Getränkekartons, Tablettenblister, Chipsdosen: Alltagsverpackungen, die selbst Trennprofis manchmal vor Rätsel stellen. Was sie gemeinsam haben, wie man sie richtig trennt und warum das wichtig ist, erklärt die Initiative „Mülltrennung wirkt“.
Die Milch oder der Saft sind ausgetrunken: Wohin kommt nochmal der leere Getränkekarton? Ins Altpapier, denn er ist ja ein Karton? Oder doch in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack, weil auch Kunststoff und Aluminium drin stecken? Die Auflösung: Diese Verpackung enthält alle drei Materialien, denn der Getränkekarton ist eine Verbundverpackung. Er gehört, wie alle Verbundverpackungen, in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack.
Verbundverpackungen bestehen aus mehreren, fest verbundenen Materialschichten – zum Beispiel Karton, Kunststoff und Aluminium in unterschiedlicher Kombination. Dabei spielt jedes Material seine Stärken aus. Zusammen schützen sie den Inhalt vor Licht, Sauerstoff und Feuchtigkeit und machen gleichzeitig die Verpackung stabil und dicht. Im Alltag begegnen uns Verbundverpackungen überall, etwa im Lebensmittel-, Pharma- oder Kosmetikbereich. „In Verbundverpackungen wie Getränkekartons stecken wertvolle Rohstoffe, beispielsweise Holz, Erdöl oder Aluminiumerz. Durch ihr Recycling lassen sich fossile und nachwachsende Rohstoffe einsparen. Voraussetzung dafür ist, dass sie – wie alle Verpackungen – richtig getrennt und entsorgt werden“, erklärt Axel Subklew, Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt“.
Die Entsorgung von Verbundverpackungen ist einfach: Sie alle gehören – vollständig entleert – in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Und für ihre Identifizierung gibt es eine simple Faustregel: Lassen sich die Materialien einer Verpackung nicht von Hand trennen, ist sie aus Verbundmaterial. Kann sie mit wenigen Handgriffen leicht in ihre Bestandteile, zum Beispiel Kunststoffbecher und Aludeckel, zerlegt werden, ist sie keine Verbundverpackung.
Zehn alltägliche Verbundverpackungen
– Getränkekarton: schützt seinen Inhalt je nach Produkt (haltbar oder frisch) mit mehreren Schichten ausKarton, Kunststoff und Aluminium.
– Kaffeeverpackung: Vakuumverpackungen aus Verbundmaterial (Aluminium/Kunststoff) halten das Aroma und schützen vor Licht und Feuchtigkeit. Auch Kaffeeverpackungen, die nur aus Kunststoff bestehen, gehören in die Gelbe Tonne/den Gelben Sack.
– Chipsdose: gewickelte Pappe außen, dünne Schicht aus Aluminiumfolie oder Kunststoff (Barriereschicht) innen, so bleiben Chips aromatisch und knackig.
– Coffee-to-go-Becher: außen Pappe, innen eine dünne Kunststoffschicht – zusammen sorgen sie dafür, dass der Becher dicht hält.
– Suppenbeutel schließen Aroma und Feuchtigkeit oft mit einem Aluminium-Kunststoffverbund ein.
– Butterwickler/Butterfolie: Verbundmaterial aus Papier, Aluminium oder Kunststoff hält die Butter frisch und schützt sie vor Geruchs- oder Geschmackseinflüssen.
– Tiernahrungsbeutel: Ob Nass- oder Trockenfutter – mehrschichtige Verbundfolien aus Kunststoff und Aluminium schützen vor Feuchtigkeit, Licht und Aromaverlust.
– Medikamentenblister: schützt Tabletten, Kapseln oder Dragees in einer Kunststoffschale mit Aluminium-Deckfolie vor Feuchtigkeit und Bruch.
– Quetsch- und Nachfüllbeutel, zum Beispiel für Shampoo oder Flüssigseife, sparen Material und Platz. Sie bestehen häufig aus mehrschichtigen Kunststofffolien, teils mit Aluminiumanteil.
– Verpackung für Feuchttücher: Hygiene- und Feuchttücher werdenin Kunststoff-Aluminium-Verbundfolien verpackt, damit sie nicht austrocknen oder auslaufen.
Einfache Grundregel hilft beim Trennen
Für die richtige Mülltrennung gibt es eine einfache Grundregel: In die Gelbe Tonne und den Gelben Sack gehören ausschließlich leere Verpackungen, die nicht aus Papier, Pappe, Karton oder Glas sind. Das sind zum Beispiel Verpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech oder Verbundmaterialien. Papier, Pappe und Karton kommen ins Altpapier, leere Einweg-Glasverpackungen nach Farben sortiert in die Altglascontainer.
Zahlen, die zeigen, warum richtige Mülltrennung sich lohnt
Das Öko-Institut hat berechnet: Jährlich werden in Deutschland durch Verpackungsrecycling rund vier Millionen Tonnen Sekundärrohstoffe erzeugt. Sie ersetzen Primärrohstoffe, zum Beispiel in neuen Produkten oder Verpackungen. Die Verwertung von Papier, Glas- und Leichtverpackungen spart außerdem jährlich 1,95 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ein. Korrekte Mülltrennung ist dafür wichtige Voraussetzung.
Wie Verpackungsrecycling funktioniert, erklärt die Initiative „Mülltrennung wirkt“ auf ihrer Website unter www.mülltrennung-wirkt.de. Hier gibt es hilfreiche Trenntipps und praktische Trenntabellen (https://www.muelltrennung-wirkt.de/de/trenntabellen-listen/) in vielen Sprachen.
Bildmaterial und die Pressemitteilung zum Download sowie weitere Informationen zum Thema richtige Mülltrennung finden Sie unter: www.mülltrennung-wirkt.de/presse
Über „Mülltrennung wirkt“
„Mülltrennung wirkt“ ist eine Initiative der dualen Systeme in Deutschland. Die dualen Systeme organisieren mit ihren Dienstleistern aus der Entsorgungs- und Recyclingbranche die Sammlung, Sortierung und Verwertung gebrauchter Verkaufsverpackungen. Grundlage für ihre Arbeit ist das Verpackungsgesetz. An der bundesweiten Initiative „Mülltrennung wirkt“ sind aktuell zehn duale Systeme beteiligt. Gemeinsam wollen sie über richtige Abfalltrennung und Recycling von Verpackungen aufklären, mit Irrtümern und Müllmythen aufräumen und möglichst viele Menschen zum Mitmachen motivieren.
Pressekontakt:
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c/o Maria Marberg
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Axel Subklew, Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt“
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