Journalisten aus öffentlich-rechtlichen, privaten und gemeinwohlorientierten Medien zusammen.
Veranstalterin ist die ARD; Konzept und Umsetzung liegen bei Holtzbrinck Berlin. Möglich gemacht haben BEYOND NEWS 2026 die Partner Deutsche Welle, PUBLIX, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, ARD Kultur, dpa, Fazit-Stiftung, ZEIT Verlagsgruppe, IPPEN.MEDIA, ZDF, CORRECTIV, Initiative18, Handelsblatt sowie RTL Deutschland/RTL Nord.
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